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Stadtmuseum Hohe Lilie Naumburg
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ICOMOS-Stellungnahme zum Welterbe-Antrag "Der Naumburger Dom und die Herrschaftslandschaft ..."

Vorbemerkung

Da seit dem Bekanntwerden der ICOMOS-Stellungnahme zur Naumburger Welterbe-Bewerbung in der Naumburger Öffentlichkeit einiger Diskussionsbedarf zu beobachten war, andererseits aber nur die wenigsten der Diskutanten mangels Textkenntnis wirklich wussten - und wissen - worüber sie eigentlich streiten, haben wir uns entschlossen, sowohl den englischen Originaltext der ICOMOS-Stellungnahme als auch dessen deutsche Übersetzung hier bis auf Weiteres bereitzustellen.

Der englische Text wurde über den von der Mitteldeutschen Zeitung angebotenen Link [ed.: nicht mehr aktuell] kopiert, die deutsche Übersetzung wurde von uns angefertigt.

Zur Übersetzung ist zu sagen, dass diese schnell und nebenbei angefertigt wurde, also keinerlei Ansprüche auf literaische Qualität erhebt.

- Der Text ist nicht korrigiert.

- Die Übersetzung ist nicht vollständig. Die Passagen gegen Ende, die sich im Wesentlichen mit den administrativen Fragen beschäftigen (Management, Monitoring etc.), haben wir übersprungen, das sie wenig zur grundsätzlichen Diskussion der Sinnhaftigkeit des Welterbeprojektes beitragen.

- Die Übersetzung ist von keiner offiziellen Stelle authorisiert, sie stellt also lediglich eine Hilfe bei der Lektüre des englischen Originaltextes dar, mehr nicht.

- Einige Begriffe des Originaltextes sind schwer zu übersetzen, so z. B. das vielgenannte "property", das in offiziellen Dokumenten immer als "Gut" übersetzt wird, was sich aber im Deutschen seltsam anhört und für Leser, die nicht mit dem UNESCO-Jargon vertraut sind, kaum verständlich erscheint. Wir haben uns daher entschlossen, "property" meist mit "Antragsgebiet" zu übersetzen, obwohl wir uns im Klaren sind, dass damit eine etwas schiefe Interpretation verbunden ist, die "property" zu sehr als geographischen Begriff und nicht umfassend genug als "Kulturgut" versteht. Alles in Allem bitten wir zu berücksichtigen, dass wir ledigllich eine Lesehilfe bieten wollen und dass im Zweifelsfall der englische Text zur Verständnis herangezogen werden muss (obwohl auch dieser nicht immer ganz klar erscheint).

Sollten krasse Missinterpretationen auffallen, bitten wir uns zu benachrichtigen. Der Welterbeverein hat gleichzeitig von einem professionellen Übersetzungsbüro eine Übertragung anfertigen lassen. Wir konnten diese auch kurz vergleichen, zu einem intensiven Abgleich fehlt uns aber leider die Zeit. Unser Eindruck war, dass die beiden Versionen weitestgehen übereinstimmen, in einzelnen Fällen ist wohl mal die eine, mal die andere zutreffender. Was die wesentlichen Aussagen des Textes angeht, erscheinen die Unterschiede aber unerheblich.

S. Wagner, 26. 5. 2015

 

The Naumburg Cathedral and the Landscape of the Rivers Saale and Unstrut

(Federal Republic of Germany)

No 1470

Der Naumburger Dom und die Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut (Bundesrepublik Deutschland)

Nr. 1470

Official name as proposed by the State Party

The Naumburg Cathedral and the Landscape of the Rivers Saale and Unstrut - Territories of Power in the High Middle Ages

Offizieller Name wie vom Vertragsstaat vorgeschlagen:

Der Naumburger Dom und hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut

Location

State of Saxony - Anhalt, Burgenland District Federal Republic of Germany

Lage

Land Sachsen-Anhalt, Burgenlandkreis, Bundesrepublik Deutschland

Brief description

Located in the eastern part of the Thuringian Basin, the Naumburg Cathedral and the Landscape of the Rivers Saale and Unstrut revolves around the confluence of the Unstrut with the Saale rivers and around the towns of Naumburg and Freyburg. The area today exhibits a tranquil contemporary country character, partially touched by modernity in the form of energy and communication infrastructure, new residential or productive areas. Evidence of the medieval past of the region survive in religious and defensive structures, relict stretches of ancient routes, remains of hydraulic arrangements, buried traces of agrarian land organization and land use forms, toponyms.

Kurzbeschreibung

Der Naumburger Dom und die Landschaft der Saale und Unstrut finden sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens, um den Zusammenfluss von Saale und Unstrut und um die Städte Naumburg und Freyburg. Das Gebiet hat heute einen ruhigen, ländlichen Charakter, von der Moderne nur strichweise gezeichnet duch Energie- und Kommunikationsinfrastruktur sowie Wohn und Gewerbegebiete. Zeugnisse der mittelalterlichen Vergangenheit sind überliefert in Form von Sakral- und Wehrbauten, Reste alter Straßen, Überbleibsel von Wasserbauten, unter der Oberfläche Spuren der Agrarorganisation und der Landnutzung sowie Flurnamen.

Category of property

In terms of categories of cultural property set out in Article 1 of the 1972 World Heritage Convention of 1972, this is a site.

In terms of the Operational Guidelines for the Implementation of the World Heritage Convention (July 2013) paragraph 47, it has also been nominated as a cultural landscape.

Kategorie des Gutes

Nach den Kategorien kultureller Eigenschaften, wie sie im Artikel 1 der Welterbekonvention von 1972 beschrieben sind, ist dies eine „Stätte" (site).

Nach den Durchführungsbestimmungen für die Welterbekonvention (Juli 2013), Absatz 47, wurde das Gut auch als „Kulturlandschaft“ nominiert.

1 Basic data

1. Grunddaten

Included in the Tentative List

20 September 1999

International Assistance from the World Heritage Fund for preparing the Nomination

None

Date received by the World Heritage Centre

23 January 2014

Background

This is a new nomination.

Eintragung in die Tentativliste

20. September 1999

Internationale Unterstützung durch den Welterbe-Fonds zur Vorbereitung der Nominierung

keine

Datum des Eingangs beim Welterbezentrum

23. Januar 2014

Hintergrund

Dies ist eine neue Nominierung.

Consultations

ICOMOS consulted its International Scientific Committee on Cultural Landscapes and several independent experts.

Beratung

ICOMOS zog sein internationales wissenschaftliches Komitee für Kulturlandschaften und mehrere unabhängige Experten heran.

Technical Evaluation Mission

An ICOMOS technical evaluation mission visited the property from 18 to 21 September 2014.

Fachliche Bewertungsmission

Eine ICOMOS Delegation zur fachlichen Bewertung besuchte das Gebiet vom 18. bis 21. September 2014.

Additional information received by ICOMOS

ICOMOS has received a variety of additional information concerning the property.

On 28 July 2014, ICOMOS received from the World Heritage Centre a letter sent by a German NGO (Verein Rettet das Saaletal e.V.) concerning the planned construction of a bypass road crossing the Saale River and its probable impact on the values of the nominated property. On 10 October 2014, ICOMOS received a clarification letter from the State of Saxony-Anhalt on these issues.

Zusätzliche Informationen, die ICOMOS erreicht haben

ICOMOS hat eine Reihe weiterer Informationen zum Antragsgebiet erhalten.

Am 28. Juli 2014 erhielt ICOMOS vom Welterbezentrum einen Brief von einer deutschen NGO (Verein „Rettet das Saaletal e. V."), betreffend den Bau einer Umgehungsstraße, die damit verbundene Flusskreuzung und deren Auswirkungen auf die Werte des Antragsgebietes. Am 10. Oktober 2014 erhielt ICOMOS eine briefliche Klarstellung des Landes Sachsen-Anhalt zu diesem Sachverhalt.

A letter was sent to the State Party on 8 September 2014 requesting additional information on the rationale for the boundaries of the nominated property and of the buffer zone as well as on the concept of 'processing boundary'; the state of conservation of the heritage features related to the historic period relevant to the nomination; expansion of the comparative analysis; details on specific factors affecting the property (i.e. industrial plants and flood prone areas); the structure and finalisation of the Cultural Landscape Framework plan; the organisation of the additional mapping; the Fördverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V.; details of ownership; details on the Saale valley bridge project and on its possible impacts; as well as additional thematic mapping. The State Party responded on 27 October 2014 providing the requested additional information.

The information received from these exchanges has been incorporated into the relevant sections of this evaluation report.

Am 8. September ging dem Vertragsstaat eine briefliche Anfrage zu nach weiteren Informationen zur Begründung der Grenzen des Antragsgebietes und der Pufferzone, sowie zum Konzept der „processing Grenzen"; dem konservatorischen Zustand der Denkmale, die zur antragsrelevanten Periode (dem Hochmittelalter) in Beziehung stehen; einer Ausweitung der vergleichenden Analyse; Einzelheiten zu spezifischen Faktoren, die das Antragsgebiet beeinflussen (d. h., Industrieanlagen und Überflutungszonen); Struktur und Abschluss des Kulturlandschaftskatasters; die Organisation zusätzlicher Kartographie; den Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e. V.; Einzelheiten zu den Eigentumsverhältnissen; Einzelheiten zum Projekt der Saalebrücke und ihren möglichen Auswirkungen; darüber hinaus die Anfertigung von Themenspezifischen Karten. Der Vertragsstaat antwortete am 27. Oktober 2014 und stellte die angefragten Zusatzinformationen bereit.

Die auf diesem Wege erlangten Informationen wurden in die einschlägigen Abschnitte dieses Evaluationsberichtes aufgenommen.

On 16 January 2015, ICOMOS has sent a letter to the State Party informing that that the property does not fulfil the requirements set out in the Operational Guidelines for the implementation of the World Heritage Convention, and therefore ICOMOS will recommend to the World Heritage Committee that the property be not inscribed on the World Heritage List.

Upon State Party's proposal, and in the spirit of reinforcing the dialogue between ICOMOS and States Parties, a video conference was organised on 4 February 2015 in which ICOMOS' and State Party's representatives participate, with the aim of further explaining the motivations that led the World Heritage ICOMOS Panel to formulate the ICOMOS negative recommendation.

Am 16 Januar 2015 hat ICOMOS dem Vertragsstaat brieflich mitgeteilt, dass das das Antragsgebiet die Anforderungen, wie sie in den Durchführungsrichtlinien zur Umsetzung der Welterbekonvention beschrieben sind, nicht erfüllt und ICOMOS dem Welterbekomitte empfehlen wird, das Antragsgebiet nicht in die Welterbeliste einzutragen Auf Vorschlag des Vertragsstaates und im Sinne der Beförderung des Dialogs zwischen ICOMOS und der beantragenden Staaten, wurde für den 4. Februar eine Video-Konferenz organisiert, an der Repräsentanten von ICOMOS und des Vertragsstaates teilnahmen, mit dem Ziel, die Beweggründe, die den ICOMOS Welterbe-Ausschuss bewogen haben, die negative ICOMOS-Empfehlung zu formulieren, ausführlicher zu erklären..

On 18 February 2015 the Förderverein Wlterbe an Saale und Unstrut e.V. sent a letter to ICOMOS in which the nomination arguments were reiterated.

Date of ICOMOS approval of this report

12 March 2015

Am 18. Februar sandte der Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e. V. einen Brief an ICOMOS, in dem die Nominierungsbegründung abermals wiederholt wurde.

Datum der Bestätigung dieses Berichts durch ICOMOS:

12. März 2015.

2 The property Description

The nominated property is located in the eastern part of the Thuringian Basin, and encompasses the area surrounding the confluence of the Unstrut river with the Saale. The changing courses of these two rivers have shaped the rolling plateau and the soft valleys of glacial origins of the area, mainly constituted of mottled sandstone and shell limestone, further covered by thick deposits of loess on the plateau and alluvial clay in the valleys.

2. Das Antragsgebiet („Das Gut“)

Beschreibung

Das nominierte Gebiet befindet sich im östlichen Teil des Thüringer Beckens und umfasst das Gebiet um den Zusammenfluss der Unstrut mit der Saale. Die veränderlichen Läufe dieser beiden Flüsse haben das hügelige Plateau des Gebietes und dessen sanfte Täler eiszeitlichen Ursprungs geformt. Es besteht im wesentlichen aus Buntsandstein und Muschelkalk, mit dicken Ablagerungen von Löss auf dem Plateau und Alluvialböden in den Niederungen.

The nominated landscape exhibits a tranquil contemporary rural character comprised of cultivated fields interspersed with woods and forests concentrated in areas less suitable for agriculture, with a number of villages and hamlets; some terraced vineyards survive on the steeper slopes along the River Saale. The area also includes industrial and modern residential areas in larger villages and towns, still active quarries, fast roads, railways and communication and energy distribution infrastructure.

Die nominierte Landschaft zeigt einen ruhigen, zeitgemäß-ländlichen Charakter mit Dörfern und Weilern. Sie besteht aus bewirtschafteten Feldern und eingestreuten Gehölzen und Wäldern, wo der Boden für die Landwirtschaft weniger geeignet ist. Einige terrassierte Weinberge sind an den steileren Hängen der Saale erhalten geblieben. Das Gebiet schließt ebenfalls Gewerbegebiete und moderne Wohngebiete in größeren Dörfern und Städten ein, dazu noch in Betrieb befindliche Steinbrüche, Schnellstraßen, Eisenbahnen und Kommunikations- und Energieversorgungs-Infrastruktur.

The area was crossed by important routes of communication: the main ones are the Via Regia, connecting western to Eastern Europe, and the route linking northern Italy to the Elbe Region via Regensburg and known alternatively as Regensburger, Nürnberger or Franken Strasse. Traces of these trade routes can still be detected within the nominated property in the form of raised or sunken road stretches (e.g. near Flemmingen) or in the persistence of certain routes (e.g. along the Saale River), and written records or topographic evidences of fords, river crossings or, more rarely, of bridges controlled by monasteries (e.g. Wenzerdorfer Brücke).

Das Gebiet wurde früher durch wichtige Verkehrswege durchzogen: Deren wichtigste waren die Via Regia, die West- und Osteuropa verband, und die Route, die Norditalien mit der Elberegion über Regensburg in Verbindung brachte, bekannt als Regensburger, Nürnberger oder Frankenstrasse. Spuren dieser Handelswege können im Antragsgebiet noch immer gefunden werden in Form von erhöhten Wegen und Hohlwegen, in der Beibehaltung gewisser Straßenverläufe (z. B. entlang der Saale) und in schriftlichen Quellen oder topographischen Befunden wie Furten, Flußquerungen, oder, seltener, Brücken unter klösterlicher Kontrolle (z. B. Wenzendorfer Brücke).

Most of the high-medieval layout of the landscape, former land uses and features (such as fords, fortifications, walls, enclosures, farmland parcels, pasturelands, water management systems/structures, quarries and stone pits) is represented by toponyms that are documented in detail in the nomination dossier; while others have been traced through field or laser-scan surveys. In only a relatively few cases their remains persist as tangible and visible evidence, i.e., in settlement layouts, terraced fields, bridges (usually of later periods): i.e., terraced systems survive at Igelsberg Hill near Goseck, while field plot structures have been detected through laser scanning in the forests in the Rödel area and south of Schulpforte. Ancient evidence of terraced vineyards can still be well recognised in limited areas, as the Schweigenberge vineyard, or at Klöppelberg. Other vineyards persist from these periods, however, their current configuration dates to the early modern age or late 19th century. In most cases, following the plagues that hit European vines in the 19th and 20th centuries, former farming patterns were largely replaced by wider plots where new vines were planted. Enlargement of cultivated plots also occurred for other crops and today the size of the fields has been mainly adapted to mechanised farming.

