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Aktuell - Hohe Lilie

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Landesausstellung im Stadtmuseum

2011Postkarte180Vom 29. Juni bis zum 2. November 2011 wird im Stadtmuseum Hohe Lilie eine Abteilung der Landesausstellung "Der Naumburger Meister. Architekt und Bildhauer im Europa der Kathedralen" gezeigt. Während sich der erste Teil der Ausstellung im "Schlösschen" am Markt mit den geistigen und künstlerischen Vorbedingungen beschäftigt und der zweite, zentrale Teil im Komplex um den Dom den Weg des "Meisters" von Westfrankreich nach Naumburg und Meißen nachzeichnet, widmet sich unser Beitrag der Rezeptionsgeschichte in den letzten 200 Jahren. Den gerade erst fertiggestellten Sonderausstellungsraum haben wir zu diesem Zweck in einen Spiegelsaal verwandelt, in dessen Mitte wir unseren (bis auf Konrad) vollständigen Satz von Gipsabgüssen der Stifterfiguren zeigen. Sieben in die Spiegelwände eingelassene Nischen geben einen Überblick über die mehr oder weniger reflektierte Rezeption der Naumburger Meisterwerke durch Kunstgeschichte und populäre Medien. Ein zweiter Raum ist als eine Art Musée Sentimental gestaltet und stellt 30 kleine Geschichten vor, die vom Trivialen über das Schreckliche bis zum Kuriosen die verschiedensten Aspekte der Aneignung vorstellen.


 


Fortgesetzte Spiegelungen

Landesausstellung: Spiegelungen

Das Begleitheft zu der im Stadtmuseum "Hohe Lilie" untergebrachten Abteilung mit der Rezeptionsgeschichte des Naumburger Meisters und seiner Werke. Unter dem Titel "Fortgesetzte Spiegelungen" werden auf 72 Seiten alle Texte der Rezeptions-Abteilung wiedergegeben und mehr als 100 Abbildungen illustrieren das unterhaltsame Heft, das - der Ausstellung folgend - eine Vielzahl von Blickwinkeln auf das Thema vorstellt.

Das Heft wurde vom Museumsverein Naumburg herausgegeben und ist an der Museumskasse erhältlich.
(Oder per Email hier zu bestellen.)

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Besucher- und Presse-Spiegelungen


Man kann diese bemerkenswerte und mit größter wissenschaftlicher Umsicht kuratierte Ausstellung auf verschiedene Weise „lesen“. Mein Vorschlag wäre, dies vom Ende her zu tun, das heißt vom dritten der über drei Schauplätze in der Stadt verteilten Schau, unter dem Titel „Fortgesetzte Spiegelungen“. Der Name ist durchaus wörtlich zu nehmen, findet man hier doch in hervorragenden Kopien die berühmten Stifterfiguren vor einer Spiegelwand und kann ihnen auf Augenhöhe gegenübertreten und sich beeindrucken lassen von der Ausdruckskraft und den lebendig differenzierten Physiognomien dieser Figuren der hochmittelalterlichen Adelsgesellschaft – so wie man die Originale im Westchor des Domes, wo sie hoch oben stehen, nicht wirklich würdigen kann. Da erhält die geradezu inflationär reproduzierte Uta eine rätselhaft vielsagende Aura, die sie vergleichbar macht mit Leonardos Mona Lisa – während Ekkehard zu meinem persönlichen Leidwesen eine eher sauertöpfische Miene macht; kein Wunder, dass die zahlreichen Gedichte, Bühnenstücke, Filme und Romane über das hochgotische Paar eine an unerfüllter Liebe Erkrankte zeigen, die sich mit hochgehaltenem Mantelkragen von ihrem groben Ehegatten abwendet.

Eigentlich hat es bis ins frühe 19. Jahrhundert gedauert, bis die Stifterfiguren des anonymen Naumburger Meisters von der deutsch-nationalen Öffentlichkeit entdeckt und das markgräfliche Paar zu Kultfiguren wurden, wozu die Fotografie wesentlich beitrug. Höhepunkt des Kultes war, wie angedeutet, das Dritte Reich, wo den Uta-Reproduktionen (wir hatten eine Gips-Kopie an der Wand hängen) auch die Aufgabe zufiel, der seit 1924 in Berlin ausgestellten Nofretete-Büste den Rang als Schönheitskönigin abzulaufen – und dann der Tiefpunkt, als sie 1944 einer Göttin gleich über stürmenden deutschen Frontkämpfern schwebte („Um die Kultur Europas“), als Illustration zu einem philosophischen Aufsatz Was ist der Mensch? von Hans-Georg Gadamer. Hier sind in der Tat viele, auch weniger düstere und dafür kitschigere Entdeckungen zu machen.

