Stadtplan 1946
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Inv.Nr.:SG12121
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Material:Papier, bedruckt
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Dat.:1946 (1928)
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Ereignis:Gedruckt von: Bibliographisches Institut Leipzig | Herausgegeben von: Stadtverkehrsamt Naumburg (1928) | Herausgegeben von: Stadtvermessungsamt Naumburg (1946) | Benutzt von: Buchhandlung Jul. Domrich im Rathausgewölbe (1849-1956), Inh. Frau Klara Eisentraut, verw. Petersen, geb. Grund (1889-1964)
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Zugang:Geschenk Prof. Dr. H. Mahrenholtz, 2010
Stadtplan 1946
Im Normalfall zeigen Stadtpläne den Grundriss einer Stadt zu einem definierten Zeitpunkt. Hinweise auf Entwicklungen, Veränderungen kann ihnen allenfalls das geschulte Auge entnehmen. Unser Stadtplan von 1946 macht da ungewollt eine Ausnahme.
Erstmals gedruckt wurde der Plan 1928, zur 900-Jahrfeier, herausgegeben vom "Stadtverkehrsamt", was man für unsere jüngeren Leser wohl als Tourist-Information übersetzen muss. Das Stadtjubiläum war an sich schon ein Zugeständnis an die Tourismuswerbung und die Karte zeigt, dass man durchaus gewillt war, die durch die Feierlichkeiten provozierte Medienpräsenz zu nutzen, um sich dauerhaft als Reiseziel zu etablieren, indem man sich mutig als "Ostpforte zum grünen Herzen Deutschlands", dem Thüringer Wald, präsentierte. Da das Auto als Reisemobil in dieser Zeit noch kaum eine Rolle spielte, sind die Reisewege ausschließlich in Gestalt der Bahnlinien dargestellt. Naumburg selbst ist betont grün wiedergegeben, außerhalb der Altstadt erhält man den Eindruck einer Gartenstadt-Idylle (was allerdings von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt ist). Soweit, so gut.
Ihren besonderen Wert erhält die Karte aber dadurch, dass sie ein zweites Mal herausgegeben wurde. Die Restbestände des inzwischen deutlich veralteten Stadtplanes wurden nämlich im April 1946, ein knappes Jahr nach Kriegsende und der Not der Zeit entsprechend, mit notdürftigen Aktualisierungen (rot) überdruckt.
Der Grund, warum 1946 man auf die Karte von 1928 zurückgegriffen hat, ist wahrscheinlich darin zu sehen, dass diese einerseits noch in einer gewissen Stückzahl vorhanden war und - wichtiger - dass auf dieser Karte im Gegensatz zu den in den dreißiger Jahren gedruckten Karten keine expliziten Nazi-Straßennamen zu finden sind. Außer diesen Straßennamen zeigt der Plan jedoch akurat die Entwicklung der Stadt zwischen 1928 und 1946, inklusive der Kasernenbauten, des Heereszeugamt-Komplexes, der Siedlungsbauten an der Peripherie der Stadt - ein sehr anschauliches Stück Stadtgeschichte.
Für eine hochauflösende Darstellung des Planes klicken Sie bitte hier....
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Kommentare
Lebe in Israel und werde naechstes Jahr wiederkommen.
Weiter so,
Edina Meyer-Maril
Mit den besten Grüßen von der Saale,
Siegfried Wagner
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