Der größte Teil der hochmittelalterlichen Landschaftsgestaltung, des früheren Landgebrauchs, von Bauwerken und anderen Merkmalen (wie Furten, Befestigungen, Wällen, Einfriedungen, Hofparzellen, Weideland, Wasserhaltungssystemen bzw. -Bauten, Steinbrüchen und -Gruben) wird durch Flurnamen repräsentiert, die im Antrag ausführlich dokumentiert sind, während andere durch Laserscan-Erfassungen aufgespürt wurden. In nur relativ wenigen Fällen sind deren Überreste als greif- und sichtbare Nachweise erhalten geblieben, d. h., Terrassensysteme gibt es noch am Igelsberg bei Goseck, während Feldstrukturen durch Laserscanning im Wald des Rödel südlich von Schulpforte nachgewiesen wurden. Nachweise alter terrassierter Weinberge können in abgegrenzten Gebieten noch gut beobachtet werden, wie am Schweigenberg oder am Klöppelberg. Weitere Weinberge haben aus dieser Zeit überdauert, aber ihre gegenwärtige Gestalt stammt aus der frühen Neuzeit oder aus dem späten 19. Jh. In den meisten Fällen wurden, in Folge der Rebkrankheiten, die Europa im 19. und 20 Jh. heimgesucht haben, frühere Anbaumuster durch erweiterte Anbauflächen ersetzt und neue Rebsorten wurden gepflanzt. Die Vergrößerung der Flurstücke wurde auch für andere Nutzpflanzen vollzogen und heute ist die Feldgröße zumeist an die Erfordernisse der mechanisierten Landwirtschaft angepasst.

Hydraulic arrangements and water supply systems established since the 11th century AD are documented through written records and toponyms but also, in limited cases, by material traces, such as the village ponds in Grosswilsdorf (in the nominated property) and in Punschrau (in the buffer zone). The Kleine Saale River, a 10km-long artificial channel built in the 13th century to supply water to the Cistercian monastery of Schulpforte, is perhaps one of the most important features related to water management and is documented to have driven eight mills. Many mills still exist in the area and some may have historical links with medieval structures in terms of location or names.

Wasserbauanlagen und Wasserversorgungssysteme, die seit dem 11. Jh. eingerichtet wurden, werden durch Flurnamen nachgewiesen, aber auch, in begrenztem Ausmaß, durch materielle Spuren, wie beispielsweise die Dorfweiher in Großwilsdorf (im Antragsgebiet) und in Punschrau (in der Pufferzone). Die kleine Saale, ein 10 km langer künstlicher Kanal, der im 13. Jh. angelegt wurde, um das Zisterzienserkloster Schulpforte mit Wasser zu versorgen, ist vielleicht eines der wichtigsten Zeugnisse im Kontext des Wasser-Managements, zumal nachgewiesen wurde, dass sie acht Mühlen angetrieben hat. Im Gebiet existieren noch immer etliche Mühlen und einige davon mögen in direkter Verbindung stehen zu mittelalterlichen Bauwerken im Hinblick auf Örtlichkeit und Namen.

The pattern of the settlements in the area is shaped by geographic conditions, including the presence and confluence of the Saale and Unstrut Rivers, or the limestone plateau. Settlement distribution was also determined by communication routes, in particular the

intersection of the Via Regia and the Regensburger Strasse, with its important market place, around which Naumburg developed and thrived.

Das Siedlungsmuster des Gebietes ist durch die geographischen Voraussetzungen geformt, darunter die Flüsse Saale und Unstrut und deren Zusammenfluss oder das Muschelkalkplateau. Die Verteilung der Siedlungen war ebenfalls bedingt durch den Verlauf der Kommunikationswege, insbesondere die Kreuzung der Via Regia und der Regensburger Straße mit dem wichtigen Markt, um den herum Naumburg sich entwickelte und erblühte.

Only four castles, built in the period relevant to the nomination, still contain structures from the 12th-13th centuries: Neuenburg Castle in Freyburg, built on the eastern bank of the Unstrut River, was expanded and modified in subsequent phases and forms today a rather large complex; Saaleck Castle contains two towers and portions of ring and curtain walls from the 13th century; and, Rudelsburg Castle, built on a limestone cliff facing the Saaleck Castle and overlooking the Saale Valley, was later enlarged and modified; Schönburg Castle, built along the Saale River not far from Naumburg, retains its original layout and some elements, such as the keep from the 13th century.

Goseck Castle, on the other hand, was substantially remodelled into a monastery very early and further again into a castle, so that no structure from the High Middle Age survives.

Nur vier Burgen, die in der für die Bewerbung relevanten Periode errichtet wurden, weisen noch immer Bauteile des 12. und 13. Jh. auf: die Neuenburg in Freyburg, über dem Ostufer der Unstrut, wurde in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen erweitert und umgebaut und bildet heute einen ziemlich umfangreichen Komplex; die Burg Saaleck weist zwei Türme auf und Teile von Ring- und Mantelmauer des 13. Jh; die Rudelsburg, auf einem Kalkfelsen gegenüber der Saaleck über dem Saaletal, wurde später erweitert und verändert; die Schönburg, an der Saale unweit von Naumburg errichtet, weist noch ihren originalen Grundriss auf und einige Teile wie den Bergfried aus dem 13. Jh.

Die Burg Goseck andererseits wurde schon früh zum Kloster umgebaut und schließlich wieder zum Schloss, so dass keine Strukturen des Hochmittelalters überdauert haben.

Monastic complexes were also numerous and a few still survive, although they have been modified through the centuries. One of the most relevant is the Cistercian Monastery of Pforta, where only a few structures dating back to the High Middle Ages persist in their materiality, including the impressive minster, erected between 1251 and 1268 AD using the Naumburg Cathedral as a reference model. Another monastic ensemble is the Benedictine nun convent in Zscheiplitz, with its 13th century minster, architectural details of which parallel those in Naumburg Cathedral.

Klosteranlagen gab es ebenfalls einige und einige wenige haben sich erhalten, obwohl sie im Lauf der Jahrhunderte verändert wurden. Eine der [in diesem Zusammenhang] bedeutendsten ist das Zisterzienserkloster Pforta, wo nur wenige Bauteile aus dem Hochmittelalter erhalten sind, darunter die eindrucksvolle Klosterkirche, die zwischen 1251 und 1268 nach dem Vorbild des Naumburger Domes errichtet wurde. Ein weiteres Klosterensemble ist der Benediktinerinnenkonvent in Zscheiplitz mit seiner Kirche aus dem 13. Jh., die architektonische Details mit Anklängen an den Naumburger Dom aufweist.

Naumburg and Freyburg are the two major towns within the nominated property. Although founded within the same period, they exhibit differences in urban layout and spatial organisation, Naumburg being an example of Ottonian bishopric and Freyburg an imperial commercial centre of new foundation.

Naumburg und Freyburg sind die beiden Hauptorte des Antragsgebietes. Obwohl sie im selben Zeitraum gegründet wurden, zeigen sie Unterschiede in der Stadtanlage und in der räumlichen Organisation. Naumburg ist ein Beispiel für einen ottonischen Bischofssitz, während Freyburg eine neuartige Gründungsstadt mit der Funktion eines zentralen Handelsortes ist.

Naumburg is the major centre within the nominated property. The town grew at the intersection between the Via Regia and the Regensburger Strasse, a strategic point for commerce and exchanges. Initially the religious, military and trade-related settlements were separate fortified entities. This layout would be still legible in the street network, despite the subsequent modifications to the urban fabric. However, not much survives from the High Middle Ages beyond the cathedral and the religious architecture: only the Haus zu Hohen Lilien preserves, under the layers of subsequent modifications, the walls of a romanesque tower and portions of the town fortifications and gates date back to the 14th-15th century.

Naumburg bildet das Zentrum des Antragsgebietes. Die Stadt entwickelte sich an der Kreuzung der Via Regia und der Regensburger Straße, einem strategischen Punkt für den Handel und den Austausch von Waren. Ursprünglich waren der Sakralbezirk, Schutzburg und Handelsstadt getrennte, befestigte Gebilde. Diese Struktur wäre aus dem Stadtplan noch immer ablesbar, ungeachtet der fortlaufenden Veränderungen der Stadt. Es hat jedoch kaum etwas aus dem Hochmittelalter die Zeiten überdauert, abgesehen vom Dom und der Sakralarchitektur: einzig das Haus zur Hohen Lilie besitzt unter den Schichten fortwährender Modifikationen noch die Wände eines romanischen Turmes und Teile der Stadtbefestigung stammen noch aus dem 14.-15. Jh.

Freyburg was a newly founded fortified town, with a regular layout and grid-based road network with the market place at its centre, dating back to the Romanesque period. Later in the Middle Ages, Freyburg was subdivided into four quarters. Evidence of the building layout can be gained from the analysis of building cellars. Expansion of the town outside its walls started as early as the beginning of the 15th century. Remains of buildings from the 11th-13th centuries are very limited and consist mainly of vestiges incorporated in cellar walls. The town walls and gates mainly date to the 14th-15th centuriesg.

Freyburg war eine Neugründung mit regelmäßigem Grundriss, einem rechtwinkligen Straßenraster und einem zentralen Marktplatz aus romanischer Zeit. Im Verlauf des Mittelalters wurde Freyburg in vier Quartiere unterteilt. Nachweise der Bebauung können aus Kelleruntersuchungen gewonnen werden.

Die Ausdehnung der Stadt über die Mauern hinweg begann bereits zu Beginn des 15. Jh. Überreste der Gebäude des 11.-13. Jh. sind sehr selten und bestehen hauptsächlich aus Mauerresten/Spolien in Kellerwänden.

Die Stadtbefestigung und deren Tore stammen im Wesentlichen aus dem 14.-15. Jh.

Some surviving examples of typical blind alley settlement forms are said to date to prior to the High Middle Ages; these are complemented by linear and radial settlement forms (Grosswilsdorf, Punshrau is in the buffer zone), apparently evolved from blind alley layouts.

Einige überkommene Beispiele typischer Angerdorf-Formen [ Rundlinge?] sollen schon vor dem Hochmittelalter entstanden sein; diese werden ergänzt durch lineare und radial angelegte Siedlungsformen (Großwilsdorf, Punschrau in der Pufferzone), die sich offensichlich aus Angerdörfern entwickelt haben.

Several churches survive within the area and the most important is the Naumburg Cathedral. It is a double-choir church erected in late Romanesque-Gothic period. From the relevant period for the nomination it conserves the crypt, the choir, the three-bay transept with its portal, the choir screens and, more importantly, the 13th century glass paintings and the sculptures of the founders, associated with the workshop known as Naumburg Master, which operated in Northern France, Iberian Peninsula (Burgos) and in Mainz, Meissen and

Naumburg. The Cathedral complex included two enclosures, only the southern of which still survives, St. Mary Church and the chapels of St. Nicholas and of the Three Kings; the former immunity precinct can only be reconstructed through historical records and the structure of cadastral parcels, although the bishop's and the capitular curiae still exist.

Etliche Kirchen überdauerten im Gebiet, deren wichtigste der Naumburger Dom ist , eine Doppelchorkirche aus der spätromanisch-gotischen Zeit. Aus der für den Antrag relevanten Periode stammt die Krypta, der Chor, das dreijochige Querhaus mit seinem Portal und die Lettner. Bedeutender sind die bemalten Glasfenster und die Stifterfiguren aus dem 13. Jh., die jener Werkstatt zugeordnet werden, die unter dem Namen "Naumburger Meister" bekannt ist und in Nordfrankreich, auf der iberischen Halbinsel (Burgos) und in Mainz, Meissen und Naumburg gearbeitet hat. Der Domkomplex umfasste zwei Klausuren - aber nur deren südlich ist erhalten -, die Marienkirche, die Nikolaus- und die Dreikönigskapelle.

Der ehemalige Immunitätsbezirk kann nur über Archivquellen und die Parzellenstruktur rekonstruiert werden, obwohl die Bischofs- und die Domherrenkurien noch existieren.

Other important churches are the minster of the Benedictines in Goseck, and the minster of St. Maurice's monastery of the Augustinian canons, which was remodelled into gothic forms in the 15th century. These bear witness to the influence of the Naumburg Cathedral and also of the role played by convents in the area.

Weitere wichtige Kirchen sind die Kirche des Benediktinerklosters Goseck und die Kirche des Moritzklosters (Augustiner-Chorherren), die im 15. Jh. gotisiert wurde. Diese zeugen vom Einfluss des Naumburger Domes und von der Rolle der Klöster in der Gegend.

The buffer zone is formed by six separate areas exhibiting similar landscape and settlement features as the nominated property.

Die Pufferzone beseht aus sechs separaten Zonen, die ähnliche Landschafts- und Siedlungsformen aufweisen wie das Antragsgebiet.

History and development

Advantageous climatic conditions - with mild winters and warm summers - favoured permanent human occupation since the Stone Age, which continued through the Neolithic and Bronze Ages. Geographic location and geomorphologic features made this region a crossroads through central Europe, thus strengthening its permanent settlement and attracting populations from different areas.

Geschichte und Entwicklung

Vorteilhafte klimatische Bedingungen - milde Winter und warme Sommer - förderten die ständige menschliche Besiedlung seit der Steinzeit, fortgesetzt durch das Neolithikum und die Bronzezeit. Die geographische Lage und geomorphologische Merkmale machten die Region zu einem Kreuzungspunkt für Mitteleuropa, was die Besiedlung unterstützte und für Zuwanderer aus anderen Gegenden sorgte.

In the early Middle Ages (5th century AD) the expansion policy of the Merovingians succeeded in subduing the Thuringian kingdom. The local population was forcibly resettled elsewhere in the Frankish empire and substituted by Frisians, Angles and Hessians.

In this period, fluxes of populations from the east - Avars, but also Slav Sorbs - prevented the Merovingians from expanding further eastwards. The area was a border land between the Franks, the Sorbs and the Saxons.

Im frühen Mittelalter (5. Jh.) unterwarf die Expansionspolitik der Merowinger erfolgreich das Thüringerreich. Die Bewohner des Landes wurden unter Zwang in andere Gebiete des Frankenreichs umgesiedelt und durch Friesen, Angeln und Hessen ersetzt.

In dieser Zeit hinderten Bevölkerungsströme aus dem Osten (Avaren, aber auch slavische Sorben) die weitere Ostexpansion der Merowinger. Das Gebiet war Grenzland zwischen Franken, Sorben und Sachsen.

In the following centuries, Sorbs and Saxons were both subdued by the Franks, and integration through Christianisation occurred by means of the policy of the imperial monasteries of Fulda and Hersfeld.

In den folgenden Jahrhunderten wurden sowohl Sorben als auch Sachsen von den Franken unterworfen und die Integration ins Frankenreich erfolgte mit Hilfe der Reichsabteien Fulda und Hersfeld.

The town of Naumburg developed by the Saale River, not far from the Unstrut River confluence. It became a bishop's seat after this was moved from Zeitz as early as 1030 due to the conjoined Ekkehardines' and Emperor Konrad II's efforts, and an important market place, thanks to the bishops' active policy. Naumburg already had the status of civitas at that time and was granted free trade privileges which encouraged settlement from nearby villages and towns. The family or kinship ties of the bishops with kings and emperors from the Salian and Hohenstaufen dynasties contributed to Naumburg thriving as a centre of commerce and an as imperial outpost for Christian civilisation of eastern European regions.

An der Saale, nicht weit vom Zufluss der Unstrut, entwickelte sich Naumburg. Die Stadt wurde Bischofssitz, als dieser 1030 als Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen der Ekkehardinger und Kaiser Konrad II. von Zeitz hierher verlegt wurde und ein wichtiger Marktplatz, dank der aktiven Politik des Bischofs.

