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Erinnerungen

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131. Magel, Eva
Magel, Eva (1933-56) Nun zu meinen kleinen Erinnerungen [Versteck] Mit ca. 4 Jahren kam ich in den Kindergarten, der sich am Neuengüter befand. Ich ging überhaupt nicht gern in den Kindergarten. Mein Vater aber bestand darauf, dass ich ihn regelmäßig besuchte. Da es mir immer schwer gefallen ist, hatten wir uns, unser Pflichtjahrmädchen und ich, einen Plan ausgedacht. Ich versteckte mich unter einer Kiste, die uns als Vorratskiste für Brennholz diente. Immer wenn mein Vater sich aus unserem Laden, wir hatten eine Drogerie in der Michaelisstrasse, näherte, bin ich schnell darunter gekrochen. Aber der Spass währte nicht lange. Eines Tages entdeckte er mich. Er konnte aber absolut nicht ernst bleiben, denn die ängstlichen Augen brachten sein Herz zum schmelzen und schmunzeln. In der Badewanne [Naumburger Original] In der Schulstraße wohnte ein Original von Naumburg. Es war "Aschen-Richard". Die Kinder ärgerten ihn natürlich, indem wir seinen Spitznamen nachriefen. Jedoch hat er sie oft ohne Erfolg verfolgt. Auch bei uns am Geschäft fuhr er eines schönen Tages mit einem Handwagen vorbei. Ich dachte mir, jetzt kannst du ja auch einmal richtig laut rufen "Aschen-Richard!", denn ich hatte ja mein Zuhause hinter mir. So geschehen. Oh je, er verfolgte mich bis in den Laden hinein. Mein Vater stand gerade hinter dem Ladentisch und konnte sich schon denken was passiert war. Aber beide Männer haben nur darüber geschmunzelt und ein paar Worte ausgetauscht, weil ich so schrecklich Angst hatte. Sicher wäre es bei Harry Piel (wäscht die Beine in Persil) nicht so ausgegangen, denn er verfolgte die Kinder mit dem Stock und hätte auch die Kinder verhauen, wenn er sie überhaupt erwischt hätte. Er war zum Fürchten. Bei ihm war ich vorsichtig. [Michaelis-Drogerie] Übrigens gründeten meine Eltern 1927 in der Michaelisstraße die Drogerie, die sie trotz ständiger Bedrängnis ca. 1950 durch die HO weiterhin selbständig führen konnten. Mein Vater hatte sich mit Händen und Füßen gegen eine Kommission mit der HO gewehrt, und er hatte Erfolg. Für den Erhalt des Geschäftes haben meine Eltern gekämpft. Auch zum Wohle ihrer Kinder. An dieser Stelle spreche ich meinen Eltern Hochachtung und Dank aus. Bis weit über 70 Jahre führten sie die Drogerie bei noch recht guter Gesundheit. Leider kam keine Drogerie wieder in den Laden, was [...] besser gewesen wäre, denn nun mußten unsere treue Kundschaft weit in die Stadt laufen um Drogerieartikel zu kaufen. Die Miachelis-Drogerie [Kinderschar] Meine beste Freundin war Liesel, die in der Kösener Straße 2 wohnte. In diesem Haus waren sehr viele Flüchtlinge untergebracht. Alles Mütter, die ihre 4 bis 5 Kinder allein erziehen mußten, da die Männer noch in Gefangenschaft waren oder waren gar in Stalingrad gefallen. Die Kinder hatten sehr sehr wenig zu essen und hatten oft Heißhunger. Mein Vater ging oft über Land und konnte dort aus dem Geschäft vieles tauschen, so dass es uns noch relativ gut ging. Deshalb luden wir Liesel oft zum Essen ein. Alfred (geb. 1925) und Eva Hutzelmann (geb. 1933) In der Kösener Straße 2 konnten wir wunderschön im Hof spielen. Die Besitzerin des Hauses, Frau Kampff, hatte viel Verständnis für die vielen Kinder. Es waren 25 Kinder an der Zahl, die in dem Haus wohnten. Teilweise brachten sie natürlich auch noch Freunde und Freundinnen mit, so dass wir u. a. ganz toll Völkerball, Brandball, Versteckspiel, Blumenhaschen und dergleichen mehr spielen konnten. Diese Zeit möchte ich aus meiner Kindheit nicht missen. Sie war trotz der schweren Zeit wunderschön für uns. Auch Theater konnten wir in den riesigen Räumen prima spielen und es wurde den kleineren Kindern vorgeführt. Die Mütter waren von unserem Erfindergeist sehr erfreut. Es muß