Museum Naumburg

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Aktuell - Nietzsche-Haus

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plakat nietzsche gott ist tot 11. April bis 31.10.2010 - Ausstellung im Nietzsche-Haus

Gott ist tot. Antichrist oder Gottsucher?
Nietzsche zwischen Kritik und Prophetie

„Gott ist tot“ lautet die wohl meist zitierte und oft missverstandene Botschaft Nietzsches, der sich selbst zuletzt als „Antichrist“ verstand. Andere, wie Lou von Salomé, sahen in ihm einen Religionsstifter, für Karl Jaspers war Nietzsches Aufbäumen gegen den Glauben seiner Zeit Ausdruck einer verborgenen Christlichkeit, für Ernst Bertram war er gar ein „zweiter Christus“, der die zerreißenden Widersprüche der Vernunft für die Menschheit „auf sich“ nahm und bis zum Wahnsinn zu Ende gedacht hat.

Heute wird der radikale Kritiker nicht nur von christlicher Seite als Gottsucher interpretiert: einer, der auf der Suche nach der Wahrheit des Christentums war und im Gegensatz zu den Frömmlern seiner Zeit keine Lüge vor Gott gelten ließ. Für wieder andere zeigt sich in Nietzsche die Hybris des aufgeklärten, sich wahnhaft selbst übersteigenden Menschen ...

Die Ausstellung lädt dazu ein, Nietzsches unerledigte Fragen wahrzunehmen. Sie erkundet, wie aus dem "kleinen Pastor", wie Nietzsche von seinen Mitschülern in Naumburg genannt wurde, der selbsterklärte "Antichrist" werden konnte, wie sein Satz "Gott ist tot" seit 125 Jahren gewirkt hat und welche Kraft er heute noch hat: Kraft zur Provokation, zum Eingedenken, zur Besinnung – und zu souveräner Selbstverortung der Nachgeborenen.

Im ersten Raum wird der Frage nachgegangen, in welche Art von Christentum der junge Nietzsche in Röcken, Naumburg und Schulpforte hinein wuchs, welche Zweifel ihn heimsuchten und welchen Ausdruck sie fanden.

Im Zentrum des zweiten Raums steht Nietzsche als „toller Mensch“, als Schatten, der am helllichten Tage mit einer Laterne nach Gott sucht. Sein Aufbäumen gegen die demonstrative Frömmigkeit seiner Zeit wird als Demonstration inszeniert: mit Zitaten auf Demoschildern und Transparenten.

Der dritte Raum zeigt Nietzsche in seiner letzten Maske: als „der Gekreuzigte“. Und versammelt Deutungsmuster zur Interpretation seiner Botschaft vom „Tod Gottes“ in den letzten 125 Jahren – als Angebot zur eigenen Auseinandersetzung.

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ng_tagung09_20027. bis 30 August 2009

Jahrestagung der Nietzsche-Gesellschaft

Die Jahrestagungen der Nietzsche-Gesellschaft finden jeweils zu den Gedenktagen im August oder Oktober jedes Jahres statt. Im ca. zweijährigen Turnus sind dies größere Kongresse, die von Donnerstag bis Sonntag abgehalten werden. Sie bieten Plenarbeiträge und bis zu 6 verschiedene Sektionen.

Die nächste Tagung findet vom 27. bis 30.08.2009 statt und steht unter dem Titel: Nietzsche - Macht - Größe.
Tagungsort ist das Tagungszentrum für Wirtschaft und Kultur Naumburg-Haus, Lindenring 36, 06618 Naumburg.

Am Samstag, 29. August 2009, um 19.00 Uhr wird der Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt an Ludger
Lütkehaus, Freiburg i. Br., durch den Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz, verliehen.

Weitere Informationen und das Tagungsprogramm finden Sie unter www.nietzsche-gesellschaft.de.

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Plakat_NS-Nietzsche_0229. März bis 1. November 2009

Übermensch Und Herrenmensch
Nietzsche im SCHATTEN DES Dritten ReichES

Nach der Barbarei des Dritten Reiches galt Nietzsche mit seiner Feier des Krieges, seinen Reden von „Rasse“ und „Zucht“, seiner Verklärung der „blonden Bestie“ und des „Übermenschen“ nicht nur im Osten als Stichwortgeber Hitlers. Seit der Nietzsche-Renaissance, die mit der Kritischen Werkausgabe von Colli und Montinari begann, scheint all dies vergessen. Alles Anstößige und Bedenkliche im Werk des Philosophen wird auf die Fälschungen seiner Schwester geschoben oder als Provokation relativiert. Hat Nietzsche diese Weißwaschung nötig? Und sind wir nicht auf dem besten Wege, ihn selbst wieder zu fälschen, uns ein sauberes Bild von einem Kuschel-Nietzsche zurechtzulügen, den man bei jeder Gelegenheit zitieren kann?