Naumburg hatte zu dieser Zeit bereits den Status einer civitas und erhielt Freihandelsprivilegien, die den Zuzug aus Dörfern und Städten der Gegend beförderten.

Familien- und Sippenbeziehungen zwischen den Bischöfen und Königen und Kaisern der Salier und Staufer trugen zur Blüte Naumburgs als Handelszentrum und Außenposten des Reichs zur Christianisierung Osteuropas bei.

Freyburg was founded by the Unstrut River as an 'Einlager' place where residence was compulsory until debts were paid. The appellation of civitas was used for Freyburg in a deed dating back to 1261 AD and its legal unity with the Naumburger Castle was stated since 1292 AD.

Freyburg an der Unstrut wurde als "Einlager"-Ort gegründet, wo sich Schuldner einfinden und verweilen mussten, bis ihre Schuld getilgt war. Die Bezeichnung civitas wurde für Freyburg in einer Urkunde von 1261 verwandt und die rechtliche Zugehörigkeit zur Naumburger Burg (zur Neuenburg?) wurde seit 1292 belegt.

In the early 12th century, the region, as well as the rest of Europe, experienced the flourishing of agriculture and settlement. Due to an active policy undertaken by the Bishop of Naumburg, who wished to spread the presence of the Cistercian order in the region, Flemish peasants were encouraged through privilege offers to resettle in the Saale-Unstrut region. The peculiar structure of the village of Flemmingen is related to this period.

Während des 12. Jh. erfuhr die Region - genauso wie der Rest Europas - eine Blüte der Landwirtschaft und der Besiedlung. Durch aktive Maßnahmen, unternommen vom Naumburger Bischof, der die Ausbreitung des Zisterzienserordens in der Region fördern wollte, wurden flämische Bauern durch die Gewährung von Privilegien ermuntert in die Saale-Untrut-Region umzusiedeln.

Die eigentümliche Struktur des Dorfes Flemmingen entstammt dieser Periode.

The foundation of the Cistercian monastery of Pforte in 1137-1138 was also an important turning point for the colonisation and shaping of the territory. The monastery pursued a policy of land acquisition and control by establishing granges and boosted the economy of the area. It is in this context that the artificial canal to be named Kleine Saale was built.

To stabilise their control over the region, Naumburg bishops erected Schönburg and Rudelsburg castles to be permanently occupied by castellans.

Die Gründung des Zisterzienserklosters Pforte 1137-38 stellte auch einen Wendepunkt für die Kolonisierung und Gestaltung des Territoriums dar.

Das Kloster verfolgte eine Strategie der Landerwerbung und -Kontrolle durch die Einrichtung von Grangien (Außenwirtschaften) und förderte die Wirtschaft des Gebietes. Es ist dieser Kontext, in dem der unter dem Namen „Kleine Saale“ benannte Kanal gebaut wurde.

Zur Stabilisierung der Herrschaft über die Region errichteten die Naumburger Bischöfe die Schönburg und die Rudelsburg, die dauerhaft von Burgvögten bewohnt werden sollten.

The 12th and 13th centuries saw alternating control over the region by the Counts Palatine of Saxony, and the Ludowingers, whose increasingly important status was reflected by castle construction, patronage of the arts and church foundations.

Das 12. und 13. Jh. sah abwechselnde Herrschaft über die Region durch die Pfalzgrafen von Sachsen und die Ludowinger, deren zunehmend wichtige Stellung sich im Burgenbau, in der Kunstförderung und in Kirchenstiftungen manifestierte.

The region then came under the control of the Wettin family, where it remained until 1815. It was with the Wettins that the Naumburg Cathedral was founded and that lost its condition as a frontier land, as this dynasty provided long-lasting stability in the wider central German region.

Die Region kam dann unter die Herrschaft der Wettiner, wo sie bis 1815 verblieb. Unter den Wettiner wurde der Naumburger Dom gegründet und das Gebiet verlor seinen Grenzlandstatus, da dieses Herrscherhaus dem weiteren mitteldeutschen Raum andauernde Stabilität brachte.

The advent of the Reformation brought major changes in the region: the Catholic convents and monasteries were suppressed and their possessions came into the hands of private tenants. Only the Naumburg Cathedral chapter saw its property rights substantially untouched. The city of Naumburg grew in importance until the 17th century, when the thirty-year war devastated the region.

Der Anbruch der Reformation brachte wesentliche Veränderungen für die Region: die katholischen Klöster und Stifte wurden aufgehoben und ihre Besitzungen kamen in die Hände privater Pächter. Lediglich das Naumburger Domkapitel sah seine Besitzrechte im Wesentlichen unberührt. Die Stadt Naumburg gewann an Bedeutung bis ins 17. Jh., als der 30-jährige Krieg die Region zugrunde richtete.

In the 18th century Naumburg and its region experienced local economic revitalisation, due to vine-growing and salt extraction in Kösen.

With the Edict of 1807, Prussia freed peasants as a first step to modernise the country and, following the Congress of Vienna (1814 - 1815), Saxony was forced to cede territories to the Prussian King and the area became part of Prussia. The Pforte monastery which had already been converted to a school after the Reformation, was again turned back into a high school. The opening of the railway lines Frankfurt-Dresden and Munich-Berlin confirmed the vocation of the area as a crossroads.

Im 18. Jh. erfuhren Naumburg und sein Umland eine wirtschaftliche Wiederbelebung aufgrund des Weinanbaus und der Salzgewinnung in Kösen.

Mit dem Edikt von 1807 befreite Preußen die Bauern und tat damit einen ersten Schritt zur Modernisierung des Landes. In der Folge des Wiener Kongresses 1814-15 wurde Sachsen zur Abgabe von Landesteilen an den Preußenkönig gezwungen und so wurde das Antragsgebiet preußisch.

Das Kloster Pforte, das bereits nach der Reformation als Schule umgenutzt worden war, wurde abermals [?] in ein Gymnasium umgewandelt. Die Eröffnung der Bahnstrecken Frankfurt-Dresden und München-Berlin bestärkte die Position des Gebietes als Kreuzungspunkt.

Naumburg became an administrative centre of regional importance and, despite the efforts to attract industries, it developed an image of an ideal place for retreat, which is also demonstrated by some built areas of the modern town.

The area was spared by war destruction in the 20th century, as well as by the transformations that occurred under the socialist regime. However, land reform and collectivisation of farmers brought major changes in the landscape mosaic, land plots were enlarged and agricultural production was organised on the base of large-scale units.

Naumburg wurde Verwaltungszentrum von regionaler Bedeutung und ungeachtet der (vergeblichen) Bemühungen, Gewerbe anzuziehen entwickelte es den Ruf, ein idealer Ort für Ruheständler zu sein, was sich auch in einigen Vierteln der modernen Stadt noch zeigt.

Von den Zerstörungen der Kriege des 20. Jh. blieb die Region weitgehend verschont, ebenso wie von den Transformationsprozessen, die sich unter dem sozialistischen Regime ereigneten. Die Landreform und die Kollektivierung der Landwirtschaft brachten jedoch wesentliche Veränderungen des Landschaftsbildes mit sich, Flurstücke wurden vergrößert und die Agrarproduktion wurde auf der Basis von Großbetrieben organisiert.

The reunification of Germany brought considerable administrative and social changes, along with systematic restoration of monuments, infrastructure modernisation and economic development, including tourism.

Die Wiedervereinigung Deutschlands war mit beträchtlichen administrativen und sozialen Veränderungen verbunden, zugleich wurden systematisch Denkmäler restauriert, die Infrastruktur modernisiert und die Wirtschaft weiter entwickelt, einschließlich des Tourismus-Sektors.

3 Justification for inscription, integrity and authenticity

Comparative analysis

The comparative analysis developed in the nomination dossier has identified as guiding elements the typology of property, that is evolving cultural landscapes, and the dynamics of its formation based on competing powers and/ or cultural differences, along with the surviving material traces of these dynamics. The State Party considers that the most appropriate geo-cultural context would be Western and Central Europe, however it also examines some properties outside Europe.

3. Rechtfertigung für die Eintragung, Integrität und Authentizität

Vergleichende Analyse

Die vergleichende Analyse, wie sie im Antrag ausgeführt ist, hat als leitende Elemente [zum einen] die Typologie der Besitzverhältnisse identifiziert, aus der sich die Kulturlandschaften entwickeln und [zum andern] die Dynamik ihrer Formation, die auf dem Widerstreit verschiedener Mächte und/oder kultureller Differenzen beruht, zusammen mit [drittens] den erhalten gebliebenen materiellen Zeugnissen dieser dynamischen Prozesse. Vom Vertragsstaat wird West- und Mitteleuropa als der geeignete Vergleichsraum angesehen, es werden aber auch Gebiete außerhalb Europas untersucht.

The analysis identifies a selection of properties articulated in four groups: the first group contains some cultural landscapes inscribed on the World Heritage List presenting similar features and analogies in historic development, the second group includes properties related to the 'theme' of power and its visible territorial influence, the third encompasses properties bearing witness of cultural exchange with border regions, while the fourth refers to 'vine landscapes'. Overall the number of properties considered is 26, out of which 5 are from Asia.

Die Analyse benennt eine Auswahl von Regionen, die in vier Gruppen gefasst werden: Die erste Gruppe enthält einige Kulturlandschaften, die bereits in die Welterbeliste eingetragen sind, denen ähniche Merkmale und analoge historische Entwicklungen zugeschrieben werden. Die zweite Gruppe schließt Regionen ein, die in Beziehung zum "Thema" der Macht und deren Einfluss auf das Territorium stehen. Die dritte Gruppe enthält Regionen, die Zeugnisse des Kulturaustausches mit Grenzgebieten aufweisen, während die vierte Gruppe sich auf Weinlandschaften bezieht. Insgesamt werden 26 Regionen berücksichtigt, davon 5 in Asien.

The nomination dossier concludes its analysis recognising that a number of properties already inscribed on the World Heritage List attest to power dynamics along border lands through their civil and religious buildings or complexes and their territorial organisation and arrangements. The nominated property however would be unique because it is a cultural landscape and because of the high concentration of features from the High Middle Ages compared to other properties where these traces have been superseded by later developments.

Der Antrag beschließt seine Analyse mit dem Eingeständnis, dass eine Reihe der in die Welterbeliste eingetragenen Gebiete bereits für das Kräftespiel der Mächte in Grenzländern steht, die sich in weltlichen und sakralen Gebäuden und Gebäudekomplexen und in der territorialen Organisation und Ordnung äußert.

Das Antragsgebiet jedoch sei einzigartig, weil es eine Kulturlandschaft bilde und wegen der hohen Konzentration von Zeugnissen des Hochmittelalters im Vergleich zu anderen Gebieten, wo diese Spuren von späteren Entwicklungen überlagert wurden.

ICOMOS requested the State Party to expand the comparative analysis to include properties not inscribed on the World Heritage List that could be relevant for the present nomination. The State Party responded by summarizing the rationale and findings of the comparative analysis contained in the nomination dossier but the analysis was not extended to include additional landscapes.

ICOMOS hat den Vertragsstaat gebeten, die vergleichende Analyse auf Gebiete zu erweitern, die noch nicht in der Welterbeliste eingetragen sind und die für die vorliegende Bewertung relevant sein könnten. Der Vertragsstaat antwortete indem man die Begründung und die Befunde der im Antrag enthaltenen vergleichenden Analyse noch einmal zusammenfasste, aber die Analyse wurde nicht um zusätzliche Landschaften erweitert.

ICOMOS also notes that, while the name of the nominated property include the Naumburg Cathedral, the comparative analysis has not dealt with this monument either in its own right or in relation to its possible role in influencing the development of the region and how this may have occurred in comparable cases.

ICOMOS stellt darüber hinaus fest, dass, während der Titel des Antrags den Naumburger Dom nennt, die Vergleichsanalyse sich nicht mit diesem Monument beschäftigt, weder als eigenständiges Objekt noch in Hinsicht auf seinen möglichen Einfluss auf die Entwicklung der Region und wie sich dies in vergleichbaren Fällen verhalten haben mag.

ICOMOS considers that the group of 'vine landscapes' (6 properties) is not particularly relevant to the present nomination, as the proposed justification for Outstanding Universal Value does not focus on this aspect of human development, even though there are some limited areas within the nominated property are dedicated to vine terrace farming. ICOMOS also considers that some compared properties may not be relevant to this nomination in terms of the socio-political and historical developments, i.e., Portovenere, Cinque Terre and the Islands (Italy, 1997 (ii) (iv) (v)), or the Serra de Tramuntana (Spain, 2011 (ii) (iv) (v)).

ICOMOS gibt zu Bedenken, dass die Gruppe der "Weinlandschaften" (6 Gebiete) für die vorliegende Bewerbung nicht von besonderem Interesse ist, da die vorgeschlagene Rechtfertigung für das Kriterium „herausragender universeller Wert“ den Hauptakzent nicht auf diesen Aspekt menschlicher Entwicklung legt, ungeachtet der Tatsache, das einige begrenzte Flächen innerhalb des Antragsgebietes dem Terrassenanbau von Weinreben gewidmet sind. ICOMOS stellt darüber hinaus fest, dass einige der verglichenen Gebiete für diesen Antrag wohl irrelevant sind im Hinblick auf sozio-politische und historische Aspekte der Entwicklung, d. h. Portovenere, Cinque Terre and the Islands (Italy, 1997 (ii) (iv) (v)), or the Serra de Tramuntana (Spain, 2011 (ii) (iv) (v)).

ICOMOS further observes that it is appropriate that the comparative analysis has not been restricted to cultural landscapes alone, and could therefore have included consideration of the Old town of Regensburg with Stadtamhof (Federal Republic of Germany, 2006 (ii), (iii) (iv)) because its cultural and historical context corresponds to that of the nominated property, and it exhibits important religious and civil architecture from the 11th to the 13th centuries AD.

Weiter stellt ICOMOS fest, dass es zutreffend ist, dass die vergleichende Analyse nicht auf Kulturlandschaften beschränkt gewesen ist und daher die Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof (Federal Republic of Germany, 2006 (ii), (iii) (iv)) hätte einschließen können, weil in diesem Fall der kulturelle und historische Kontext dem des Antragsgebietes entspricht und sich dort wichtige sakrale und profane Bauwerke des 11. bis 13. Jh. finden.

ICOMOS notes that the transboundary Fertö/Neusiedlersee Cultural Landscape (Austria and Hungary, 2001 (v)) has not been considered in the analysis, despite similarities in terms of evolution pattern based on control over settlement, cultural exchange and population migration within the same span of time (11th- 13th centuries), although architectural manifestations of this development differ substantially.

ICOMOS stellt fest, dass die grenzüberschreitende Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See (Österreich und Ungarn 2001 (v)) nicht in der Analyse berücksichtigt wurde, obwohl sich Ähnlichkeiten im Hinblick auf die durch kontrollierte Ansiedlung bewirkten Entwicklungsmuster, den Kulturaustausch und die Bevölkerungsbewegungen in derselben Zeitspanne (11.-13. Jh.) ergeben (allerdings unterscheiden sich die architektonischen Zeugnisse dieser Entwicklung erheblich).

Among World Heritage properties, one further significant point of comparison is missing: Durham Castle and Cathedral (UK, 1986 and 2008, (ii), (iv) and (vi)), which was inscribed (as a cathedral) in 1986 and extended in 2008 to embrace the castle and the cathedral within their setting. There are several points of comparison with Naumburg, most notably the important and visually striking interrelationship between secular fortification and a major cathedral, and also the architecturally experimental character of elements of the cathedral.