einmal von Hochachtung gesprochen werden, denn in der riesigen Wohnung im 1. Stock von Liesel Königs Mutter, sie hatte 4 Kinder, waren noch Frau Kramer (Ehegatte war in Stalingard gefallen) mit 5 Kindern und die Familie Kähler mit 4 Kindern untergebracht. Frau König hat aber alles hervorragend gemeistert und es war immer eine Harmonie. Wir Kinder haben nie und nimmer einen Streit der Erwachsenen erlebt. Schulfreundinnen waren natürlich auch immer noch dabei. Wir haben wunderbar gespielt. Sonntags gingen wir dann größtenteils in die Moritzkirche (Pfarrer Wagner), denn Königs waren und sind sehr gläubige Menschen. Mit 10 Jahren kamen Liesel und ich zu den Jungmädeln. Hier kamen wir in die Spielschar von Eva Schäfer. Sie hat uns prima beschäftigt und hat viel mit uns unternommen. Wir mußten viel Kräuter sammeln, Fahnenappell und zu Anlässen marschieren, z. B. zum Sportfest ins Friesenheim usw., war natürlich damals sehr wichtig. Aber so gestriezt wie die Jungens wurden wir natürlich nicht. Das Spielen in der Kösener Straße hatte ein Ende, denn die drei Familien siedelten nach dem Westen. Liesels Vater z. B. bekam nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft, eine Anstellung als Amtsrichter in Usingen. Dies war dann später auch meine Anlaufstelle als ich Naumburg verließ. [Klavierstunde] Ab 1943 ging ich in die Klavierstunde zu Fräulein Linde. Sie wohnte im 4. Stock des Cafe-Central (im CC). Hier gab es jedes Jahr vor der Weihnachtszeit ein Klaviernachmittag, wobei alle Schüler ihre Fortschritte den Mütter oder Geschwistern zeigen sollten. Einmal mußte ich Fräulein Linde zu ihrem Gesang begleiten, und zwar zu "Drei Könige wandern ins Morgenland, ein Sternlein führt sie zum Jordanstrand...". Na ja, ich fand, es klang schon ziemlich schrill. Aber natürlich konnte sie ja nicht mehr so eine Glockenstimme haben wie wir. Bei Ihr habe ich 4 Jahre Unterricht gehabt. Man sollte schon einmal wechseln, deshalb ging ich noch zwei Jahre zu dem Organisten Löbnitz Am Freien Blick. Liesel ging leider nicht zu Fräulein Linde in die Klavierstunde. Sie wurde von Fräulein Bamberg in der Lepsiusstr. unterrichtet. Aber trotzdem konnten wir oft zusammen vierhändig spielen. Das bot sich dann immer an, wenn wir ein Theaterstück aufführen wollten. [Schulzeit] Mit 6 Jahren wurde ich in der Schulstrasse in die Hans-Schemm-Schule eingeschult. Mein Bruder Alfred (er ist leider aus dem Krieg – noch im Januar 1945 – nicht wieder zurückgekehrt) nahm mich liebevoll an die Hand, was eigentlich auch damals für einen Jungen von 14/15 Jahren nicht so selbstverständlich war, und er begleitete mich erst in meine Schule, bis er seinen Weg zum Realgymnasium in der Weißenfelser Straße antrat. Nach der 4. Klasse wurde ich in die Luisenschule in der Artilleriestraße eingeschult. Doch die Irrungen und Wirrungen des Krieges haben uns immer wieder in verschiedene Schulen gebracht. So waren wir kurz im Domgymnasium, wo heute die Generalstaatsanwaltschaft untergebracht ist, und zwar am Neuengüter. Von dort aus konnten wir, Liesel und ich, sehr gut bei Fliegeralarm nach Hause rennen. Es war immer sehr aufregend, aber ich war froh, dass ich bei meinen Lieben sein konnte. Mein Vater allerdings war beim Roten Kreuz und mußte sich bei Fliegeralarm immer in der Walter-Flex-Schule einfinden. Das Lehrerkollegium der Luisenschule 1949. Hintere Reihe von links: Prof. Dr. Kraus, Studienrat Wedekind, Rektor Buchholz, Dr. Karl Schneider. Mittlere Reihe v. links: Studienräte Klein, Bielitz, Hansen, Feldwisch, Mair, Sauberzweig. Vordere Reihe: Studienräte Stiller, Dr. Kaufmann, Dietel, Dr. Wassermann, Dr. Burkhardt, Dr. Meyer, Rösle. Unten: Schüler-Karikaturen des Kollegiums. Nach 1945 kamen wir Mädchen dann in den Ostflügel, und die ganzen Jungen der Gymnasien in den Westflügel der "Napola". Das war das erst Mal, dass wir überhaupt gemischt in einem Gebäude