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Naumburger Münzgeschichte
Geldverschlechterung
So lange Geld im Wirtschaftsleben eine Rolle spielt, so lange gibt es auch das Problem der Geldwertstabilität. Dies war auch im Mittelalter nicht anders und auch zu jener Zeit lösten sich Perioden relativer Stabilität mit Perioden rascheren Wertverfalls ab. Da die Umlaufmenge des Geldes bei gleichbleibender Qualität aufgrund des knappen und teuren Rohmaterials Silber nicht beliebig hätte erhöht werden können, der expandierende Markt aber nach größeren Geldmengen verlangte und die Münzherren auf der anderen Seite auch ein großes Interesse an der Geldproduktion hatten, setzte zwangsläufig eine stetige Geldverschlechterung ein.
Die Abkehr vom "Fernhandelsdenar" und der Übergang zum "regionalen Pfennig" bedeutete an sich schon eine erhebliche Beeinträchtigung der pekuniären Verhältnisse. Mit wenigen Ausnahmen verloren die Münzen vor allem im Laufe des 13. Jahrhundert nicht nur an Gewicht, der Reinsilbergehalt verringerte sich darüber hinaus spürbar. Hinzu kam, daß die gängigen Herstellungsverfahren keine exakt gleichgewichtigen Münzen hervorbrachten. Daher wurden die überdurchschnittlich schweren Münzen von findigen Leuten oft geseigert, d. h. ausgesondert und mit Gewinn eingeschmolzen, was nicht unerheblich zur Verschlechterung des Geldes beitrug.

Diagramm Dichte-Messungen geben Hinweis auf den stetig abnehmenden Silbergehalt der Naumburger Brakteaten (Messungen und Grafik D. Pörs).

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