Unter den Welterbestätten fehlt ein weiterer signifikanter Vergleichsort: Durham Castle and Cathedral (UK, 1986 and 2008, (ii), (iv) und (vi), das (als Kathedrale) 1986 eingetragen wurde und 2008 erweitert wurde, so dass Burg und Kathedrale einbezogen wurden. Es gibt mehrere Vergleichspunkte mit Naumburg, am offensichtlichsten die wichtige und optisch auffällige Wechselbeziehung zwischen profaner Befestigungsanlage und einer bedeutenden Kathedrale, ebenso wie der experimentelle Charakter von Architekturelementen der Kathedrale.

As noted by T. Gunzelmann's expertise, included in the nomination dossier, ICOMOS observes that, taking into account the cultural diversity of the European continent, several areas within Europe exhibit similar patterns of historical, political and settlement development, where communication/trade interests, political and religious powers cooperated and/or competed in maintaining and expanding territorial control in strategic regions.

Wie T. Gunzelmann in seinem Gutachten, das dem Antrag eingefügt ist, feststellt, bemerkt auch ICOMOS, dass, wenn man die kulturelle Vielfalt Europas berücksichtigt, verschiedene europäische Regionen ähnliche Muster der historischen, politischen und siedlungsgeschichtlichen Entwicklung aufweisen, wo Handelsinteressen, politische und religiöse Mächte in der Erhaltung und Ausweitung territorialer Kontrolle in strategisch wichtigen Regionen zusammenwirkten oder konkurrierten.

Other European territories, from England to France and Italy, exhibit a similar concentration in small enough areas, of towns, monasteries, castles with seigneurial functions. The same observation can be made for the density and authenticity of medieval trans-European roads, ravines and fords testifying to the mobility of people and goods". The Via Regia and the other roads were important, but not the only ones, for importance, in Europe. Consider, for example, the net of roads linked to the road of France (Via Romea or Via Francigena) or to the Camino de Santiago.

Andere europäischen Territorien, von England bis Frankreich und Italien zeigen ähnliche Konzentrationen in ausreichend kleinen Gebieten, in Städten, Klöstern, Burgen mit Funktionen im Feudalsystem.

Dieselbe Beobachtung kann gemacht werden für die Dichte und Authentizität mittelalterlicher transeuropäischer Straßen, für Hohlen und Furten, die von der Mobilität von Menschen und Gütern Zeugnis ablegen. Die Via Regia und die anderen Straßen waren wichtig, aber im Hinblick auf ihre Bedeutung in Europa nicht einmalig. Man bedenke nur beispielsweise das Netz von Straßen, das zum "Frankenweg" führte (Via Romea oder Via Francigena) oder zum Jakobsweg (Camino de Santiago).

ICOMOS considers that the comparative analysis should have identified those frontier areas in the relevant geo- cultural region, that, in the same span of time (11 th-13th centuries AD) underwent similar historical/political patterns of territorial control as in the nominated property, and should have compared the tangible effects on the respective territories. ICOMOS notes that several other areas of this type could be identified throughout Europe, i.e. in northern Italy and in Tyrol between the Adige and the Inn valleys, the first crossed by the roman road Via Claudia Augusta, which connected northern Italy to Augsburg, and continued to be used in the Early and High Middle Ages and was equally characterised in the relevant centuries for the purpose of this comparison by unstable boundaries, imperial concessions, episcopal control, etc. Similarly, important historical events took place in this area (i.e., in Brixen in 1080 AD a synod was held, at the presence of the emperor Henry IV, during which pope Clement III was elected), and strategic establishment of bishoprics under the aegis of the imperial power granted territorial control and its reorganisation, Physically, these similarities emerge in the abundance of new market towns (Bozen, Meran, Glurns),or episcopal cities (Brixen) with their churches and cathedrals and nearby abbeys, villages founded or granted particular privileges by bishops to achieve control and territorial reorganisation( i.e., Egna - Neumarkt, Chiusa - Klausen, Brunico - Bruneck), castles, etc. Further comparable areas in Italy could be found in north western Italy, in the Susa valley, which was passed through by one of the branches of the Via Francigena and still exhibits villages, abbeys, castles, fortifications linked to the need for territorial control, in Piedmont, with the territorial organisation achieved through the foundation of the 'borghi nuovi' (new boroughs), which were granted market privileges, as a mean to acquire territorial control and attract population.

ICOMOS meint, dass die vergleichende Analyse jene Grenzregionen im relevanten geo-kulturellen Gebiet hätte identifizieren müssen, die im selben Zeitraum des 11. bis 13. Jh. ähnlichen historischen bzw. politischen Mustern territorialer Herrschaft unterworfen waren wie das Antragsgebiet und dass man die greifbaren Effekte auf diese Gebiete hätte vergleichen müssen. ICOMOS stellt fest, dass mehrere solche Gebiete in ganz Europa zu finden wären. Beispielsweise in Norditalien und Tirol, zwischen Inntal und der Etsch, die von der römischen Via Claudia Augusta gequert wird, die wiederum Norditalien mit Augsburg verband und im frühen und hohen MA kontinuierlich genutzt wurde und im Vergleich (mit dem Antragsgebiet) für die relevanten Jahrhunderte ebenfalls charakterisiert werden kann durch instabile Grenzen, kaiserliche Zugeständnisse, Bischofsherrschaft usw. Auch hier fanden wichtige historische Ereignisse statt (so wurde in Brixen 1080 im Beisein Kaiser Heinrich IV. eine Synode abgehalten, während der Papst Clement III gewählt wurde) und die strategische Gründung von Bistümern unter der Ägide der Reichskrone gewährleisteten die Territorialherrschaft und deren Reorganisation. Physisch äußern sich diese Ähnlichkeiten in der Vielzahl neuer Marktstädte (Bozen, Meran, Glurns) und Bischofsstädte (Brixen) mit ihren Kirchen und Kathedralen und nahegelegenen Klöstern, ebenso in Dörfern, die von den Bischöfen neu gegründet oder mit Prvilegien ausgestattet wurden, um Kontrolle und Reorganisation durchzusetzen (z. B. Egna/Neumarkt, Chiusa/Klausen, Brunico/Bruneck), Burgen etc. Ähnliche vergleichbare Gebiete könnten in Nordwestitalien gefunden werden, im Susa-Tal, das durch einen der Äste der Via Francigena durchzogen war und Dörfer, Klöster, Burgen und Befestigungsanlagen aufweist, die aus den Bedürfnissen der territorialen Kontrolle entsprangen. Oder in Piedmont, wo die territoriale Organisation durch die "borghi nuovi" (Neudörfer) erreicht wurde, denen Marktrechte verliehen wurden um die Territorialherrschaft zu erreichen und für Zuzug zu sorgen.

Similar pattern of territorial occupation and colonisation may be found in France, i.e., in the Aude region, near Narbonne and Carcassonne, again a frontier zone in the same relevant period, which still exhibits a high density of villages, towns, castles, abbeys and cathedrals; or in the Maconnais, in eastern France, a region of seigneurial castles, churches and monasteries (i.e. the Benedictine abbey of Cluny) as well as villages surrounded by an agrarian territory devoted to vineyards.

Ähnliche Muster der territorialer Aneignung und Kolonisation können in Frankreich gefunden werden, in der Aude-Region bei Narbonne und Carcassonne, abermals eine Grenzregion in der relevanten Periode, die noch immer eine hohe Dichte von Dörfern, Städten, Burgen, Klöstern und Kathedralen aufweist. Oder im Maconnais in Ostfrankreich, einer Region mit Feudalsitzen, Kirchen und Klöstern (z. B. das Benediktinerkloster Cluny) und Dörfern die von Weinbergen umgeben sind.

Also in the United Kingdom the Kent region, particularly near Canterbury and Rochester, exhibits the physical features of a 'territory of competing powers', where abundance of castles, abbeys, priories, manors, historical roads from the High Middle Ages still witness this history; or in Surrey,

All these areas share remarkable similarities with the nominated property in terms of historic, socio-economic, geographic and political dynamics and related tangible witnesses.

Auch im britischen Kent, insbesondere um Canterbury und Rochester (oder auch in Surrey), zeigen sich die physischen Zeichen eines Territoriums konkurrierender Mächte, wo eine Vielzahl von Burgen, Klöstern, Herrenhäusern, historischer Straßen aus dem Hochmittelalter diesen geschichtlichen Abschnitt repräsentiert .

Alle diese Gebiete teilen bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit dem Antragsgebiet im Sinne ihrer historischen, sozio-ökonomischen, geographischen und politischen Dynamik und damit verbundener physischer Zeugnisse.

ICOMOS observes that the nominated property - as much as other comparable examples - has also undergone subsequent transformations that are documented in detail in the dossier, therefore it does not differ from many other similar properties that thrived in the High Middle Ages but were then modified along the centuries by conflicts, historical upheavals, abandonment, socio -economic transformations.

ICOMOS nimmt zur Kenntnis, dass auch das Antragsgebiet - genauso wie andere vergleichbare Beispiele - forlaufenden Veränderungsprozessen unterworfen war, wie dies im Antrag dokumentiert ist. Es unterscheidet sich daher nicht von vielen anderen ähnlichen Regionen, die im Hochmittelalter erblühten, aber sich dann im Laufe der Jahrhunderte durch Kriege, historische Umbrüche, Vernachlässigung und sozio-ökonomische Transformationen verändert haben.

ICOMOS further considers that, the World Heritage properties Upper Middle Rhine Valley, which also exhibits strong similarities in terms of historic dynamics and of physical witnesses of these dynamics (vineyards, villages, castles), the Old Town of Regensburg with Stadtamhof and the Town of Bamberg (this particularly with regard to the integration of slavs and other populations in the 12th-13th centuries) well represent already the tangible expressions of the High Middle Age political, economic and artistic dynamics along important communication and trade routes in Germany.

ICOMOS gibt weiter zu bedenken, dass die Welterbestätten Oberes Mittelrheintal (das ebenfalls starke Ähnlichkeiten im Hinblick auf das historische Kräftespiel und dessen Denkmäler aufweist wie Weinberge, Dörfer, Burgen), die Altstädte von Regensburg mit Stadtamhof und Bamberg (dies insbesondere unter Berücksichtigung der Ansiedlung von Slaven und anderen Migranten im 12.-13. Jh.) die greifbaren Manifestationen der hochmittelalterlichen politischen, ökonomischen und künstlerischen Dynamik entlang wichtiger Verkehrs- und Handelswege in Deutschland bereits in ausreichendem Maße repräsentieren.

ICOMOS also considers that Early and High Middle Ages and related historic themes are already well represented on the World Heritage List by other German properties, including Aachen Cathedral, Speyer Cathedral, St Mary's Cathedral and St Michael's Church at Hildesheim, Abbey and Altenmünster of Lorsch, Maulbronn Monastery Complex, Collegiate Church,

Castle and Old Town of Quedlinburg, Monastic Island of Reichenau.

ICOMOS stellt darüber hinaus in Rechnung, dass Themen, die sich auf das Früh- und Hochmittelalter beziehen, bereits gut vertreten sind in der Welterbeliste, darunter der Aachener Dom, der Speyerer Dom, der Hildesheimer Dom St. Mariä und die Michaelskirche, Abtei und Altenmünster Lorsch, der Klosterkomplex Maulbronn, die Kollegiatskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg und die Klosterinsel Reichenau.

In the case of this nominated property, the comparative analysis itself demonstrates that the power and borderland exchange dynamics and their tangible

manifestations in the Middle Ages were commonplace throughout Europe and are already represented on the World Heritage List through a variety of properties, particularly from Germany, and including cultural landscapes.

Im Falle des Antragsgebietes zeigt die vergleichende Analyse, dass die durch Herrschaftskonkurrenz und die Grenzland-Situation (und den Kulturaustausch über die Grenzen hinweg) erzielte Dynamik ebenso wie deren physische Zeugnisse in ganz Europa gewöhnliche Phänomene darstellten, die in der Welterbeliste bereits durch eine ganze Reihe von Beispielen präsent sind, darunter auch Kulturlandschaften.

ICOMOS considers that the comparative analysis does not justify consideration of this property for the World Heritage List.

ICOMOS stellt fest, dass die vergleichende Analyse eine Berücksichtigung dieses (Antrags-)Gebietes für die Welterbeliste nicht rechtfertigt.

Justification of Outstanding Universal Value

The nominated property is considered by the State Party to be of Outstanding Universal Value as a cultural property for the following reasons:

• The area is a cultural landscape originated from structures dating back to the High Middle Ages that still exhibits an outstanding density of monuments and landscape features of high quality, bearing witness in an extraordinary manner to the social, economic, urban and agricultural development of the region in the 11th-13th centuries;

• The pattern of cultivated fields, terraces, orchards and forests demonstrates the medieval structure of

the rural landscape;

• Important communication and trade routes from the High Middle Ages and earlier that shaped the

fortunes of this region survive in stretches of ravines

bearing outstanding witness to high medieval

infrastructure;

• Basic elements of the town and country pattern of settlement and organisation bear outstanding witness to High Middle Ages settlement development and territorial organisation, and this is still legible in the layout of small villages as well as of the major towns of Naumburg and Freyburg;

• The territorial distribution of monasteries and castles connected also by visual links makes clear the role they played in shaping the nominated area;

• Monumental buildings, and particularly the Naumburg Cathedral, bear unique and outstanding witness to the ambitions and vision of the aristocratic and religious rulers of the region, as well as the economic, cultural and artistic network that they were able to develop due to the strategic location and the available resources.

Begründung des Kriteriums "außergewöhnlicher universeller Wert".

Das Antragsgebiet wird aus folgenden Gründen vom Vertragsstaat als "außergewöhnlicher universeller Wert" erachtet:

- Das Gebiet ist eine Kulturlandschaft, deren Strukturen im Hochmittelalter wurzeln. Es weist noch immer eine außergewöhnliche Dichte von Denkmalen und Landschaftsmarken hoher Qualität auf, die in außergewöhnlicher Weise Zeugnis geben von der sozialen, ökonomischen, urbanen und landwirtschaftlichen Eintwicklung der Region im 11.-13. Jh.

- Das Muster von kultivierten Feldern, Terrassen, Obstgärten und Wäldern veranschaulicht die Struktur der mittelalterlichen dörflichen Landschaft.

- Wichtige Verkehrs- und Handelswege aus dem Hochmittelalter und früherer Zeit, die den Reichtum dieser Region begründet haben, überdauerten in Abschnitten von Hohlwegen und zeugen so in außergewöhnlicher Weise von der Hochmittelalterlichen Infrastruktur.

- Grundlegende Elemente der Besiedlung und Organisation von Stadt und Land bezeugen in außergewöhnlicher Weise die hochmittelalterliche Besiedelung und territoriale Organisation. Dies ist sowohl aus den Grundrissen kleiner Dörfer wie auch größerer Städte wie Naumburg und Freyburg noch immer ablesbar.

- Die territoriale Verteilung von Klöstern und Burgen, verbunden durch Sichtachsen, macht ihre Rolle bei der Formung des Antragsgebietes klar.

- Monumentale Gebäude, insbesondere der Naumburger Dom, zeugen in außergewöhnlicher Weise von den Ambitionen und Visionen der aristokratischen und geistlichen Herren der Region und genauso von den ökonomischen, kulturellen und künstlerischen Beziehungen, die sie Dank der günstigen Lage und der verfügbaren Resourcen zu knüpfen vermochten.

ICOMOS observes that several areas within Europe exhibit in their territorial organisation and built heritage similar patterns of historic, political and settlement development, where communication/trade interests and political and religious powers cooperated or competed in maintaining and expanding territorial control in strategic regions. Therefore what is purported to be unique in the nominated area instead appears commonplace within Europe, giving rise to cultural landscapes comparable in terms of territorial structure/organisation and of monumental relics.