Ekkehart Krippendorff, "Freitag" 30. Juli 2011


Auf die Frage, mit welcher mittelalterlichen Figur er am liebsten zusammentreffen würde, antwortete Umberto Eco: mit Uta von Naumburg. Er wird dabei kaum eines jener Gedichte im Sinn gehabt haben, mit denen heute zu Recht vergessene Poeten die Gemahlin des Markgrafen Ekkehard II. verherrlichten: "Der Frauen Würde schönste Zierde, und sie zu schützen Mannes Pflicht. Es paart sich Strenge und auch Güte in diesem stolzen Angesicht."

Der Uta-Kult blühte in dunklen Zeiten deutscher Geschichte. Im nationalen 19. Jahrhundert kaum beachtet, wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg zur Ikone eines gekränkten Nationalismus, der den Untergang des Kaiserreichs durch die Beschwörung einer ewig überlegenen "deutschen Kunst" zu kompensieren suchte. Als das Deutsche Reich der zweiten Katastrophe des vorigen Jahrhunderts entgegen ging, erschien Uta auf Propaganda-Bildern wie eine mahnende Göttin hinter verbissen kämpfenden Landsern. "Eine Kultur kämpft um ihr Dasein" hieß die Parole.

Noch in den fünfziger Jahren zierte sie eine Briefmarke der Bundespost, die zu einer Jahrestagung des Ostdeutschen Kulturrates erschien. Walt Disney hat diese Konnotationen auf seine Weise aufgenommen. Die böse Königin aus "Schneewittchen und die sieben Zwerge" trägt unverkennbar Utas Züge. Das Naumburger Stadtmuseum hat als Beitrag zur sachsen-anhaltinischen Landesausstellung "Der Naumburger Meister. Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen" ein grandioses Spiegelkabinett der Rezeption des berühmtesten Bildwerkes dieses Meisters eingerichtet.

Eckhart Fuhr, "Die Welt" 11. Juli 2011


Wer schon immer mehr über den genialen Künstler des Mittelalters erfahren wollte, der es, wie kein anderer vor ihm, schaffte, Steinen eine Seele einzuhauchen, für den wird diese umfangreiche Ausstellung ein Pilgerort auf Zeit werden. Zumal es die erste überhaupt ist, die sich mit dem »Naumburger Meister« auseinandersetzt. Für Wissenschaftler und Kunsthistoriker machen das und die Vielfalt der Exponate sicher die Sensation der Megaschau aus. Für die meisten Kunstnormalverbraucher ist und bleibt es Uta. Denen sei neben dem Dom, wo sie und die anderen Stifter dank eines ausgeklügelten Beleuchtungssystems seit wenigen Tagen in neuem Licht zu sehen sind, vor allem das Stadtmuseum »Hohe Lilie« am Markt empfohlen.

Dort, im ältesten Bürgerhaus der Stadt aus dem 13. Jahrhundert, dreht sich alles um die geheimnisvolle Schöne und darum, wie sie im guten und im schlechten Sinne vermarktet wurde. Seltene Bücher aus dem 16. Jahrhundert stehen neben skurrilen goldenen Manschettenknöpfen mit Utas Porträt. Ein Originalbrief Goethes, nach einem Besuch im Dom geschrieben, ist ebenso zu sehen, wie Uta als Durchhalteikone und Kriegerheilige für Frontkämpfer im Zweiten Weltkrieg aus einer Illustrierten von 1944. Uta als böse Königin aus Disneys Film »Schneewittchen« von 1937 oder als Puzzle aus den 90er Jahren – das Glanzstück des Naumburger Meisters musste für alles herhalten. Im »Spiegelsaal« des Museums kann man den zwölf Domstiftern als originalgroße Gipsabdrücke auf Augenhöhe gegenübertreten. Die Figuren entstanden zum Teil während der Nazizeit und standen später während der Teilung Deutschlands im sogenannten Deutschlandhaus in Westberlin, einer Art Sammelstelle des Vertriebenenverbandes.