waren. Allerdings nicht in den Klassen. Sogar auf dem Schulhof hieß es, dass die Jungen den oberen Teil des Schulhofes und die Mädchen den unteren Teil des Schulhofes benutzen sollten. Dabei ist es natürlich nicht geblieben. Alles rannte durcheinander. Später dann wurden wir, alle Jungen und Mädchen, aus der ehemaligen Napola verlegt, und zwar ein großer Teil ins Lyzeum der Artilleriestraße, die mittlerweile in Humboldtschule umbenannt wurde, und in die Schule der Seilergasse, was vorher einmal Berufschule war. Das Realgymnasium in der Weißenfelser Straße wurde dann Berufsschule. In die ehemalige Napola zog später die Volkspolizei. Nunmehr wurden wir immer mehr an ein neues Regime herangeführt. Latein wurde z. B. abgeschafft und dafür wurde Russisch ersetzt. Es gab für jede Klasse eine FDJ-Stunde, die von einem Schüler der Oberprima gehalten werden mußte. Wir und auch dieser Oberprimaner nahmen die Sache überhaupt nicht ernst. Im Gegenteil. Er hieß Matuscheck, genannt Schecke. Ich gehörte sowieso zur Jungen Gemeinde, so daß ich mich schon aus Protest für die FDJ und dgl. nicht interessierte. Dr. Schwarz, unser Mathe-Lehrer, bei dem mir übrigens Mathematik sehr viel Spaß machte, nahm mir die Nadel (Kreuz mit Kreis) ab, und legte sie mir in die Hand. Er hatte mir bzw. uns empfohlen sie nicht zu tragen. Kurz darauf wurde sie doch wieder angesteckt. Später hatte man aber schon mit Repressalien zu rechnen. Hochwasser Eines schönen Tages ergossen sich Wassermassen vom Bürgergarten über den Salzberg in die Kanalstrasse. Zu diesem Zeitpunkt traf ich gerade Renate aus meiner Klasse. Sie war in der Stadt und schaute sich diese Strömung an. Sie kam dann noch mit zu mir, und seitdem sind wir bis heute sehr gute Freundinnen. Nach dieser Hochwasserkatastrophe sind wir bis zum Abschluß der Schule unzertrenntlich gewesen. Renates Elternhaus in der Kanonierstr. (Rosa-Luxemburg-Str.) wurde von den Russen besetzt, so dass sie es räumen mußten. Ihre Mutter und ihre Geschwister zogen in die Kösener Strasse in das Haus von Fräulein Bier; auch eine Lehrerin so wie Renates Mutter. Wie schön, denn nun hatten wir auch immer einen gemeinsamen Schulweg. [Kinderspiel] Wir [Renate und Eva] verbrachten viel Zeit bei uns in der Gartenlaube, wo wir bis zum Abwinken das Kartenspiel "Mauscheln" spielten. Aber nicht nur so, nein, es ging um Reichsmark. Zuerst wurde mit Papierschnippseln gespielt, die aber dann in harter Währung ausgezahlt wurden. Unser Nachbarsjunge, Hans, spielte mit sowie Werner, genannt Hirsche, der in unserem Haus so wie ich geboren wurde. Da er nur ein paar Monate älter war, wuchsen wir auf wie Geschwister, verbrachten die ganze Kindheit und Jugend miteinander und seine Eltern waren für mich Mammi und Papi so wie meine Eltern für ihn ebenfalls. Das Kartenspiel ging so lange, bis uns die Währungsreform einen Strich durch die Rechnung machte. Außerdem ließen die schulischen Leistungen nach, so dass ein Blauer Brief unvermeidbar war. Das Teufelsblatt wurde von unseren Eltern verbrannt. Vor der Phase des Kartenspielens kamen viele Nachbarskinder zu uns zum Spielen. Wir machten Geländespiele, liefen Stelzen und schaukelten mit Abspringen. Je weiter desto besser. Aber irgendwann kam die Zeit, dass meine Bewährungszeit von meinen Eltern aus vorbei sei, und ich solle mich nunmehr reiferen Dingen zuwenden. Sollte damenhaft werden. [Jugendzeit] Nach meiner Konfirmation ging ich dann in die Tanzstunde, die uns natürlich auch viel Unterhaltungsmöglichkeiten bot. Es war ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Ich ging zu Mathilde und Erich Döring in die Tanzstunde, außerdem wurden wir oft von der Tanzschullehrerin der Pfortaer Schüler, Frau Höltzer-Hallmann, nach Pforta eingeladen, die an Mädchenmangel litt, weil Schulpforta eine reines Jungeninternat war. In Schulpforta wurden von den Schülern Theaterstücke aufgeführt, von denen Renate und ich total begeistert waren. Es waren "Antigone" und "König Ödipus". Die Hauptdarsteller waren die Gebrüder Kreysig. Wir waren ganz begeistert. Klassenfoto 1949. Hinten: Rosemarie Precht, Studienrätin Klein, A.