ICOMOS sieht, dass etliche Regionen in Europa in ihrer territorialen Organisation und ihrer Baugeschichte ähnliche Muster zeigen von historischen, politischen und geistlichen Mächten im Zusammenspiel oder im Widerstreit, wo Verkehrs-/Handelsinteressen und politische und geistliche Herren bei der Erhaltung oder Ausweitung von Territorialherrschaft in strategisch wichtigen Regionen zusammenwirkten oder konkurrierten.

Deshalb erscheint das, was im Antrag als einzigartig behauptet wird, in Europa als gewöhnliche Entwicklung, die Kulturlandschaften hervorbringt, die sowohl im Sinne der territorialen Struktur bzw. Organisation als auch der Denkmal-Relikte vergleichbar sind.

ICOMOS further notes that the justification provided by the State Party focuses in each case on specific built or urban elements and features and not on the landscape overall. These features, particularly the landscape or territorial elements, could not be considered exceptional in their own right; and the surviving tangible evidences from the High Middle Ages are restricted to individual monumental architectures and some limited examples of urban layout, whilst the majority of them date to later periods than the relevant one. It is the view of ICOMOS that the tangible evidence of the role played by this landscape in the High Middle Ages is scanty, relying heavily on written records, toponyms and buried archaeological features revealed through recent remote sensing (laser scanning).

ICOMOS hält darüber hinaus fest, dass die Begründung durch den Vertragsstaat in jedem einzelnen Fall auf spezifische Bau- oder Stadtelemente abhebt, aber nicht auf die Landschaft als Ganzes. Diese Elemente, insbesondere Landschafts- oder territoriale Elemente, konnten für sich betrachtet nicht als herausragend erkannt werden. Die überkommenen greifbaren Zeugnisse des Hochmittelalters beschränken sich auf einzelne Architekturdenkmäler und einige wenige Beispiele von Stadtanlagen, während die Mehrzahl der Beispiele aus späterer Zeit als der relevanten stammt.

In der Sicht von ICOMOS sind die physischen Zeugnisse der Rolle dieser Landschaft im Hochmittelalter dürftig. Sie stützt sich vorwiegend auf schriftliche Aufzeichnungen, Flurnamen und verborgene archäologische Befunde, die durch das kürzlich durchgeführte Laser-Scanning entdeckt wurden.

ICOMOS therefore considers that the justification for inscription could apply to several European territories and landscapes and is not substantiated by sufficient specific material evidence or robust historical and scientific references to demonstrate that the nominated property stands out in respect to other similar ones inscribed or not in the World Heritage List.

ICOMOS ist daher der Meinung, dass die Begründung für die Eintragung für etliche europäische Territorien und Landschaften zutreffen könnte und dass sie nicht durch ausreichende materielle Zeugnisse oder belastbare historische und naturwissenschaftliche Nachweise unterlegt wurde, die zeigen würden, dass das Antragsgebiet sich von anderen Regionen deutlich abhebt, unerheblich, ob die Vergleichsregionen sich in der Welterbeliste finden oder nicht.

ICOMOS additionally observes that the individual monumental buildings, mainly of religious nature that still exist in the nominated area from the 11th -13th centuries cannot alone support the justification for a landscape nomination.

ICOMOS betont darüber hinaus, dass die einzelnen Baudenkmale vorwiegend sakraler Natur, die aus dem 11.-13. Jahrhundert im Antragsgebiet erhalten sind, die Rechtfertigung als Kulturlandschaft keineswegs alleine tragen können.

ICOMOS finally observes that the wording "territories of power", which in the nomination dossier has been highlighted not having been used before in a nomination dossier, has never been used until now probably because it is not sufficiently distinctive of a cultural world heritage site, as there is no European territory which can be identified as immune, in its historical construction, from the influence of different and even competing powers changing in nature, importance and influence over time and space. Hence, the definition of this site as a "territory of powers" has not enough strength to legitimate it as a unique and original one. Unique and original is only the definition chosen but not the property to which it is associated.

Schließlich bemerkt ICOMOS, dass die Bezeichnung "Herrschaftslandschaft", die im Antrag hervorgehoben wurde, weil sie noch nie in einem Antrag verwandt wurde, vielleicht deswegen bis heute nie zur Verwendung kam, weil sie für eine Welterbestätte kaum etwas als Unterscheidungsmerkmal beiträgt, da es in Europa keine Territorien gibt, von denen man sagen könnte, sie seien in ihrer historischen Herausbildung unabhängig gewesen von den Einflüssen verschiedener, möglicherweise konkurrierender Herrschaft, die sich in ihrer Natur, ihrer Bedeutung und ihrem Einfluss über Zeit und Raum als veränderlich erwiesen haben. Daher hat die Bestimmung des Antragsgebietes als "Herrschaftslandschaft" nicht genug Überzeugungskraft um dessen Einzigartigkeit zu begründen. Einzigartig und originell ist lediglich der ausgewählte Begriff, aber nicht das Gebiet, auf das er angewandt wird.

For the reasons explained above, ICOMOS considers that the justification proposed by the State Party does not support consideration of the nominated property for the World Heritage List. However, considering the focus of the nomination, the property could find recognition in frameworks other than the 1972 World Heritage Convention, at the European level (i.e. within the network of European cultural routes).

Aus oben angeführten Gründen geht ICOMOS davon aus, dass die vom Vertragsstaat vorgeschlagene Begründung eine Berücksichtigung des Antragsgebietes für die Welterbeliste nicht trägt. Betrachtet man aber den Schwerpunkt des Antrages, so könnte das Antragsgebiet in anderem Rahmen als dem der Welterbekonvention auf europäischer Ebene durchaus Berücksichtigung finden (z. B. im Netzwerk der Europäischen Kulturstraßen).

Integrity and authenticity

Integrity

The nomination dossier states that the Saale and Unstrut River dominion encompasses all elements that are necessary to convey its proposed Outstanding Universal Value, and that its area is of adequate size to ensure the representation of the territorial and urban organisation of the area from the High Middle Ages.

ICOMOS requested additional information concerning the extent to which the identified historic landscape features exhibit evidence or conserved fabric dating to the periods related to the proposed Outstanding Universal Value of the nominated property. The State Party responded by underlining the systematic nature of the inventory conducted within the nominated property that identified more than 3000 heritage features, around one thousand of which have been said to be related to the High Middle Age and provided an additional table listing 56 heritage items (15 of which are villages) with a short description, location and state of conservation given for each item.

Integrität und Authentizität

Integrität

Der Antrag behauptet, dass das Herrschaftsgebiet an Saale und Unstrut alle notwendigen Elemente umfasst, die den vorgetragenen "außergewöhnlichen universellen Wert" überliefern und dass deren Ausdehnung von ausreichender Größe ist um die Repräsentation der territorialen und urbanen Organisation des Gebietes seit dem Hochmittelalter sicher zu stellen.

ICOMOS bat um zusätzliche Informationen, in welchem Ausmaß die identifizierten historischen Landschaftselemente physische Nachweise oder erhaltene Bausubstanz aufweisen, die auf die Zeit, auf die sich der vorgeschlagene "außergewöhnliche universelle Wert" bezieht, datiert werden können. Der Vertragsstaat antwortete, indem er die systematische Natur der Inventarisierung unterstrich, die im Antragsgebiet durchgeführt wurde. Dabei wurden mehr als 3000 historische Elemente identifiziert, von etwa einem Tausend hieß es, sie stünden mit dem Hochmittelalter in Beziehung. Eine zusätzliche Tabelle wurde zur Verfügung gestellt, die 56 historische Elemente aufwies (darunter 15 Dörfer), mit einer kurzen Beschreibung, dazu Angaben zum Ort und zum Erhaltungszustand für jedes Element.

ICOMOS considers that the State Party has undertaken commendably systematic mapping and inventorying of heritage elements dating back to the relevant period for the nomination. However, ICOMOS observes that, based on the additional information provided by the State Party, most of the inventoried elements are not visible, because they survive as buried traces or terrain irregularities/ discontinuities, or because they have disappeared or largely transformed. Most of the landscape features have been revealed by laser scanning, a technology which allows for identification of hidden land traces but does not help date what has been discovered. Neither the nomination nor the additional information clarifies which direct surveys and dating methods have been used for the absolute dating of the landscape features (be they buried or not).

Additionally, the ancient road network has been disrupted by modern roads or routes; the urban layout and its relation with the rural landscape have been distorted by modern residential extensions or industrial facilities; landscape patterns mostly date to recent decades; almost all medieval enclosures or bocage have disappeared; and land plots have been substantially enlarged to allow mechanised farming.

ICOMOS berücksichtigt, dass der Vertragsstaat in vorbildlicher Weise die Inventarisierung und kartographische Erfassung der historischen Landschaftselemente aus der für den Antrag relevanten Zeit durchgeführt hat. ICOMOS stellt jedoch fest, dass - gemäß der Mitteilung durch den Vertragsstaat - die meisten der inventarisierten Elemente nicht sichtbar sind, weil sie als vom Erdboden bedeckte Spuren oder Störungen im Gelände erhalten sind oder weil sie verschwunden sind oder sich weitgehend verändert haben. Der Großteil der Landschaftselemente wurde durch das Laser-Scanning entdeckt, eine Technik, die die Identifikation verborgener Oberflächenspuren erlaubt, die aber nicht bei der Datierung des Gefundenen hilft. Weder die Bewerbung noch die Zusatzinformationen machen klar, welche Erfassungs- und Datierungsmethoden für die absolute Datierung der Landschaftselemente verwandt wurden (seien sie unter der Oberfläche oder nicht).

Hinzu kommt, dass das historische Straßennetz durch moderne Straßen und Trassen zerstört ist; die Stadtanlage und deren Beziehung zur dörflichen Umgebung wurden durch moderne Wohngebiete oder gewerbliche Einrichtungen zerstört; Landschaftsmuster stammen überwiegend aus den letzten Jahrzehnten; fast alle mittelalterlichen Einfriedungen sind verschwunden und die landwirtschaftlichen Flächen wurden für die mechanisierte Bearbeitung beträchtlich erweitert.

Therefore the elements that altogether would make up the High Middle Age landscape do exhibit a fragmentary conditions of integrity.

Die Elemente, die zusammen die hochmittelalterliche Landschaft ausmachen würden, zeigen daher einen fragmentarischen Zustand.

With regard to the visual integrity of the property, which is particularly emphasised in the nomination dossier, ICOMOS notes that existing modern energy supply infrastructure disturbs these links and impairs the visual coherence of the nominated landscape and therefore the possibility to understand and to appreciate the past functions of visual links; additionally, further energy and communication infrastructure projects (i.e. a wind farm in the buffer zone near Markröhlitz or the B87 by pass of Bad Kösen and the B87 bypass of Naumburg) are planned and will worsen the situation.

Im Hinblick auf die visuelle Integrität des Gebietes, die im Antrag besonders hervorgehoben wird, stellt ICOMOS fest, dass schon die vorhandene Stromversorgungsinfrastruktur die Sichtverbindungen stört und die visuelle Kohärenz des Antragsgebietes beschädigt und damit die Möglichkeit, die frühere Funktion von Sichtachsen zu verstehen und zu schätzen. Es kommt hinzu, dass weitere Energie- und Verkehrsinfrastrukturprojekte (eine Windfarm in der Pufferzone nahe Markröhlitz, oder die B87 Umgehungsstraße von Bad Kösen oder die B87 Umgehung von Naumburg) geplant sind und die Situation noch verschlechtern werden.

Authenticity

The State Party considers that the most important attributes of the nominated property (i.e., the vineyards, forests, river courses, quarries and old roads) exhibit a high degree of authenticity and the same can be said for castles, churches, monasteries as well as urban skylines. In the State Party's view, the tangible outcomes of the dynamics which took place within the area in the High Middle Ages have been preserved.

Authentizität

Der Vertragsstaat ist der Ansicht, dass die wichtigsten Attribute des Antragsgebietes (also die Weinberge, Wälder, Flussläufe, Steinbrüche und Straßen) einen hohen Grad an Authentizität aufweisen, und dass dasselbe gesagt werden kann von Burgen, Kirchen, Klöstern sowie den städtischen Silhouetten. Aus Sicht des Vertragsstaates sind die materiellen Ergebnisse der Entwicklung, die sich während des Hochmittelalters im Antragsgebiet ereignet hat, erhalten geblieben.

ICOMOS considers that, while the conditions of authenticity may be considered fulfilled for much of the architectural heritage, although the surviving architectural evidence dating back to the exact period of relevance for this nomination is limited and some exceptions exist such as Neuenburg Castle, almost rebuilt a few decades ago, the same cannot be said for the landscape features, which may survive in buried traces, for which no adequate information on the absolute dating methods and results has been provided, but which no longer characterize the articulation and use of the landscape today: field parcels have seen changed their size, their use, therefore the visible landscape has been remodelled, modified or reconstructed in later centuries.

ICOMOS ist der Ansicht, dass die Bedingungen der Authentizität für einen guten Teil des architektonischen Erbes wohl erfüllt sein mögen, obwohl die überkommenen Zeugnisse, die wirklich aus der für den Antrag relevanten Periode stammen, nicht sehr zahlreich sind und einige Ausnahmen bestehen wie die Neuenburg, die vor wenigen Jahrzehnten in erheblichem Maß wieder aufgebaut wurde. Dasselbe kann jedoch für die Landschaftselemente nicht gesagt werden, die vielleicht als verborgene/unterirdische Spuren fortdauern, für deren absolute Datierung (weder zu den angewandten Methoden noch zu den Ergebnissen) jedoch keine angemessenen Informationen geliefert wurden und die heute weder den Ausdruck der Landschaft noch deren Nutzung charakterisieren: die Größe der Feldparzellen ist verändert wie ihre Nutzung, was bedeutet, dass die sichtbare Landschaft in späteren Jahrhunderten umgestaltet, verändert oder wiederhergestellt wurde.

While the results of remote sensing prospections in the area are certainly important to improve the understanding of its evolution, dynamics and transformations, the detected medieval landscape features cannot be deemed exceptionally preserved in comparison with other similar areas.

In Naumburg, the restructuring of a large part of the old town and the renewal of empty buildings have changed the built fabric, which now does not match with the historic character of the area. This building and urban renovation has been carried out also in Freyburg and other villages within the nominated area, detrimentally affecting the authenticity of the historic built fabric.

Während die Ergebnisse des Laser-Scannings des Gebietes sicher wichtig sind für ein verbessertes Verständnis von dessen Evolution, von dessen Dynamik und Transformationen, können die festgestellten mittelalterlichen Landschaftselemente nicht als außergewöhnlich gut erhalten gelten, nicht im Vergleich mit anderen, ähnlichen Gebieten.

In Naumburg, hat die Sanierung eines großen Teils der Altstadt und die Erneuerung leerstehender Gebäude die Bausubstanz verändert, die nicht mehr mit dem historischen Charakter des Gebietes in Einklang steht. Diese Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen wurden auch in Freyburg und anderen Dörfern im Antragsgebiet durchgeführt, was sich auf die erhaltene Bausubstand abträglich ausgewirkt hat.

ICOMOS also notes that the historical visual connections between the historic features of the landscape have been impaired by intrusions of modern infrastructure. As a result, the landscape does not easily communicate the sense of place that could sustain the understanding of the nominated property as a landscape shaped in the High Middle Ages and still strongly marked in its structure by a high medieval territorial imprint and

ICOMOS stellt weiter fest, dass die historischen Sichtachsen zwischen den historischen Landschaftselementen durch das Vordringen moderner Infrastruktur gestört wurde. Im Ergebnis tut sich die Landschaft schwer, einen genius loci spürbar zu machen, der das Verständnis des Antragsgebietes befördern würde als Landschaft, die im Hochmittelalter geformt wurde und noch immer in ihrer Struktur gezeichnet ist durch die hochmittelalterliche Prägung und die erhalten gebliebenen mittelalterlichen Elemente.

features.In conclusion, ICOMOS considers that the conditions of integrity and authenticity have not been met.

