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NH-Reliquien

22. April bis 31. Oktober 2012.
Verlängert bis 31.12.2012

Lous Knopf und andere Pretiosen

aus dem geheimen Kabinett des Dr. Nietzsche.

- Wenn Museumspilger finden, was sie suchen, erleben sie Höhepunkte, von denen uns die Gästebücher berichten. Mit der vielbeschworenen kritischer Erkenntnis hat das wenig zu tun, die wirkt, als Belehrung, enttäuschend und erregt Widerwillen. Wird jedoch die Kritik als Spiel mit der echten oder vermeintlichen Aura der Dinge praktiziert, dann lädt sie zur Einübung von Distanz ein. Nietzsches Biographie eignet sich als Rahmenhandlung für solche Überlegungen besonders gut, weil Nietzsche sich selbst halb als Kritiker aller bisherigen Religion, halb als Prophet und Stifter eines neuen Glaubens verstand und aufführte, sein Leben und Schreiben inszenierte.
Unsere Ausstellung zeigt Dinge, die von uns mit diesem Leben und Schreiben verbunden werden, und erzählt Geschichten, die sich sodann in ihnen sinnlich offenbaren. Im Stil einer Wunderkammer werden sie ästhetisiert und mit Bedeutung aufgeladen, die in ihrer Überspitzung zugleich dazu auffordert, sie in veränderter Perspektive wahrzunehmen, d.h. ihre per se sprachlose körperliche Existenz mit den angebotenen Bedeutungs-Zuschreibungen in Beziehung zu setzen und daraus - durchaus augenzwinkernd - neue Erzählungen zu gewinnen. Fiktion und Historie stellen sich so gegenseitig in Frage, was ist "echt", was ist "falsch"?

Kommentare  

 
#1 2012-05-15 12:33
Diese Einleitung zu der Ausstellung im Nietzschehaus, mutet als sehr kurios an!
Möchte man Nietzsche zum Bestandteil der Augsburger Puppenkiste degradieren?
Was soll der Satz: "...halb als Prophet und Stifter eines neuen Glaubens verstand und aufführte, sein Leben und Schreiben inszenierte..."?
Hätte Nietzsche sein Leben und Schaffen inszeniert, wäre er nicht so bescheiden aufgetreten.
Was hier geschrieben steht, ist absoluter [zensiert] und der Verfasser sollte sich die Zeit nehmen und sich mit Nietzsche beschäftigen!
Das ist aber für Deutsche typisch, kommt man intellektuell nicht an Inhalte heran, werden Tatsachen verdreht.
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#2 2012-05-15 13:07
Hoch lebe die Zensur! Bislang glaubte ich, in einer Demokratie zu leben!?
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