Heidi Diehl, Neues Deutschalnd, 11.7.2011


Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf http://www.naumburgermeister.de/

 

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Richard-Lepsius-auf-einem-Kamel Dezember 2010 – Februar 2011

Lepsius-Vortragsreihe startet am 11. Dezember

[Samstag, 11. Dezember, 15:00 Uhr im Nietzsche-Dokumentationszentrum. Eintritt frei]

Am 23. Dezember des Jahres 1810, also vor 200 Jahren, kam in Naumburg Karl Richard Lepsius zur Welt, der sich als einer der Urväter der wissenschaftlichen Ägyptologie bleibende Verdienste erwerben sollte. 1842-46 leitete der Sohn des Naumburger Landrates Karl Peter Lepsius die vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. entsandte große Expedition, die als eine der ersten unter primär wissenschaftlichen Gesichtspunkten geplanten und durchgeführten Expeditionen in die Geschichte einging und deren Ertrag den Grundstock des Ägyptischen Museums in Berlin bildete, dessen Direktor Lepsius für viele Jahre war. Mehr aber noch als Feldforscher erwarb sich Lepsius als Sprachwissenschaftler, der unter anderem entscheidend zur Entzifferung der Hieroglyphen beitrug, bleibenden Ruhm. Lepsius bekleidete den ersten Lehrstuhl für Ägyptologie in Deutschland und er übernahm in den letzten Lebensjahren als Direktor die Neuordnung der Königlichen Bibliothek. Lepsius starb, 74 Jahre alt, am 10. Juli 1884 in Berlin, wo er auch begraben liegt.
Hartmut Mehlitz: Richard Lepsius Obwohl die seit längerem geplante Ausstellung zum 200. Geburtstag Karl Richard Lepsius aufgrund des leider nur schleppenden Baufortschritts bei der Erweiterung des Stadtmuseums „Hohe Lilie“ auf das Frühjahr 2012 verschoben werden musste, soll der Geburtstag in Naumburg nicht unbeachtet bleiben. Eine kleine, abwechslungsreich zusammengestellte Vortragsreihe im Nietzsche-Dokumentationszentrum soll zunächst für die aufgeschobene Ausstellung entschädigen.
Den Anfang macht am 11. Dezember der Berliner Lepsius-Spezialist Dr. Hartmut Mehlitz mit der Vorstellung seines taufrischen, im Dezember erscheinenden Buches „Richard Lepsius. Ägypten und die Ordnung der Wissenschaft“. Mehlitz legt damit die erste ausführliche, wissenschaftlich fundierte Biographie des Ägyptologen vor, die den in den letzten Jahrzehnten gewonnenen Wissensstand in ansprechender Form zusammenfasst und für die Zukunft einen Standard der Lepsius-Forschung bilden wird. Das glänzend geschriebene Buch - das natürlich vor Ort auch erworben werden kann - wird sicher vielen Naumburgern ein willkommenes Weihnachtsgeschenk sein.

Im Januar wird die Vortragsreihe im NDZ dann fortgeführt mit Beiträgen von Prof. Dr. Rainer Mario Lepsius (im Rahmen des Lepsius-Symposions Schulpforte: Richard Lepsius und die Gelehrtenkultur seiner Zeit, am 14. Januar), Helmar Heyken (Die Ausgrabungsstätten im Sudan - damals und heute, Bildvortrag am 29. Januar), Dr. Elke Freier (Der Briefwechsel Karl Richard Lepsius mit seinem Vater, am 12. Februar), Mariana Jung und Dr. Franziska Naether (Termine werden noch bekannt gegeben).
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Blech und Musik - Plakat6. September - 25. Oktober 2009

Blech und Musik

Ein altes Handwerk stellt sich vor

Seit 50 Jahren besteht der Instrumentenbauer-Betrieb Fiedelak in Naumburg. Das Stadtmuseum hat sich aus diesem Anlass mit Matthias Fiedelak zusammen getan und aus dessen Werkstatt-Bestand eine Ausstellung zusammengestellt, die den sehr selten gewordenen Beruf des Metall-Blasinstrumentebauers vorstellt. Anschaulich werden die einzelnen Arbeitsschritte nachgezeichnet, die notwendig sind, um aus schlichten Blechen elegant geformte Schallstücke und komplizierte Ventile und aus diesen und anderen Kleinteilen wiederum fertige Instrumente zu zaubern.