Als Ergebnis stellt ICOMOS fest, dass die Bedingungen Integrität und Authentizität nicht erfüllt sind.

Criteria under which inscription is proposed

The property is nominated on the basis of cultural criteria (iv) and (v).

Criterion (iv): be an outstanding example of a type of building, architectural or technological ensemble or landscape which illustrates (a) significant stage(s) in human history

Kriterien, unter denen die Eintragung vorgeschlagen wurde.

Das Antragsgebiet ist nominiert auf der Grundlage der kulturellen Kriterien (iv) und (v).

Kriterium (iv): sei ein außergewöhnliches Beispiel eines Gebäudetyps, architektonischen oder technologischen Ensembles oder einer Landschaft, das (ein) signifikante(s) Stadium der Menschheitsgeschichte illustriert.

This criterion is justified by the State Party on the grounds that the nominated property is an outstanding example of a cultural landscape shaped in a border area during the High Middle Ages by the competing interests of the aristocracy and religious rulers, which resulted in the construction of castles and monasteries and in the organisation of the territory and of the settlements. The sacred topography constructed through village churches, cathedrals and monasteries attest to the establishment of Christianity in the area. Naumburg Cathedral in particular, symbolises in an outstanding manner the spiritual power of the church and the ambitions of the local rulers as well as the diffusion of cathedral type plans from western to Eastern Europe. Landscape features outstandingly demonstrate the development of farming, forestry, water management and viticulture. Village and town layouts as well as town buildings along with toponyms exceptionally attest to the process of integration between local and immigrated groups with different cultural or ethnic background.

Dieses Kriterium wird durch den Vertragsstaat so begründet, dass das Antragsgebiet ein außerordentliches Beispiel einer Kulturlandschaft sei, die sich in einem Grenzgebiet während des Hochmittelalters herausgebildet habe durch die konkurrierenden Interessen der Aristokratie und geistlicher Herren, die im Bau von Burgen und Klöstern ebenso resultierten wie in der Organisation des Territoriums und der Ansiedlungen. Die Sakraltopographie weist Dorfkirchen, Kathedralen und Klöster auf und belegt die erfolgreiche Christianisierung der Gegend. Der Naumburger Dom insbesondere symbolisiert in außerordentlicher Weise die spirituelle Kraft der Kirche und die Ambitionen der lokalen Herrscher ebenso wie das Vordringen der Kathedralbaupläne von West- nach Osteuropa.

Landschaftselemente zeigen in außergewöhnlicher Form die Entwicklung der Landwirtschaft, der Waldwirtschaft, der Wasserwirtschaft und des Weinanbaus. Dorf- und Stadtanlagen belegen ebenso großartig wie städtische Gebäude zusammen mit Flurnamen den Prozess der Integration von lokalen und immigrierten Gruppen mit unterschiedlichem kulturellem und ethnischem Hintergrund.

ICOMOS considers that the attributes to support the arguments put forth to justify this criterion for the overall cultural landscape do not retain sufficient integrity or authenticity, as most of them have disappeared or have been remodelled and transformed. Additionally, several cultural historic landscapes throughout Europe witnessed analogous historical and political patterns of development and exhibit similar features in similar fragmented conditions.

In general, and in this specific case, ICOMOS considers that individual monuments alone are not sufficient attributes that can justify the proposed criterion at the territorial and/or landscape level.

ICOMOS considers that this criterion has not been justified.

ICOMOS stellt fest, dass die Merkmale, welche die Argumentation zur Begründung dieses Kriteriums unterstützen sollen weder ausreichend integer noch authentisch erscheinen, da die meisten verschwunden sind oder wiederhergestellt oder verändert wurden. Darüber hinaus haben zahlreiche historische Kulturlandschaften in Europa analoge historische und politische Entwicklungsmuster durchgemacht und auch sie zeigen ähnliche Elemente in ähnlich fragmentiertem Zustand.

Im allgemeinen, wie auch in diesem speziellen Fall, hält ICOMOS individuelle Denkmale alleine nicht für ausreichende Merkmale, die das vorgeschlagene Kriterium auf der Ebene eine Landschaft / eines Territoriums rechtfertigen könnten.

ICOMOS hält dieses Kriterium nicht für erfüllt.

Criterion (v): be an outstanding example of a traditional human settlement, land-use, or sea-use which is representative of a culture (or cultures), or human interaction with the environment especially when it has become vulnerable under the impact of irreversible change

Kriterium (v): sei ein außergewöhnliches Beispiel einer traditionellen Siedlung, Land- oder Meeresnutzung, die eine Kultur (oder Kulturen) repräsentiert oder menschliche Interaktion mit der Umwelt, insbesondere wenn sie durch die Einwirkungen unumkehrbarer Veränderungen gefährdet ist.

This criterion is justified by the State Party on the grounds that the nominated property is an outstanding example of settlement and land use of Central Europe in the High Middle Ages. This is demonstrated by several attributes: the Kleine Saale artificial channel, the mix of cultivated fields, terraces, orchards with bordered forests and woods. The plans of Naumburg and Freyburg attest to the medieval forms of founding towns and of social hierarchies, whilst the layout of minor villages bear witness to new settlement patterns and cohabitation processes. The distribution of cultivated fields and geometry of plots demonstrate new achievements in farming technology.

Der Vertragsstaat rechtfertigt dieses Kriterium damit, dass das Antragsgebiet ein hervorragendes Beispiel für die Besiedlung und Landnutzung Mitteleuropas im Hochmittelalter sei. Dies wird gezeigt anhand mehrerer Markmale: die künstlich angelegte Kleine Saale, die Mischung aus bewirtschafteten Feldern, Terrassen, Obstgärten mit bordered forests und Gehölzen. Die Grundrisse Naumburgs und Freyburgs zeugen von den mittelalterlichen Stadtgründungsformen und von sozialen Hierarchien, während die Anlage kleinerer Dörfer für die neuartigen Muster der Besiedlung und des Zusammenlebens stehen. Die Verteilung kultivierter Felder und die Geometrie von Parzellen demonstrieren neue Errungenschaften der Agrartechnologie.

ICOMOS considers that the attributes identified to justify this criterion refer to inter-related patterns of human activities that have not been adequately documented and explained; no sufficient description is given on socio-historic factors, i.e., the world of rights, customs, agrarian laws, that contributed to shape the physical structure of the territory. Additionally, relevant tangible landscape attributes survive as archaeological deposits and only in a fragmentary state so that they cannot convey a comprehensive system of features and relations that reflects in a legible and outstanding manner a landscape of the High Middle Ages.

ICOMOS ist der Meinung, dass die zur Rechtfertigung dieses Kriteriums hervorgehobenen Attribute sich auf Wechselwirkungen menschlicher Aktivitäten beziehen, die nicht angemessen dokumentiert und erklärt sind. Es sind keine ausreichenden Beschreibungen sozio-historischer Faktoren (Rechtswesen, Brauchtum, Agrarverfassung) gegeben, die zur Formung der physischen Struktur des Territoriums beitrugen. Es kommt hinzu, dass relevante physische Landschaftselemente als Bodendenkmale überliefert sind und nur in fragmentierter Form, so dass sie nicht in der Lage sind, ein konsistentes System von Elementen und Beziehungen zu liefern, das in lesbarer und außergewöhnlicher Art die Landschaft des Hochmittelalters widergibt.

ICOMOS considers that only individual elements, which cannot be considered exceptional in themselves, bear witness to some aspects of land-use or settlement. These are partial and have undergone significant subsequent transformations.

ICOMOS considers that this criterion has not been justified.

ICOMOS stellt fest, dass allenfalls einzelne Elemente, die als solche nicht als außergewöhnlich betrachtet werden können, als Zeugnisse einiger Aspekte von Landnutzung und Siedlungsgeschichte betrachter werden können. Diese sind aber unvollständig und waren erheblichen Transformationsprozessen unterworfen.

ICOMOS hält dieses Kriterium für nicht erfüllt.

In conclusion, ICOMOS does not consider that the criteria have been justified.

Insgesamt hält ICOMOS alle Kriterien für nicht erfüllt.

4 Factors affecting the property

4. Faktoren, die das Antragsgebiet beeinträchtigen

The nomination dossier mentions several factors that affect the nominated property, and related remedial measures. For example, while traffic load is seen as one of the major problems, in the State Party's view, road development would only need impact minimisation through design and intelligent localisation to address the issues; impacts associated with the new energy efficiency policy are thought to be reduced through selecting the less impacting technical solutions; demographic decline with subsequent vacant housing stock may be counteracted through integrated planning; changes to the landscape caused by farmers which could be addressed through programmes for environmentally friendly agriculture; air pollution caused by traffic has been addressed through structural improvement, new surfaces to reduce vibrations and noise, speed reduction and construction of bypasses to keep traffic outside the urban centres (i.e. in Freyburg).

With regard to risk preparedness, the State Party considers that flooding, lightning and fire are the most probable disasters that may hit the area but the property is well equipped with prevention measures.

Der Nominierungsantrag erwähnt sowohl einige Faktoren, die das Antragsgebiet beeinträchtigen als auch Maßnahmen zur Abhilfe. Während beispielsweise das Verkehrsaufkommen als eines der Hauptprobleme betrachtet wird, reichts es nach Ansicht des Vertragsstaates aus, dessen Auswirkungen zu beschränken, indem man die Verkehrsführung intelligent gestaltet; Auswirkungen der Energiewende-Politik gedenkt man durch Rückgriff auf Techniken mit den geringsten Störpotentialen zu reduzieren; dem Bevölkerungsrückgang und dem Leerstand von Gebäuden als dessen Folge soll mit integrierter Planung begegnet werden; durch die Landwirtschaft verursachte Landschaftsveränderungen könnten durch Programme zur umweltfreundlichen Bewirtschaftung angegangen werden; die durch den Verkehr verursachte Luftverschmutzung wurde durch strukturelle Verbesserungen erreicht, durch neue Straßenoberflächen, die weniger Erschütterungen und Lärm verursachen, durch Geschwindigkeitsbegrenzungen die den Bau von Umgehungsstraßen, die den Verkehr aus den Stadtzentren heraushalten (z. B. Freyburg).

Im Hinblick auf die Gefahrenabwehr ist der Vertragsstaat der Ansicht, dass Hochwasser, Blitzschlag und Feuer die größten Katastrophenrisiken für das Gebiet bergen, dass das Gebiet aber dagegen gut gerüstet ist.

In relation to demographic and urban development pressures, ICOMOS notes that within the nominated property urban growth has resulted in changes to the historic medieval forms of the rural landscape, residential units have expanded outside the traditional boundaries of the towns, and the smaller villages have experienced abandonment resulting in several semideserted nuclei.

Zu den Folgen der demographischen Entwicklung und der Stadtentwicklung stellt ICOMOS fest, dass innerhalb des Antragsgebietes die Entwicklung der Städte bereits zur Veränderung der mittelalterlichen Landschaftsformen geführt habe, dass Wohngebiete über die traditionellen Stadtgrenzen hinaus gewachsen sind und gleichzeitig kleinere Dörfer Bevölkerungsverluste erfahren haben, so dass einige Dorfkerne teilweise aufgegeben erscheinen.

Industrial areas or large facilities for agriculture, communication and energy infrastructure disturb and fragment the landscape mosaic and the surviving elements from the High Middle Ages.

Gewerbegebiete oder große Agrarbetriebe und die Verkehrs- und Energieinfrastruktur stören und fragmentieren das Landschaftsmosaik und die aus dem Mittelalter erhaltenen Landschaftselemente.

Present day population changes are being addressed by the authorities through "Area Utilisations Plans" which pursue the reclamation of peripheral built up and of inner areas in order to redirect urban sprawl and improve the ambience of the outer parts of larger towns, i.e. in Naumburg.

Dem aktuellen Bevölkerungswandel begegnen die Behörden durch "Flächennutzungspläne", die Rückgewinnung der Stadtränder und der Innenstädte verfolgen, um die Landschaftszersiedelung umzukehren und die Umgebung der größeren Orte wie Naumburg aufzuwerten.

ICOMOS observes that complex socio-economic processes such as the population decline may not be easily addressed through planning measures, as they characterise many municipalities within the nominated property but also in the wider region. Moreover, future plans contain provisions for new areas of construction, commercial expansion (i.e. south of Naumburg) and infrastructure (e.g., roads, wind farms) that may negatively affect the significance of the nominated area.

ICOMOS stellt fest, dass komplexen sozio-ökonomischen Prozessen wie der Bevölkerungsrückgang nicht ohne weiteres durch planerische Maßnahmen begegnet werden kann, da sie viele Gemeinden im Antragsgebiet betreffen und auch im weiteren Umfeld. Darüber hinaus sieht die Planung für die Zukunft neue Flächen zur Bebauung vor, für die kommerzielle Nutzung (z. B. im Süden Naumburg) und für die Infrastruktur (z. B. neue Straßen, Windfarmen), was die Bedeutung des Bewerbungsgebietes beeinträchtigen dürfte.

ICOMOS observes that industrial agriculture has already included the modification and widening of the farming plots, which have mainly lost the historic fine grain of the medieval rural landscape.

ICOMOS stellt fest, dass die industrielle Landwirtschaft bereits die Veränderung und Erweiterung der Parzellenstruktur nach sich gezogen hat, die die Feinzeichnung der mittelalterlichen bäuerlichen Landschaft weitgehend verloren hat.

Historically an important crossroads, the area continues to be cut through by modern long distance and local traffic routes. New planned roads and bypasses include the already approved Bad Kösen bypass bridge; Naumburg bypass for road B87, running through the buffer zone but also affecting the nominated property; extension of the B87, B180 and L200 crossroads at Wethau, with planning approval binding since 22 January 2013 will run through the buffer zone and will affect also the nominated property; and a route change for road B87 between Schulpforte and Almrich that will run through the nominated property and is likely to have an impact on its values.

Schon historisch ein wichtiger Kreuzungspunkt, wird das Gebiet auch weiterhin von Nah- und Fernverbindungstrassen durchschnitten. Zu den neugeplanten Straßen und Umgehungen gehört die bereits genehmigte Umgehung Bad Kösens mit der Saalebrücke; die B87-Umgehung Naumburgs, die durch die Pufferzone führt, aber auch das Antragsgebiet beeinflusst; der Ausbau der Kreuzung der B87, B180 und L200 bei Wethau, mit Planfeststellung (?) seit 22. Januar 2013, in der Pufferzone, aber mit Auswirkungen auf das Antragsgebiet; und eine Veränderung der Straßenführung zwischen Schulpforte und Almrich (im Antragsgebiet), die deren Wert wahrscheinlich beeinträchtigen wird.

With regard to railroads, an important building project concerns the development of the railway trunk route Halle- Weissenfels -NaumburgErfurt.

Was die Eisenbahn angeht, so stellt ein wichtiges Projekt die Entwicklung des Streckenabschnittes Halle-Weißenfels-Naumburg-Erfurt dar.

ICOMOS considers that in addition to the impacts of these individual road and transport projects, the cumulative effects will be substantial, due to their number and concentration.

ICOMOS ist der Ansicht, dass zusätzlich zu den einzelnen Verkehrsprojekten deren kumulativer Effekt aufgrund ihrer Anzahl und Konzentration sich als ergeblich erweisen wird.