-M. Jahnel, Inge Kleeberg, Karla Schleicher, Marianne Schmieschek, Renate Szikora, Helga Schröter. Mitte: Evchen Block, Hannelore Jahnke, Helga Soff, Renate Herfurth, Renate Scheibe, Dorle Schmidt, Marianne Schneider, Annemarie Dathe, Roswitha Meumann. Vorne: Eva Hutzelmann, Renate Mende, Erika Tietze, Edith Felske, Renate Ziemer, Gisela Beck, Anneliese Unzner, Annerose Wilhelm, Dorle Krygk, Karin Kurosch. (Es fehlt: Ruth Henze) Freundinnen: Renate Herfurth, Helga Soff, Marianne Schmieschek, Renate Szikora, Anneliese Unzner, Annerose Wilhelm, Eva Hutzelmann, Dorle Kryk vor der Luisenschule. Im Jahr 1949 hatten wir in unserer Klasse ein sehr trauriges Erlebnis, was uns sehr betroffen und traurig machte. Anneliese, eine hübsche und liebenswerte Schulfreundin und einzige Tochter der Familie Unzner, starb. Sie glaubt das Feuer im Herd sei aus gewesen. Sie wollte es mit Methanol wieder anfachen, denn Kohlenanzünder waren rar. Die Flammen schlugen zurück. Sie erlitt Verbrennungen 3. Grades. Sie hat noch viele Tage unter unsagbaren Schmerzen leiden müssen. Nach dem Abschluss der Schule, erlernte ich in Jena den Beruf "Optikerin". Auch hier traf ich Schulfreunde von Naumburg wieder, die ebenfalls den Beruf des Optikers erlernen wollten. Ich hatte aber nach der Lehre in Jena überhaupt keine Möglichkeiten, auf die Ingenieurschule zu kommen, weil ich kein Arbeiter und Bauernkind war Deshalb beschloss ich, in den Westen zu gehen. Zunächst nach Usingen zu Liesel. Ich war 23 Jahre. Liesels Eltern hatten mir den Start im Westen sehr erleichtert. Zu meinem nächsten Besuch bei meinen Eltern, der schon Weihnachten war, meldete ich mich dann in Naumburg regulär ab und gab an, dass ich meinen Beruf in Wetzlar weiter ausüben möchte, worauf man mir antwortete: "Na, solche Elementen brauchen wir ooch nicht." Das war ein hartes Urteil, aber ich habe gewußt, wer es sagte!
Montag, 16. November 2009 | Drucken | PDF |  E-Mail
Naumburg.Erinnern - Das Mitmach-Projekt Mit der Ausstellung "Kindheit und Jugend in Naumburg" und der als Begleitheft dazu veröffentlichten Textsammlung Kein Zaun war mit zu hoch haben wir begonnen, gezielt Lebenserinnerungen aus Naumburg zu sammeln. Grundsätzlich sind uns alle Beiträge willkommen, ob von Alteingesessenen, zu- oder weggezogenen, von jungen oder alten Naumburgern. Wenn Sie sich mit eigenen Texten und oder Bildern beteiligen wollen, kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail, telefonisch oder besuchen Sie uns. Wir sammeln Lebenserinnerungen, IHRE Lebenserinnerung, wenn Sie Naumburger sind oder waren (vielleicht auch nur vorübergehend). Am liebsten sind uns kurze Texte, die einen konkreten Bezug haben zur Stadt und ihrer näheren Umgebung, zu den Menschen, die hier leb(t)en, zur städtischen Gesellschaft, zu den Häusern, Straßen und Gassen, zu Schule und Berufsleben, zu Vereine und zu allem, was sich in der Erinnerung erhalten hat. Was machen wir mit Ihren Erinnerungen? 1. Wir archivieren sie, damit spätere Generationen darauf zurückgreifen können. 2. Wir veröffentlichen sie an dieser Stelle im Internet, damit möglichst viele andere Ihre Erlebnisse mit Ihnen teilen können. 3. Wir verwenden Sie, um unseren Ausstellungen zur jüngeren Stadtgeschichte einen stärkeren Bezug "zum richtigen Leben" zu verleihen. Schreiben Sie uns: Stadtmuseum - Grochlitzer Str. 49 - 06618 Naumburg Tel.: 03445-703503 Fax: 03445-6990235 oder schicken Sie uns eine E-mail. Wieder lieferbar (zweite Auflage): Kein Zaun war mir zu hoch. Kindheit und Jugend in Naumburg. 2. Auflage. 130 Seiten, 2007, zu erwerben im Stadtmuseum Naumburg oder bestellen Sie per Email.      