Haben wir vergessen, dass für Nietzsche „Alles, was wir in Europa heute als ‚Humanität‘, ‚Moralität‘, ‚Menschlichkeit‘, ‚Mitgefühl‘, Gerechtigkeit zu verehren gewohnt sind, ... nichts Anderes ist als die Verkleinerung des ganzen Typus ‚Mensch’“? (Nachlass 1885, in: KSA 12, 72 f.) Dass er die „Heraufkunft der Demokratie, der Friedens-Schiedsgerichte an Stelle der Kriege, der Frauen-Gleichberechtigung, der Religion des Mitleids und was es sonst Alles für Symptome des absinkenden Lebens gibt“ (Zur Genealogie der Moral, KSA 5, 403) vehement abgelehnt hat – dass Nietzsche nach heutigen Maßstäben ein Verfassungsfeind wäre?

Die Sonderausstellung „Nietzsche im Dritten Reich“ geht diesen unbequemen Fragen nach. Der erste Raum widmet sich der Biologisierung in Nietzsches Denken. War er ein Sozialdarwinist? Der zweite Raum dokumentiert die Instrumentalisierung des Philosophen im Dritten Reich, der dritte den Streit um Nietzsche als Präfaschisten nach 1945 (Thomas Mann, Heidegger, Lukács und die DDR).

Konzept und Gestaltung: Jens-Fietje Dwars (Jena)

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Plakat Zarathustra6. April bis 31. Oktober 2008

Vergiss die Peitsche!
125 Jahre Zarathustra

Vor 125 Jahren hat Friedrich Nietzsche in nur zwei Wochen den ersten Teil seiner Dichtung „Also sprach Zarathustra“ zu Papier gebracht, berauscht von dem Gedanken, der Menschheit ihr „tiefstes Buch“ geschenkt zu haben.
Um so merkwürdiger ist die Wirkungsgeschichte dieser seltsamen Mischung aus Poesie und Philosophie. Im Alltagsbewusstsein wird Nietzsche meist auf einen Satz aus seinem „Zarathustra“ reduziert: „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht ...“ Wer dann noch das berühmte „Peitschen-Foto“ mit Lou von Salomé kennt, auf dem die Studentin sich Nietzsche und dessen Freund Paul Reé vor ihren Wagen spannt, für den ist die Sache klar: Weil die Angebetete, mit der er den Sommer 1882 in Tautenburg, einem Dorf zwischen Naumburg und Jena, verbracht hatte, ihn abwies, gehören alle Weiber für den Philosophen ausgepeitscht. War es so?
Die Ausstellung zeigt, dass ungleich mehr in dem vieldeutigen Werk verborgen liegt, das im besten Sinne des Wortes auch nach 125 Jahren noch fragwürdig bleibt.

Zum ersten Male wird im Rahmen dieser Ausstellung der „Lebensfries“ mit den wichtigsten Stationen des Wanderers auf seinem Weg in die Zarathustra-Einsamkeit zu sehen sein, den der Weimarer Maler Dieter Weidenbach für die Ausstellung geschaffen hat.
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Die unheilige ElisabethAb 28. April bis 31. Oktober 2007
unser Beitrag zum "Elisabeth-Jahr":

Die Unheilige Elisabeth.
Nietzsches Schwester. Legenden einer Meisterfälscherin

Im Jahr des Gedenkens an die heilige Elisabeth von Thüringen erinnert das Nietzsche-Haus an eine "unheilige", aber keinesfalls weniger bemerkenswerte Frau gleichens Namens - Elisabeth Förster-Nietzsche, Friedrich Nietzsches Schwester. Auch ihr Leben ist von Legenden umwoben. War sie wirklich die Meisterfälscherin, die die Briefe ihres Bruders verstümmelte und den "Willen zur Macht" als sein vermeintliches Hauptwerk erfand, um es den Nazis anzubiedern? Haben wir es nicht ihr zu verdanken, dass sein Nachlass überhaupt noch existiert? War die Naumburgeri als Begründerin des Nietzsche-Archivs nicht mit die erste moderne Managerin, gar eine emanzipierte Powerfrau?

Solchen und mehr Fragen geht die Sonderausstellung nach. Sie verfolgt den Weg der Schwester vom "Lama" Nietzsches über die Herrin einer "germanischen" Kolonie in Paraguay bis zur "Priesterin des Dritten Reiches". Erstmals gezeigt werden wirkliche Fälschungen der Biographie Nietzsches, seiner Briefe und seines Werkes.

Eine Ausstellung - so vielschichtig, wie das Leben und Werk dieser erstaunlichen Frau, die bis heute nachwirkende Spuren hinterließ, im Guten wie im Schlechten.

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