The approved scheme for the bypass bridge of the B87 road near Bad Kösen is of immediate concern. Although located in an area immediately outside the nominated property, it is considered that if built, this bridge will disrupt the view from the Saaleck and the Rudelsburg Castles. ICOMOS requested additional information on this development from the State Party and the State Party sent two different letters. In September 2014 the State of Saxony-Anhalt, responded to the letter sent via UNESCO by the NGO "Rettet das Saaletal" concerning the bypass bridge; and in October 2014, the association "Saale Unstrut auf dem weg zum Welterbe" wrote to respond to the requests for additional information by ICOMOS.

Die genehmigte Planung für die Umgehungsbrücke der B87 bei Bad Kösen ist von dringendem Belang. Obwohl sie unmittelbar außerhalb des Antragsgebietes liegt, wird angenommen, dass diese Brücke im Falle ihrer Realisierung den Blick von den Burgen Saaleck und Rudelsburg massiv stören wird. ICOMOS erbat sich vom Vertragsstaat zusätzliche Informationen zu diesem Projekt und das Land schickte zwei unterschiedliche Briefe. Im September 2014 antwortete das Land Sachsen-Anhalt auf einen Brief betreffs der Brücke, der über die UNESCO von der NGO "Rettet das Saaletal" geschickt worden war. Im Oktober 2014 schrieb der Verein "Saale-Unstrut auf dem Weg zum Welterbe" als Antwort auf die Informationsanfrage von ICOMOS.

In the first letter it is explained that a planning decision concerning the bypass bridge was passed on 30 November 2010 despite the negative opinion of the state authority for the protection of cultural heritage (LDA - LSA), because the planning process found the plan for the bridge environmentally compatible and the bridge essential for the area. Following the consultations undertaken in the planning process, the position of the bridge is not negotiable, however, the body that finances the project will undertake necessary measures to mitigate the impact of the bridge and optimize its design.

Im ersten Schreiben wird erklärt, dass am 30. November 2010 eine Planfeststellung zur Umgehungsbrücke erfolgt sei ungeachtet der ablehnenden Haltung der für den Denkmalschutz zuständigen Landesbehörde (LDA-LSA), da die Planung die Brücke als umweltverträglich und für die regionale Entwicklung unverzichtbar erwies. Nach den im Planungsprozess durchgeführten Beratungen ist die Position der Brücke nicht mehr verhandelbar, die finanzierende Behörde wird jedoch die notwendigen Maßnahmen ergreifen um die Auswirkungen der Brücke zu minimieren und deren Gestaltung zu optimieren.

In the second letter of 27 October, the association "Saale Unstrut auf dem weg zum Welterbe" clarified that the impact of the planned bypass bridge at Bad Kösen will not occur until the Naumburg bypass is constructed. However, no building approval has yet been issued for the Naumburg bypass. Planning procedures started on 24 June 2010 and the approval notice is expected by the end of 2014. It also explains why the construction of the Bad Kösen bypass has not yet started, because the federal authorities have made it dependent on the approval of both Bad Kösen and Naumburg bypasses. When this is approved, the funding will be budgeted at the federal level. The plans for the Naumburg bypass show that part of it will pass close to the buffer zone.

Im zweiten Brief vom 27. Oktober stellte der Verein "Saale-Unstrut auf dem Weg zum Welterbe" klar, dass die Auswirkungen der geplanten Umgehungsbrücke in Bad Kösen nicht zum Tragen kommen werden bevor die Naumburger Umgehungsstraße gebaut wird. Für die Naumburger Umgehung gibt es jedoch noch keine Genehmigung. Das Planfeststellungsverfahren (?) begann am 24. Juni 2010 und der Genehmigungsbescheid wird für das Ende 2014 erwartet. Es wird auch erklärt, warum die Umgehung von Bad Kösen noch nicht begonnen wurde: weil die Bundesbehörden sowohl die Genehmigung der Umgehungen von Bad Kösen als auch die von Naumburg abwarten wollen. Nach der Genehmigung wird die Finanzierung durch den Bund erfolgen. Die Planung für die Naumburger Umgehung zeigt, dass diese teilweise dicht an der Pufferzone vorbeiführen wird.

As for energy infrastructure, two plans are in force - the 2010 Regional development plan for the Halle region and the 2010 Model project for urban renewal and energy for Naumburg - the implementation of which may result in additional visual intrusion of windmills in the nominated area as they already do at present (e.g. in Molau), and in the diffusion of domestic solar energy installations within the town, although not in the historic district, so some visual intrusion and disruption of integrity of the historic landscape may be expected.

Was die Energieversorgungsinfrastruktur angeht, sind zwei Planungen in Kraft - der Regionalentwicklungsplan für die Region Halle aus dem Jahr 2010 und das Modellprojekt für Stadterneuerung und energetische Erneuerung (?) für Naumburg aus dem Jahr 2010 - deren Realisierung möglicherweise zur zusätzlichen Beeinträchtigungen durch Windräder führen wird, wie bereits zu beobachten (z. B. in Molau) und zur Verbreitung von häuslichen Solaranlagen in der Stadt, wenn auch nicht in der Altstadt. So ist also zu erwarten, dass es zu visuellen Beeinträchtigungen der Integrität der historischen Landschaft kommen wird.

Quarrying also appears to be a problematic factor: seven quarries or quarrying sites were detected during the mission within or immediately outside the nominated property (six inside and one outside). Only two of them could be visited during the ICOMOS mission and these appear only slightly intrusive, although appropriate measures to minimise their impact need to be taken.

Ein weiterer problematischer Faktor scheinen Steinbrüche zu sein: sieben Steinbrüche oder Abbaugruben wurden während des Besuches im Antragsgebiet oder unmittelbar außerhalb festgestellt (sechs innerhalb, einer außerhalb). Nur zwei davon konnten während der ICOMOS-Mission besucht werden und diese schienen allenfalls eine leichte Störung zu verursachen, Maßnahmen zur Minimierung der Störwirkung müssen allerdings ergriffen werden.

Additional information concerning industrial developments in the area was requested by ICOMOS. The State Party provided a list of 17 industrial production plants planned for the area along with some details on location and type, although no information on the volume of production and size of the plants has been received. These include two quarries and one related processing plant, three plants for energy production (biogas), four plants for waste storage and treatment, one pig and one poultry farm, and two shooting ranges.

ICOMOS erbat Informationen zur Gewerbeentwicklung im Antragsgebiet. Der Vertragsstaat stellte eine Liste von 17 Produktionsstandorten zur Verfügung und dazu einige Detailinformationen zur Lokalisierung und Art des Gewerbes, allerdings kamen keine Informationen über den Umfang der Produktion und die Größe der Anlagen. Die schließen zwei Steinbrüche ein und eine damit verbunde Weiterverarbeitungsanlage ein, drei Energiegewinnungsanlagen (Biogas), vier Anlagen zur Abfalllagerung und Abfallbehandlung, eine Schweine- und eine Geflügelmastanlage und schließlich zwei Schießplätze.

ICOMOS notes with concern the number of plants foreseen and the absence of information on their size.

ICOMOS nimmt die Anzahl der vorgesehenen Anlagen und das Fehlen von Informationen zu ihrer Größe mit Sorge zur Kenntnis.

Due to its hydro-geomorphology, the region is prone to flooding. The nomination dossier states that flood protection dikes exist, but prevention or flood management plans have not been provided. In its letter of 27 October 2014, the State Party (Association Saale - Unstrut auf dem weg zum Welterbe) informed that due to topographic location there is no danger for the protection of the property by flooding.

Durch ihre Hydro-Geomorphologie ist die Region anfällig für Überflutungen. Der Antrag erwähnt zwar, dass Schutzdeiche existieren, Vorbeugungs- oder Management-Pläne wurden jedoch nicht bereitgestellt. In ihrem Brief vom 27. Oktober 2014 teilt der Vertragsstaat (bzw. der Welterbe-Verein) mit, dass aufgrund der topraphischen Situation keine Überflutungsgefahr für die Denkmale im Antragsgebiet bestehe.

ICOMOS considers that due to climate change, recurrent exceptionally abundant rainfalls and storms have increased in recent decades, therefore it will be necessary to develop a flood prevention strategy and a risk mitigation plan for the property and the most flood prone areas.

ICOMOS gibt zu Bedenken, dass als Folge des Klimawandels in den letzten Jahrzehnten wiederholt außergewöhnlich heftige Regenfälle zu verzeichnen waren und dass ist deswegen notwendig sein wird, für die am meisten Hochwassergefährdeten Gebiete Pläne zur Vorbeugung und zur Risikominimierung zu entwickeln.

ICOMOS considers that the main imminent threats to the property are infrastructure and industrial development and building expansion; and further medium-term threats are represented by population decline and the possible impacts of tourism on traditional rural activities and the landscape. Flooding also represents a threat for some areas of the property.

ICOMOS geht davon aus, dass die größte Bedrohung des (im Antrag vorgestellten) Kulturguts von der Infrastruktur- und Gewerbeentwicklung sowie der Bautätigkeit ausgeht. Mittelfristig kommen die Bedrohung durch den Bevölkerungsrückgang und die mögliche negative Auswirkungen des Tourismus auf traditionelle ländliche Handlungsweisen und die Landschaft hinzu. Für einige Zonen des Antragsgebietes stellen auch Überflutungen ein zusätzliches Risiko dar.

5 Protection, conservation and management Boundaries of the nominated property and buffer zone

5. Schutz, Erhaltung und Management

Grenzen des Antragsgebietes und Pufferzone

The nominated property (10.401ha) revolves around the meeting point of the Rivers Saale and Unstrut. The boundaries include the city of Naumburg to the south and Freyburg to the north, as well as the main areas lying close to the two towns and to Schönburg and Goseck to the east, and Bad Kösen and Flemmingen to the southwest. The determination of the boundaries of the nominated property is based on a complex methodology which relies on the four towns or settlements mentioned above and on the visual relations between and around castles, churches, or other main elements of the landscape and areas with high diversity, density and quality of cultural elements (forests, agriculture, vineyards, road links, etc.).

Das Antragsgebiet (10,402 ha) liegt im Umkreis des Zusammenflusses von Saale und Unstrut. Es schließt die Stadt Naumburg im Süden und Freyburg im Norden ein, darüber hinaus die Fläche um die beiden Städte, um Schönburg und Goseck im Osten, sowie Bad Kösen und Flemmingen im Südwesten. Der Bestimmung der Grenzen des Antragsgebietes liegt eine komplexe Methodik zugrunde, die von den erwähnten vier Städten und Siedlungsschwerpunkten ausgeht und sowohl die Sichtverbindungen zwischen Burgen, Kirchen und anderen Gebieten mit großer Vielfalt, Dichte und Qualität der Landschaftselemente (Wälder, Landwirtschaft, Weinberge, Wegverbindungen etc.) in Rechnung stellt.

ICOMOS requested additional information about the rationale for the establishment of the boundary and buffer zones. The State Party responded explaining that the boundaries were determined on the basis of a complex methodology of cartographic interpolation that takes into account the geographic scope of the historic dominion, the density of historic heritage features dating back to the 11th-13th centuries AD inventoried within a pre-determined area (termed the 'processing boundary'), the horizon line of distant views, the boundaries of existing protected areas and other administrative limits.

ICOMOS erbat sich zusätzliche Informationen über die Begründung der Genzziehung für das Antragsgebiet und die Pufferzonen. Der Vertragsstaat antwortete mit der Erklärung, dass die Grenzen auf der Basis einer komplexen karthographischen Interpolation geschah, die sowohl den Umfang des historischen Herrschaftsbereichs berücksichtigte als auch die Dichte des aus dem 11.-13. Jh. erhaltenen Kulturguts (das innerhalb eines vorbestimmten Gebietes - als „Untersuchungsgebiet" bezeichnet - inventarisiert wurde), die Horizontlinie der Fernsicht, die Grenzen bestehender Schutzgebiete und andere administrative Grenzen.

With regard to the buffer zone, the six buffer areas were identified only where they appeared necessary to protect visual relationships of different relevant features, or to extend the protection of individual monuments or historical/ archaeological features.

Was die Pufferzonen angeht, so wurden diese nur dort eingerichtet, wo sie zum Schutz der Sichtbeziehungen wichtiger Elemente notwendig erschienen oder um den Schutz einzelner Denkmale oder historischer/archäologischer Elemente zu erweitern.

While in principle the approach of the State Party to determine the boundaries of the nominated property is acceptable, ICOMOS notes that only the nominated area has been documented in detail and no comparison with other areas in the vicinity has been made, so as to define the boundaries of the area to be nominated. ICOMOS also notes that subsequent transformations to the landscape and to the High Middle Ages elements have not been taken into account; and that despite the refined methodology developed, only a few of the villages exhibiting the peculiar layout that survives in the area are included within the nominated property or in the buffer zone (for example, Bauersroda, Ebersroda, Schleberoda and Müncheroda lie outside the nominated property and the buffer zone).

Während das Vorgehen des Vertragsstaates zur Bestimmung der Grenzen grundsätzlich akzeptabel erscheint, stellt ICOMOS fest, dass nur das Antragsgebiet im Einzelnen dokumentiert wurde und dass keine Vergleiche mit anderen Gebieten in der Nachbarschaft gemacht wurden, um das Antragsgebiet abzugrenzen. ICOMOS stellt weiter fest, dass spätere Umformungen der Landschaft und der hochmittelalterlichen Elemente nicht berücksichtigt wurden und dass trotz der ausgeklügelten Methodik nur wenige der Dörfer mit der in dieser Region erhalten gebliebenen Dorfanlage ins Antragsgebiet oder die Pufferzonen eingeschlossen wurden (beispielsweise liegen Bauersroda, Ebersroda, Schleberoda und Münchenroda außerhalb Antragsgebiet und Pufferzone).

ICOMOS considers that current administrative limits have heavily oriented the selection of the property boundaries, i.e., only land belonging to the State of Saxony-Anhalt has been included in the nomination, whilst the territorial scope of historical and political phenomena was much larger than the nominated area.

The proposed buffer zone comprises a total of 6.232ha; it does not encompass the whole nominated property as it is formed by discontinuous patches of land adjoining the nominated area. The nomination dossier states that the buffer zone includes areas with a lesser density of cultural elements as well as adhering to administrative limits.

ICOMOS hat den Eindruck, dass gegenwärtige Verwaltungsgrenzen sich schwerwiegend auf die Auswahl der Grenzen des Gebietes ausgewirkt haben, d. h., nur Flächen, die zum Land Sachsen-Anhalt gehören wurden in den Antrag einbezogen, während die territoriale Reichweite der historischen und politischen Phänomene erheblich über das Antragsgebiet hinaus ging.

Die vorgeschlagene Pufferzone umfasst insgesamt 6,232 ha. Sie umschließt nicht das ganze Antragsgebiet, das sie aus unzusammenängenden Flecken besteht, die an das Antragsgebiet angrenzen. Der Antrag gibt an, dass die Pufferzone Gebiete mit einer geringeren Dichte an kulturgeschichtlichen Elemente einschließt und sich gleichzeitig an administrativen Grenzen orientiert.

ICOMOS notes that the fragmentation of the buffer zone into separate areas does not appear justified given the territorial scope of the nomination; nor is it justified in relation to needed visual or functional protection, since the nominated property does not appear adequately protected and is already detrimentally affected by development. ICOMOS considers that the proposed buffer zone does not include the immediate setting of the nominated property, important views and other areas or attributes that are functionally important as a support to the property and its protection, as stated in paragraph 104 of the Operational Guidelines, and therefore it does not contribute to provide an added layer of protection to the nominated property.