Donnerstag, 05. Februar 2009 | Drucken | PDF |  E-Mail
Barbara v. Poschinger, Hamburg (1942-1957) Kindheit im Schatten des Krieges Im frühen Morgengrauen des 18. September 1942 wurde ich in der Buchholzstraße Nr. 48 geboren. Es war Verdunklung, keine Lampe durfte brennen und meine Geburt verlief wohl etwas hektisch. In dem Durcheinander hielt man mich zuerst für einen Jungen. Mein Vater, Werner Schröder, kurzzeitig Bürgermeister der Stadt Naumburg, war vier Wochen zuvor, am 20. August des gleichen Jahres bei den Kämpfen im Donetzbecken vor Stalingrad umgekommen. Meine Mutter, Charlotte Schröder geb. Utsch, stand nun allein mit mir und meinem zwei Jahre älteren Bruder Bernhard. Trotz Krieg und Bombenangriffen, den Hungerjahren in der frühen Nachkriegszeit, hatte ich eine gute, meist unbeschwerte Kindheit. Das lag vor allem daran, dass unsere kleine Familie bei den Geschwistern Paßow in der Buchholzstraße Unterschlupf und Fürsorge erfuhren. Diese gebildeten und herzensguten Frauen waren schon meinem Vater in seiner Referendarzeit freundschaftlich verbunden gewesen. Und so übernahmen sie, ohne viel zu fragen, die Fürsorge für uns drei. Die Schwestern, unser Elternersatz, stammten aus einer Pastorenfamilie aus Hohenfinow in Brandenburg. Schon in der zweiten Lebenshälfte, waren sie im heutigen Sinne emanzipiert. Im ersten Weltkrieg hatten drei der vier Geschwister ihre Liebsten verloren, so mussten sie ein Leben lang für sich selbst sorgen. Ich nannte sie alle Tante und fühlte mich so, als ob es meine wirklichen Verwandten waren. Tante Elfriede war Oberschwester in der Klinik Schiele, die beiden Anderen, Erika und Maria, genannt Petzi, arbeiteten als Lehrerinnen bzw. als Katechetinnen. Meine wirkliche Ersatzmutter aber war Tante Dotty. Sie war umfassend gebildet, leitete den großen Haushalt, machte die Abrechnungen, baute Gemüse im Garten an, weckte Obst ein, kochte Zuckerrüben zu Sirup, backte wenn es Mehl gab und tat vieles mehr. Niemals danach habe ich einen solchen Menschen getroffen. Sie war in jeder Hinsicht außergewöhnlich, war bekennende Christin, teilte alles mit Jedem, war langmütig und humorvoll. Bei ihr lernte ich spielerisch und nebenbei klassische Literatur und Malerei kennen. Meine fehlenden Bilderbücher ersetzte sie mir beispielsweise durch illustrierte Klassiker wie Shakespeares Macbeth und Hamlet, oder Goethes und Schillers gesammelte Werke. Auch die Geschichte Preußens mit Bildern von Adolph Menzel gehörte dazu. Wie oft habe ich mir Gemälde von Botticelli, Dürer, Cranach angesehen, habe mich in andere Welten geträumt und mich vor düsteren Mächten gegruselt. Meine ersten Erinnerungen aber sind nur Bilder und Geräusche. Erschreckende Szenen, die mich für einige Jahre meiner Kindheit in meinem Alltag bis in meine Träume verfolgten. Es waren die Sirenen vor den Angriffen, die heulend meine sonst heile Kinderwelt erschütterten. Das Rennen in den Keller, die Angst der Erwachsenen, das Klappern der Türen, die kreischenden Flugzeuge, das Fallen der Bomben und der Luftdruck, der Fensterscheiben zertrümmerte, Bäume knickte oder sie auf den Boden bog. Ich sehe noch meinen kleinen Bruder an der offenen Kellertüre stehen und neugierig ohne Angst das Inferno beobachten. Meine entsetzte Mutter, die ihn von dort fort zieht und die Türe zuschlägt. Im Dunkel des Kellers hockten die Bewohner. Die Frauen reichten Mullwindeln herum, die in einer Zinkbadewanne in Wasser getaucht wurden. Später erfuhr ich, dass sie als Vorsichtsmaßnahme gegen Brandbomben gedacht waren. Noch einige Jahre nach Kriegsende dachte ich, wenn es Gewitter gab, dass wieder Bomben fielen und wollte in den Keller rennen. Nach 1945 hatte sich das Haus mit Flüchtlingen und Ausgebombten gefüllt. Unter ihnen eine Freundin meiner Mutter mit drei Kindern und deren Schwester mit zwei Sprösslingen in unserem Alter, sowie meine Patentante Ilse Wenzel mit ihren fünf Kindern. Sie hatte in der Nähe der Wenzelskirche einen Strickwarenladen betrieben. Ihr Mann war in russischer Kriegsgefangenschaft, ihr Haus nur noch eine Ruine, die uns als Abenteuerspielplatz diente. Die lose hängende Treppe im Inneren des