Jakob und die Himmelsleiter
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Material:Leinwand, Ölfarbe
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Dat.:Ende 17. Jh.
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Ereignis:Gemalt von Johann Schleußner (1629-1703)
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Zugang:Altbestand
Ein Barock-Gemälde
Vielleicht erinnern sich alte Naumburger noch an dieses Bild. In den 1930er Jahren hing es im Rathaus neben der heutigen Tür zum Standesamt.
Das Gemälde zeigt(e?), wie der Titel schon sagt, eine Szene des Alten Testaments (Genesis 28,11): Jakob rastet auf der Flucht und sieht im Traum eine Leiter, auf der die Engel auf- und niedersteigen.
ABer Jacob zoch aus von BerSaba / vnd reiset gen Haran. Vnd kam an einen Ort / da bleib er vber nacht / denn die Sonne war vntergegangen / Vnd er nam einen Stein des orts / vnd legt jn zu seinen Heubten / vnd leget sich an dem selbigen Ort schlaffen. Vnd jm trewmet / Vnd sihe / eine Leiter stund auff erden / die rüret mit der spitzen an den Himel / Vnd sihe / die Engel Gottes stiegen dran auff vnd nieder. [Luther-Bibel 1545]
Nach dem Erwachen nennt Jakob den Platz Bet-El (Haus Gottes).
Das Himmelsleiter-Motiv ist nicht selten in der Kunstgeschichte. Seinen besonderen Wert für die Naumburger Stadtgeschichte erhält Schleußners Werk dadurch, dass er Jakob unverkennbar vor den Toren der Domstadt träumen und erwachen ließ. Tatsächlich hätten wir es hier mit der einzigen bekannten malerischen Darstellung Naumburgs vor dem 18. Jahrhundert zu tun, noch dazu aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Damit wäre das Bild heute von unschätzbarem historischen Wert - wenn es noch da wäre. Es ist kaum vorstellbar, dass man das imposante Gemälde einfach "entsorgt" haben könnte, als das Archiv 1971 zugunsten der Agraringenieurschule - und später der "Station junger Techniker" - das Gebäude am Kramerplatz verlassen musste. Oder verschwand es erst nach dem Umzug zum Georgenberg, wie so vieles, das dort irgendwie abhanden kam?
Die farbige Abbildung, die wir hier zeigen (Foto oben), gibt leider nicht das Original wieder. Es handelt sich vielmehr um die Reproduktion der Reproduktion einer gemalten Kopie des Frankfurter Malers Richard Enders (1894-1973), deren Verbleib ebenfalls unbekannt ist, aus dem Jahr 1959. Leider ist die gerasterte Abbildung auch nicht gut genug, um Details erkennen zu können.
Die beste Aufnahme des Originals, die wir bisher finden konnten - bezeichnenderweise unter den Objekten, die bei einem der ehemaligen Archivare polizeilich beschlagnahmt und an die Stadt zurückerstattet wurden - ist leider nur schwarzweiß und technisch eher mangelhaft. Man sieht aber immerhin, dass die Stadt sehr genau wiedergegeben war.
Für jeden kleinen Hinweis, der dazu beiträgt zu klären, was aus dem Schleußner-Gemälde geworden ist, wären wir natürlich sehr dankbar.
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