Trompeten, Posaunen, Hörner, Tuben - jeder kennt ihren wunderbaren Klang. Wenn man weiß, wie aufwändig ihre Herstellung ist und wieviel Kunstfertigkeit diese voraussetzt, so lernt man sie desto mehr zu schätzen.

Die Ausstellung wird am 5. September um 19:30 Uhr als Auftakt der Kulturnacht eröffnet. Sowohl an diesem als auch an weiteren Terminen wird Herr Fiedelak vor Ort Instrumente restaurieren. Haben Sie eine verbeulte Posaune zu Hause oder eine Trompete, die nicht mehr gut klingt? Bringen Sie Ihr Instrument mit! (Termine werden an dieser Stelle noch bekannt gegeben.)

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Plakat Farbenfroh11. Juli bis 23. August 2009

Farbenfroh

Unsere diesjährige Sommer-Ausstellung ist ganz dem Thema “Farben” gewidmet. Welche Farben standen den Menschen in früherer Zeit eigentlich zur Verfügung? Wie wurden sie hergestellt? Was wurde gefärbt? Gibt es eine "Sprache der Farben"? In farbenfrohen Arrangement zeigt die Exposition, wie Vielfältig das Thema ist und wie viel Spaß es macht, sich damit zu beschäftigen.

Sonderaktionen für Kinder: Speziell für KITAS, Horte und Schulklassen bietet das Stadtmuseum in den Ferien eine Führung durch die Ausstellung “Farbenfroh” mit anschließender Malaktion an. Bei dieser können die Kinder selbst Fingermalfarbe herstellen und sich mit einem bunten Handabdruck an der Innenmauer des Museumshofes verewigen.
Um telefonische Voranmeldung unter 03445-703503 wird gebeten.

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Plakat zur Schachfiguren-Ausstellung19. April bis 28. Juni 2009

Schach! - Die Welt der Schachfiguren

Ob klassisch oder ausgefallen, märchenhaft figürlich oder künstlerisch abstrakt, die Welt der Schachfiguren ist längst nicht nur schwarz-weiß, sondern erstaunlich vielfältig. Sie ist ein Spiegelbild nationaler und kultureller Eigenarten und handwerklichen Könnens. In der 1500 Jahre währenden Entwicklungsgeschichte des Schachspiels entstanden zahllose Varianten von Spielfiguren. Hergestellt aus allen denkbaren Materialien und in vielen verschiedenen Formen dienten sie nicht allein dem Spielvergnügen, sondern auch der Repräsentation von Macht und Wohlstand. Alles konnte zum gestalterischen Thema der Schachfiguren werden, angefangen von  abstrakten Formen und Symbolen über die Darstellung von gesellschaftlichen und politischen Inhalten bis hin zu Tierfiguren aus der Fabelwelt.

Eine kleine Auswahl schöner und außergewöhnlicher Schachfiguren wird ab dem 18. April in der neuen Sonderausstellung des Stadtmuseum Naumburg zu sehen sein. Kunstvoll gedrechselte Figuren aus Elfenbein und Holz können im historischen Dachstuhl der “Hohen Lilie” ebenso bestaunt werden wie ein einzigartiger, im I. Weltkrieg gefertigter, Figurensatz aus Patronenhülsen und Münzen oder ein vietnamesisches Papier-Schachspiel. Eine exquisite Besonderheit ist das Ensemble wertvoller Tierfigurensätze. Den repräsentativen Spielen mit Meerestieren aus Meißner Porzellan und anmutigen Figuren aus Glas und Elfenbein ist im Turmzimmer des Museums ein eigener Raum gewidmet.

 


Zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen:

schachcover_145Barbara Holländer: Tiere im Schachspiel
Schriften des Stadtmuseums Naumburg Nr. 14
Naumburg 2009
20 Seiten, Euro 4,00.

Das Heft ist leider vergriffen, wir stellen Ihnen aber hier eine pdf-Version zum download bereit: {wd file=schachtiere.pdf name='Schachtiere'}

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