Trümmerhaufens galt mir und meinem Bruder als Mutprobe, bis das Gebäude abgerissen wurde. In der Buchholzstraße gab es nun so viele Kinder unterschiedlichsten Alters, dass die Frage nach einem Kindergarten sich für uns und niemals stellte. Das Haus in der Buchholzstraße hatte einen kleinen Garten mit Obstbäumen, einer alten rostigen Gartenlaube, einigen Beten, auf denen Gemüse und Salat wuchs. In direkter Nachbarschaft lagen Gewächshäuser und weitläufige Felder der Gärtnerei Biermann. Daneben begann hinter einer hohen Mauer das Gefängnis. Manchmal konnte ich ein Gesicht hinter den engen vergitterten Fenstern erkennen. Als die Sieger - Amerikaner und später Russen - das Gefängnis mit anderen Sündern füllten, stand so manch Angehöriger vor unserer Tür, um den Freunden, Verwandten oder Männern zu winken. Da es überwiegend Frauen waren, nannten wir Kinder sie die “Winkefrauen”. Bis dieses Treiben von der Militärpolizei unter Androhung von Strafe unterbunden wurde. Da die Männer und Väter fehlten, waren wir eine reine Frauen- und Kindergesellschaft. Unsere Mütter waren erfinderisch und stark. Aus alten Vorhängen wurden Mäntel für uns genäht, Schuhe selber gemacht. Wenn wir zu große Füße bekamen, schnitten wir einfach ein Loch vorne hinein, so dass die Zehen Platz fanden. Noch heute denke ich mit großer Bewunderung an ihre Kraft, ihren Humor und ihre Solidarität. Unsere Mütter sassen in großer Runde bis spät in die Nacht, obwohl sie am nächsten Tag alle arbeiten mussten. Sie strickten, nähten, stickten, dabei erzählten sie sich Geschichten oder Witze und lachten. “Soldatenfrauen” nannten wir sie, ohne darüber nachzudenken. Die Ernährungslage war katastrophal. Meine Mutter fuhr aufs Land und verkaufte den Bauern Schmuck und andere wertvolle Dinge, um etwas zu Essen zu besorgen. Eines Tages erschien sie abends, wie so oft, mit ihrem Fahrrad, aber aufgelöst und voller Angst. Auf dem Gepäckträger eingeklemmt ein toter Hase. Sie hatte gesehen wie ein russischer Soldat den Hasen schoss und dann suchte und suchte. Das Tier lag ganz in ihrer Nähe. Meine Mutter riss es geistesgegenwärtig an sich und floh auf dem Fahrrad mit der Beute. Fleisch war für mich das Beste überhaupt. Ich stellte mir immer vor, dass das Paradies eine Mischung aus Gottesdienst und Schlaraffenland war. Alles Essbare wurde angebaut, Kaninchen gehalten, altes Brot aufgehoben, Kartoffelschalen zu Mehl verarbeitet. Arme Ritter gab es häufig, oder eine Suppe aus altem Brot. Beides habe ich gehasst. Auch das Schlachten der Kaninchen hat mich bis ins Erwachsenenalter verfolgt. Schokolade war unbekannt, bis es später durch Pakete aus dem Westen zu Weihnachten zusammen mit Orangen auf unserem Gabentisch landete. In den ersten Hungerjahren retteten uns Care-Pakete amerikanischer Quäker. In der Schule gab es zu Anfang eine Schulspeisung, die aus leicht süßlichen rosa Brötchen bestand. Mehl, zusammen mit Hefe und Marmelade, ergaben dieses seltsame Gebäck. Später, nach Beginn des kalten Krieges, waren Pakete aus dem Westen ein Privileg, das viele meiner Freunde nicht hatten. Der Garten war Spielplatz, wurde umgegraben, untergraben, wir bauten endlose Stollensysteme. Mein Bruder entdeckte früh seine Leidenschaft für Waffen aller Art. Er und seine Freunde holten sie sich aus der Saale, oder aus dem notdürftig abgesperrten Gelände, des ehemaligen Heereszeugamtes. Diese Vorliebe entpuppte sich sowohl in der alten DDR, wie auch in Westdeutschland als verbotenes und gefährliches Hobby. Der allgemeine Militarismus des alten Regimes war überall gegenwärtig. Da es wenig ziviles Spielzeug gab, bedienten sich viele Jungen im Alter meines Bruders auf den Schrotthalden des Krieges. Aus Gewehrpatronen klopften sie das Pulver heraus, um damit Feuerwerke zu veranstalten. Manchmal wurde es in Töpfen und Bratpfannen getrocknet, was der Großmutter eines Klassenkameraden meines Bruders schlecht bekam. Ihr flog das Rührei, was sie zubereiten wollte, geradewegs um die Ohren. Die Briketts, die Tante Dotty in aller Frühe in den Kachelofen schob, um es uns schön warm zu machen, explodierten mitsamt dem unteren Teil des Ofens. Es war ein