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Eva Theile, Naumburg (um 1960)

Das Mädchen in der Badewanne

Theile Mit zwei Mädchen habe ich im Hof der Jakobstraße 24 im Sommer gespielt, wir hatten die Sitzbadewanne zur Erfrischung und einen Sandkasten. Eines Tages waren meine Sandförmchen verschwunden, ich habe die “Täterin” gestellt und gekratzt, es dann aber vorgezogen ins Büro unserer Firma zu verschwinden. Jene hat sich bei meinem Onkel, der im Lager gearbeitet hat, beschwert. Als ich auf dem Weg zur Toilette war, stand mein Onkel in der Tür, hat mich über das Knie gelegt und richtig verkloppt, so sehr, dass der Besuch der Toilette erledigt war. Schluchzend und vor Tränen keines Wortes mehr mächtig, habe ich auf meinen Vater gewartet. Der hat mich getröstet und er hatte auch ein Trostpflaster für mich: an seiner Hand, geschützt vor meinem Onkel, hat er mir in der Stadt eine Tafel Schokolade gekauft.
Nie wieder habe ich meinem Leben solche Kloppe bekommen und vergessen werde ich das auch nie. Die "Täterin" war nie wieder meine Freundin!

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