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19. Mai 2011, Schlösschen u. Hohe Lilie.

Neue Ausstellungsräume an Museum übergeben.

Naumburg, Schlösschen am Markt Nach mehrmonatigen Arbeiten wurden am Donnerstag, dem 19. Mai, sowohl das vollständig sanierte Schlösschen als auch der neue Sonderausstellungsraum in der Hohen Lilie von der Bauleitung an die zukünftigen Nutzer übergeben.

In Anwesenheit aller am Bau beteiligten Firmen (es waren erstaunlich viele), der Fachplaner und Architekten erklärte Oberbürgermeister Bernward Küper die Arbeiten (bis auf ganz wenige Nachbesserungen) offiziell für beendet und er bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute, produktive Zusammenarbeit der letzten Monate. Insbesondere Küpers Hinweis darauf, dass diese Projekte nur durch die massive Unterstützung von Land und Bund (Konjunkturpaket II) möglich war und dass damit vielen kleineren Firmen über die Tage der Krise hinweggeholfen wurde, fand bei den Anwesenden verständnisvolle Zustimmung.

B. Cronau-Kretzschmar, Ute Freund, Siegfried Wagner, OB Bernward Küper Auch die Architektin Bärbel Cronau-Kretzschmar (Schlösschen) und Prof. Johannes Cramer (mit Büro MARS, Berlin, Hohe Lilie) zeigten sich in ihren Redebeiträgen außerordentlich zufrieden mit dem Erreichten, zumal beide Baustellen ihre je eigenen Komplikationen mit sich gebracht hatten.

Für die Naumburger Kulturlandschaft bedeutet die Fertigstellung der beiden Gebäude einen wichtigen Schritt voran. Das Schlösschen ist schon durch seine Lage zwischen Markt und Stadtkirche ohne Zweifel eines der prominentesten Gebäude der Stadt und sein schäbiger Zustand war bis vor kurzem ein echter Schandfleck im Erscheinungsbild eines der schönsten Marktplätze Deutschlands. Das hat sich nun gründlich geändert (obwohl man die nach Maßgabe der Denkmalpflege erfolgte farbliche Gestaltung nicht unbedingt gelungen finden muss) und das Gebäude zeigt sich nun im angemessenen Glanz. Im Obergeschoss des Hauses ist eine große, klimatisierte Ausstellungsfläche entstanden, die aber auch anderweitig (Konzerte, Vorträge etc.) genutzt werden soll.

Die Erweiterung der Hohen Lilie musste leider hinter den ursprünglichen Plänen zurückbleiben, weil aufgrund des Einspruchs eines Nachbarn das dringend gebrauchte Obergeschoss des Anbaus nicht realisiert werden konnte. Damit fällt zu unserem größten Bedauern die Möglichkeit aus, endlich einen Raum für museumspädagogische Aktivitäten und Vortragsveranstaltungen vorzuhalten, was sich aber nun eher verschmerzen lässt, da diese Funktionen vom Schlösschen übernommen werden können.

uebergabe-hohe-lilie Der neue Ausstellungsraum der Hohen Lilie ist aber auf jeden Fall ein großer Gewinn für das Museumsgebäude, da er eine optimal nutzbare Sonderausstellungsfläche von ca. 60 qm bietet, die noch dazu ebenerdig, das heißt vollkommen barrierefrei erreichbar ist. Besonders stolz sind wir auf die Lichtdecke des Raumes, die eine vollständig dimmbare, flächig-diffuse Beleuchtung erlaubt, genauso, wie wir es uns in unseren kühnsten Träumen gewünscht haben. Bei hellem Licht hat der Besucher den Eindruck, nur durch Milchglas vom heiteren Himmel getrennt zu sein, im abgedimmten Zustand ist auch die Ausstellung lichtempfindlichster Objekte möglich. Und da das ganze mit handelsüblichen Leuchtstoffröhren realisiert wurde, ist die Decke im Verhältnis zu Halogenbeleuchtung auch noch energiesparend. Cool (wörtlich)!

Beide Gebäude werden ab 29. Juni, wenn die Landesausstellung "Der Naumburger Meister" ihre Tore öffnet, für das Publikum zugänglich sein. Das Schlösschen wird den ersten, einführenden Teil der Landesausstellung beherbergen, die Hohe Lilie den dritten, der sich mit der Rezeptionsgeschichte beschäftigt.

Eine Bilderstrecke zu den neuen Räumen folgt, ebenso eine ausführliche Darstellung der Baugeschichte des Schlösschens.

[Alle Fotos auf dieser Seite: Felix Müller, SV Naumburg]

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