Wunder, dass sie sich nicht verletzte und nur über und über mit Ruß verschmiert aus dem Zimmer taumelte. Die Phantasie meines Bruders trieb ihn zu erstaunlichen Leistungen. So baute er eine Pistole aus dem Rohr einer alten Leitung, und einem Holzstück als Griff. Wie er die Waffe wirklich konstruiert hatte, war später nicht mehr festzustellen. Natürlich musste ich die Pistole ausprobieren. Ahnungslos wie ich war, habe ich den Auslöser auch brav betätigt. Es gab einen ziemlichen Knall, die Waffe flog mir aus den Händen und zerbrach in viele Einzelteile. Das Geschoss durchdrang zwei Türen und flog den Damen Paßow, die auf der Veranda Tee tranken, um die Ohren. Ich heulte, mein Bruder war begeistert und die Damen schockiert. Es waren nicht diese Art von Spielen, die ich mochte. Ich liebte es auf meinem alten Apfelbaum die Welt von oben zu betrachten und zu träumen. Oder ich hing mit dem Kopf nach unten an der alten rostigen Gartenlaube und bildete mir ein, ich sei eine Zirkusartistin. Kein Zaun war mir zu hoch, meine Kleider immer zerrissen. Jeden Nachmittag ertönte aus Nachbars Garten das hohe Stimmchen meiner damaligen Busenfreundin Heidi: “Kommste bei mich?” Wir spielten mit allem was der Garten zu bieten hatte. Wir vergruben Schätze und schickten Geheimbriefe an Unbekannt. Im Haus auf der anderen Seite wohnte die Familie Schorr. Ebenfalls eine allein erziehende Mutter mit drei Kindern. In ihrem Garten stand ein herrlicher Glaskirschenbaum, argwöhnisch gehütet von der Großmutter Frau v. Egidy, aber regelmäßig zur Kirschenzeit von uns geplündert. Die Wohnung von Frau v. Egidy, genannt “Oma Didi” unter dem Dach war für mich die Märchenwelt schlechthin. Die alte Dame legte regelmäßig Patiencen, hatte allerlei historische Gewänder in den Schubladen, alte Bilder, Bücher und Fotografien, von denen sie viele Anekdoten zu erzählen wusste. Sie stattete uns Kinder einmal zum Fasching mit Biedermeierkleidchen aus und nannte das Fest “eine kleine Nachtmusik”. Zu ihrer großen Freude, mussten wir singen, musizieren und tanzen. Eine kleine Nachtmusik - Kinderfastnacht 1952 Auf Entdeckungsreise in die Welt außerhalb unserer Gartenidylle, machten wir Radtouren zum Tälchen und der kleinen Saale (Almrich). Am Ende der Buchholzstraße lag ein Villenviertel eingebettet in den weitläufigen Hirschpark. Dort hatte die russische Armee Quartier bezogen und das Areal durch Bretterzäune abgetrennt. Nun lebten in den hübschen Villen russische Offiziere mit ihren Familien. In Schneereichen Wintern rodelten wir im Park bis es dunkel wurde und manchmal fuhren russische Soldaten in unseren langen an einander gebunden Schlittenketten mit uns die eisigen Wege hinunter. Zu unserem großen Spaß und zur Sorge unserer Mütter. Für dieses seltene Vergnügen riskierte ich regelmäßig Strafen. Ich kam immer zu spät, bis meine Mutter resignierte und mir Hausarrest gab. Wie das Essen, war die Gesundheit ein seltenes Gut. Blaseninfektionen, Lungenentzündungen, Mumps, Windpocken, Scharlach, Diphtherie, Keuchhusten machten uns und unseren Müttern zu schaffen. Meine Mutter arbeitete zunächst in einem Behelfskrankenhaus als Schwester, das vorübergehend in einer Schule eingerichtet wurde. Dort lagen viele Flüchtlinge und Vertriebene mit TBC und anderen ernsten Erkrankungen. Viele von ihnen starben an den Folgen der Infektionen oder Unterernährung. Wir Kinder vermochten uns dem nicht ganz zu entziehen. Auch wenn wir die Tragweite dieser schlimmen Ereignisse nicht wirklich begriffen. An einem Weihnachten kurz nach dem Krieg sollten wir Kleinsten, in weiße Laken gehüllt und mit Engelsflügeln ausgestattet, für die Kranken Weihnachtslieder singen. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Moment, als wir die weiß glitzernden Flügel umgehängt und ein brennende Kerze in die Hand bekamen. Ich wollte immer ein Engel bleiben, doch die Wirklichkeit hat mich schnell eingeholt. Meine Mutter infizierte sich mit Typhus, mein Bruder erkrankte an TBC und Scharlach. Nur ich war noch gesund und hüpfte zwischen all den Kranken fröhlich herum. Die Wohnung wurde desinfiziert mit einem schrecklich riechenden Zeug, das überall in jede Ritze, jedes Kleidungsstück und in alle Möbel gesprüht wurde. Das Haus stand unter Quarantäne und ich durfte nicht zur Schule. Mit fünf Jahren, 1947, war ich eingeschult worden. In jene Schule, die vorher als Krankenhaus gedient und in der meine Mutter als Schwester gearbeitet hatte. Ich bekam eine große Zuckertüte. Ich war sehr stolz darauf. Die Klasse war riesig, wohl über dreißig Kinder. Alle meine neuen Schulkameraden in dieser ersten Klasse hatten keinen Vater mehr. Entweder waren sie vermisst, oder gefallen, oder in Gefangenschaft geraten. Niemand wusste das so genau. Den überwiegenden Teil meiner Schulzeit verbrachte ich in der Salztorschule. Kohleferien im Winter, wenn es zu kalt war die Schule zu heizen. Barfuß im Sommer und Hitzefrei, was aber selten vorkam. In dieser Zeit fing meine Mutter in der Klinik Schiele als medizinisch technische Assistentin (MTA) im Labor an zu arbeiten. Die Klinik Schiele blieb die einzige Privatklinik der DDR. Schichtdienste, Wochenenddienste, ich habe meine Mutter damals selten zu Gesicht bekommen. Um so intensiver waren die wenigen freien Tage, die wir miteinander verbracht haben. Ausflüge zu Saale und Unstrut, nach Bad Kösen oder in den Harz zum Kyffhäuser sind unvergessen. Meine Mutter, auch die meisten der Paßows, waren überzeugte Christen in einer engagierten Gemeinde in St. Othmar. Erst mit etwa vier Jahren wurde ich getauft und so erinnere mich an dieses Ereignis. Ich trug ein hellblaues Kleid, an dessen seidigen Stoff ich mich heute noch erinnere. Auch an die Weihnachtsmetten und Andachten und die Flirts von Empore zu Empore mit den Junges auf der anderen Kirchenseite. Oder die eisig kalten Gottesdienste am Ostersonntag unter freiem Himmel auf dem Friedhof, wenn Pastor Böhm im schwarzen schlichten Talar beim Aufgehen der Sonne seine Hände erhob: “Hölle, wo ist Dein Stachel, Tod, wo ist dein Sieg...” In diesem Moment habe ich verstanden was mit der Auferstehung gemeint war. Später dann, als Teenager mit meinen Zweifeln am Sinn des Glaubens, hat mich der Pastor bei der Stange gehalten. Pastor Böhm, ist mir unvergesslich mit seiner ruhigen, bestimmten, sehr aufgeschlossenen Art. Wir wurden älter, die Probleme nahmen zu. Politik spielte immer eine Rolle. Ich war begeisterte junge Pionierin, was meine Mutter mit Skepsis beobachtete. Spöttisch hob sie den Zipfel meines blauen Halstuches hoch: “Bei uns war das schwarz, heute ist es blau, dämmert‘s dir?" Bei einem Ausflug mit seinen Freunden fand mein Bruder einen Packen Flugblätter. In einer Nacht und Nebelaktion vom CIA abgeworfen. Er war vierzehn Jahre alt. Die Volkspolizei holte ihn abends zum Verhör. Er blieb die ganze Nacht in Gewahrsam. Beim morgendlichen Fahnenappell musste ich vortreten. Ich wurde vor allen Schülern und Lehrern gerügt, weil mein Bruder eine schändliche Dummheit begangen hatte. Erst einen Tag danach kam er wieder frei. Meine Mutter schrieb einen Beschwerdebrief an Wilhelm Pieck und erhielt eine kurze abschlägige Antwort. Von jetzt an drangsalierte man sie, verweigerte man mir und meinem Bruder die Oberschule. Wir standen unter Beobachtung. Und jede pubertäre Dummheit, jeder Streich wurde doppelt gewogen. Es kam zur Anklage gegen meinen Bruder und gegen meine Mutter. Beide reisten nach Brandenburg ab. Es vergingen Wochen, ohne dass ich etwas von ihnen hörte. Ich ging wie immer zur Schule, bis eines Tages meine leibliche Tante aus Weißenfels abends in der Buchholzstraße auftauchte. Nur das Nötigste durfte ich mitnehmen. Ich nahm Abschied von meinen geliebten Paßows, von Tante Dotty. Es war mir nicht bewusst, dass es für eine lange Zeit sein würde. Früh am Morgen brachte mich meine Tante zum Bahnhof und wir fuhren nach Berlin, stiegen in die S-Bahn und kamen über die Friedrichstraße nach Westberlin. Das war im Frühjahr 1957. Einige Stunden später stand ich meiner Mutter und meinem Bruder im Flüchtlingslager Berlin Marienfelde gegenüber. Meine Kindheit war beendet.
Montag, 02. März 2009 | Drucken | PDF |  E-Mail

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 16. September 2011 um 10:19 Uhr
 
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