ICOMOS stellt fest, dass die Zersplitterung der Pufferzone in separate Gebiete vor dem Hintergrund der territorialen Reichweite des Antrags nicht gerechtfertigt erscheint. Auch in Hinsicht auf den notwendigen visuellen und funktionalen Schutz ist er nicht gerechtfertigt, da das Antragsgebiet nicht hinreichend geschützt erscheint und durch verschiedene Entwicklungen bereits in Mitleidenschaft gezogen wurde. ICOMOS ist der Ansicht, dass die vorgeschlagene Pufferzone weder die unmittelbaere Ausrichtung des Antragsgebietes berücksichtigt, noch wichtige Blickbeziehungen, noch weitere Gebiete oder Attribute von funktionaler Bedeutung, die das Antragsthema unterstützen oder schützen könnten, wie dies im Paragraph 104 der Durchführungsleitlinien gefordert wird. Deswegen trägt es auch nicht dazu bei, eine zusätzliche Schutzschicht für das Antragsgebiet zu gewährleisten.

In conclusion, ICOMOS considers that the boundaries of the nominated property are not adequate to ensure the representation of the proposed Outstanding Universal Value and that the buffer zone is not adequate to provide the needed additional layer of protection for the nominated property as requested by the Operational Guidelines.

Im Ergebnis hält ICOMOS die Grenzziehung für das Antragsgebiet für nicht ausreichend um die Darstellung des vorgeschlagenen „außergewöhnlichen universellen Wertes" abzusichern und die Pufferzone erscheint nicht geeignet, um die notwendige zusätzliche Schutzzone für das Antragsgebiet zu bilden, wie es von den Durchführungsrichtlinien verlangt wird.

Ownership

The nominated property is mostly in private ownership, although there are parts of it owned by public bodies or under the responsibilities of public-law foundations.

ICOMOS requested additional information concerning ownership and the State Party responded by providing a graph showing the following percentages: 95% private ownership, 2% municipal ownership, 2% church ownership, 1% other owners.

Eigentumsverhältnisse

Das Antragsgebiet ist größtenteils in Privatbesitz, Teile davon befinden sich jedoch in der öffentlichen Hand oder in der Verantwortung öffentlich-rechtlicher Stiftungen.

ICOMOS erbat sich zusätzliche Informationen zu den Eigentumsverhältnissen und vom Vertragsstaat wurde ein Diagramm zur Verfügung gestellt, das folgende Prozentzahlen anzeigte: 95% Privateigentum, 2% städtisches Eigentum, 2% Kircheneigentum, 1% andere Eigentümer.

Protection

An array of legislative instruments provides protection to the nominated area and the buffer zones.

One of the most important is the federal law on Regional Planning (ROG), which lays down the principles, tasks and provisions for regional planning to be implemented by the States through state laws and plans. The federal law prescribes that historical cultural landscapes must be preserved. The State of Saxony-Anhalt has approved the Land Planning Law (LPIG - LSA) to implement the ROG.

Schutzmaßnahmen

Eine Reihe rechtlicher Regelungen schützt sowohl das Antragsgebiet als auch die Pufferzone.

Eines der wichtigsten ist das Raumordnungsgesetz (ROG), das die Grundlinien, Aufgaben und Regelungen für die Regionalplanung vorgibt, die dann von den Ländern duch deren Gesetzgebung und Planung umgesetz werden. Das Bundesgesetz schreibt die Erhaltung historischer Kulturlandschaften vor. Das Land Sachsen-Anhalt hat ein Landesplanungsgesetz erlassen, um dem ROG zu entsprechen.

Another important federal law is the one on Environmental Compatibility Investigation, supplemented by the state law of Saxony-Anhalt (UVPG LSA). This law ensures that for certain plans, programmes and projects, an earlier assessment of their effects on the environment is undertaken and alternatives explored. Aspects to be taken into account include: human beings and health, fauna and flora, cultural heritage, landscape and biological diversity. The law descends from a set of European directives on the topic.

 

The Woodland Law for the State of Saxony-Anhalt (WaldG LSA) was adopted on the basis of the Federal Woodland Law. Forestry master plans are being drawn up for the State as a whole or for individual woodland areas.

 

In the Water Law of the State of Saxony-Anhalt (WG LSA), a classification is set out for bodies of water above ground. The 'Saale' and the 'Unstrut', with their respective tributaries, are Grade 1 bodies of water, and are owned by the State. Development and maintenance of flood-banks to provide protection against flooding on the Saale and Unstrut are tasks falling on the State.

The entire nominated property lies in the 'Saale-Unstrut- Triasland Nature Park' which extends over the Burgenland district and the Saale region in Saxony-Anhalt, as well as over the municipalities in the Free State of Thuringia (103,737ha). This Nature Park is protected under the Federal Nature Protection Law - BNatSchG which provides measures for the protection of nature and care of the landscape from a nature conservation point of view. The nominated property includes also some Natura 2000 areas.

 

For the cultural landscape to be appropriately protected, the property should be declared under the Monument Protection Law of the State of Saxony-Anhalt (DenkmSchG LSA), as the right to protect monuments is a sovereign task of the State. The Monument Agency of this State has established the entire proposed area as a monument, but this protection will only come into being if the property is inscribed on the World Heritage List. This will only apply to the nominated area, leaving the buffer zone unprotected from a cultural landscape perspective.

 

Besides this general protection for the cultural landscape, which is not in place yet, the nominated property includes many other items (abbeys, castles, churches, monasteries, villages, historic city centres, bridges, orchards and vegetable gardens, pathways and roadways, wells, water features, etc.) and some of these are protected as isolated monuments, archaeological sites or historic urban centres.

 

ICOMOS requested additional information about the protection measures and the State Party responded on 27 October 2014 by providing a detailed description of the structure and role of the Cultural Landscape Framework Plan, which could in fact form the core of the management system. This can come into force only if the entire area is declared a protected monument under the existing legal provisions and this may happen only if the nominated area is inscribed on the World Heritage List, according to the DenkmSchG LSA. The State Party also provided a series of maps illustrating the location and boundaries of protected cultural heritage items and protected areas.

 

Based on the additional information provided by the State Party, ICOMOS considers that, despite the several layers of legal protection already in place, these concern only natural heritage and isolated monuments, archaeological areas and historic city centres, but not the overall landscape with its many elements and features on which the nomination relies to express the proposed Outstanding Universal Value, since the declaration as protected monument for the entire area is not yet in place.

 

In conclusion, ICOMOS considers that the current legal protection ensures the protection of individual monuments and of the natural dimensions of the nominated property but is not adequate to protect the overall cultural landscape and its relevant features. ICOMOS further considers that the protective measures in place for the property have not prevented the transformations of the landscape that have already occurred and the approval of projects impacting on the values of the nominated property.

Als Ergebnis stellt ICOMOS fest, dass der gegenwärtige rechtliche Schutz für Einzeldenkmale und die Natur im Antragsgebiet gegeben ist, nicht aber in ausreichendem Maße für die Kulturlandschaft als solche und die Gesamtheit von deren relevanten Elementen.

ICOMOS stellt weiter fest, dass die bereits bestehenden Schutzmaßnahmen weder die bereits vollzogenen Umformungen der Landschaft verhindert haben, noch die Genehmigung von Projekten, die wertmindernde Auswirkungen auf das Antragsgebiet haben werden.

Conservation

A detailed multi-disciplinary inventory has been compiled on the territory of the nominated property which has resulted in the identification of more than 3000 features and items. In the nomination dossier an overview is provided of the existence and state of conservation of features related to the 11th-13th centuries. However, this exercise was limited to architectural features. ICOMOS requested additional information and the State Party has provided details on the state of conservation of 56 landscape features dating or related to the High Middle Ages, accompanied by cartographic documentation.

 

ICOMOS considers that as far as the state of conservation of the cultural heritage components is concerned, such as military and religious architecture, this seems to be adequate. Though documentation is an ongoing task, most individual monuments are well documented and present a good overall state of conservation. Furthermore, in the last years great efforts have been made to recuperate these sites, and to transform them into, or include in them, museums or exhibitions explaining their history. This has been done in the major towns (Naumburg), but also in smaller sites on the basis of commendably rigorous conservation work and research (i.e. Goseck Castle or Neuenburg Castle).

 

With regard to the cultural landscape elements, inventorying has started after many changes have already occurred. Since comprehensive legal protection specifically addressing the cultural landscape dimensions is not yet in place, more changes may happen that could further impair the integrity and authenticity of the property.

 

In conclusion, ICOMOS considers that the conservation and inventorying of architectural and archaeological individual components is moving in the right direction; but for the cultural landscape elements, conservation efforts have commenced after the integrity or authenticity of many of them has diminished. Nevertheless the surviving historic landscape features, land arrangements and relict patterns deserve to be documented, protected, conserved and communicated.

Zusammenfassend ist ICOMOS der Meinung, dass sich die Konservierung und Inventarisierung einzelner architektonischer und archäologischer Elemente in die richtige Richtung bewegt, dass konservatorische Anstrengungen für Kulturlandschaftselemente erst zu einem Zeitpunkt einsetzten, als deren Integrität und Authentizität bereits im Schwinden begriffen war. Dennoch ist es angebracht, die verbliebenen historischen Landschaftselemente, die Parzellenstrukturen und das ganze Muster von Befunden zu dokumentieren, zu schützen, zu konservieren und zu publizieren.

Management

Management structures and processes, including traditional management processes

 

The management structure for the nominated property is grounded on the institutional and administrative organisation of the State Party, from the federal to the state, district and municipal levels, including non-territorial juridical persons, i.e. public-law foundations.

 

In order to ensure coordination and internal monitoring of the actions carried out by the competent bodies within the nominated property, a Working Group World Heritage Saale and Unstrut has been set up, where the public administrations with responsibilities within the nominated property are represented. The Working Group is an official forum for mutual deliberation and agreement and is supported by an Advisory Committee.

 

In addition, the Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V., a registered association made up of various participants, including the State of Saxony-Anhalt, will perform promotion and coordination tasks for the management of the nominated property. It includes civil society, individuals, private entities, supporters and owners of historic cultural properties.

 

ICOMOS requested additional information on the above mentioned association (Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V.) and the State Party responded on 27 October 2014 providing details on the structure of the association. This includes permanent staff whose salary is covered by the District Administration of Burgenland, the city of Naumburg and the United Chapter Foundation of Naumburg. Different working groups have been established and a Scientific Advisory Board advises the Association.

The Working Group World Heritage Saale and Unstrut will come into being when the nominated property is inscribed on the World heritage List.

 

As regards personnel in other administrations, ICOMOS notes that most of the staff listed are involved with the Cathedral and churches. There are 28 employees in charge of landscape preservation in Naumburg municipality but none in Freyburg, whilst in the Nature Park there is only one technical employee. None of the landscape architects that worked on the inventory and mapping of the cultural elements appears to be involved in the follow up of the management, nor is any profile similar to theirs proposed in the managerial structure.

 

The nomination dossier provides information on financial resources available until 2013, but little is included about the future or possible available funding streams.

 

Additional information was requested by ICOMOS, and the State Party responded by providing some additional details of the allocated budget in the past 20 years as well as for the future. It also explains that several fund programmes may be accessed, namely the Leader structural programme.

 

ICOMOS notes that no programme with defined projects with a provisional budget to substantiate future measures seems to exist or at least has not been presented.

ICOMOS stellt fest, dass es kein Programm zur Umsetzung zukünftiger Maßnahmen mit definierten Projekten und einer vorläufigen Finanzausstattung zu geben scheint - oder zumindest wurde es nicht vorgestellt.

Policy framework: management plans and arrangements, including visitor management and presentation

 

The management of the nominated property relies on existing protection designations as well as spatial and sectorial plans. These range from European to municipal scales, covering from natural to cultural values. All these provide sectorial guidelines or management plans for the site.

 

On the basis of the Building Code, the municipalities produce, as required, building plans for part areas of their municipal regions, which contain legally-binding requirements for the proper ordering of town planning procedures. In terms of content, among other things, the nature and scale of the utilization of buildings can be specified, as well as the permissible height of structural installations. Several examples of these regulations exist for towns within the nominated property, i.e. for Naumburg or Freyburg.

 

The only plan which considers the property as a whole and not from sectorial points of view is the management plan annexed to the nomination dossier. However, as stated by the State Party during the mission, this plan will only be used for the nomination, and has no legal status for the nominated property. On the other hand, the Cultural Landscape Framework Plan would be legally binding, but it will come into force only if the nominated property is inscribed on the World Heritage List.

 

The Management Plan for the nominated property contains the synthetic description of the property and of its proposed Outstanding Universal Value, the detailed description of the legal and planning framework in place and of their provisions which orient development, conservation and rehabilitation within the towns and villages and in the unbuilt areas.

 

The Management Plan also mentions future actions for planning coordination however no timeline is provided for the implementation of these activities, while the enforcement of the Cultural Landscape Framework Plan is dependent on the inscription of the nominated property on the World Heritage List.

 

ICOMOS notes that the Management Plan submitted is merely a description, which largely summarizes the contents of the other nomination documents. The plan relies essentially on protection and planning measures already in place while other possible actions are mentioned in the management plan to be carried out in the future, without any indication of the timing.

ICOMOS bemerkt, dass es sich bei dem eingereichten Management-Plan lediglich um eine Beschreibung handelt, die das im Antrag Genannte noch einmal zusammenfasst. Der Plan bezieht sich hauptsächlich auf bereits realisierte Schutz- und Planungsmaßnahmen, während andere mögliche Maßnahmen, die im Management-Plan für die Zukunft genannt werden, keinerlei Angaben zum Zeitpunkt ihrer Umsetzung enthalten.

ICOMOS considers that the layering of these many tools does not provide for a cohesive managerial structure for the property, as future projects like the bridge in the Saale Valley proves. At this stage, legal instruments for the landscape as a whole are not in place, and those existing have not succeeded to produce adequate management arrangements for both the natural and the cultural values or the social issues.

 

The Management Plan does not contain any site specific proposals for active conservation at any locations, nor does it detail how all the actions outlined will be put into action. No schedule is proposed, apart from activities concerning the communications and tourism sectors.

 

ICOMOS considers that the Management Plan cannot be currently considered as satisfactory. From all the documentation provided by the State Party, it appears to be a roadmap for the nomination, rather than a draft or a preparatory document for developing a management tool. In ICOMOS' view, the requirement of paragraph 108 of the Operational Guidelines stating that "any nominated property should have an appropriate management plan or other documented management system which must specify how the Outstanding Universal Value of a property should be preserved" has not been fulfilled, and the lack of a budget or financial estimate leaves many uncertainties as to when it will it be put in place.

ICOMOS ist der Meinung, dass der Management-Plan zur Zeit nicht als zufriedenstellend erachtet werden kann. Nach den vom Vertragsstaat zur Verfügung gestellten Dokumenten zu urteilen, handelt es sich mehr um einen Zeitplan für die Bewerbung als um einen Entwurf oder eine Vorstudie für die Entwicklung eines Management-Instruments. Nach Ansicht von ICOMOS wurde die Bedingung des Paragraphen 108 der Durchführungs-Leitlinien nicht erfüllt, die verlangen, dass „jedes angemeldete Gut [...] über einen angemessenen Verwaltungsplan oder ein anderes durch Unterlagen belegtes Verwaltungssystem verfügen [sollte], in dem erläutert wird, wie der außergewöhnliche universelle Wert eines Gutes erhalten werden kann“*, und der Mangel an einem Finanzbudget oder einer Kostenschätzung hinterlässt viele Ungewissheiten über die Frage, wann es umgesetzt werden könnte.


[*"vorzugsweise durch Beteiligung der Bevölkerung."]

With regard to interpretation and presentation, an overall strategy that includes in-depth scientific works dealing with the site values, has been set up. The three existing tourist offices promote these activities and distribute other promotion brochures. There is a long tradition in the region for tourism, which is an important economic asset, and therefore there seems to be a well-developed tourism infrastructure. Major destinations are the cities of Naumburg (Saale) and Freyburg (Unstrut) as well as the spa resort of Bad Kösen.

 

ICOMOS considers that the numbers of visitors provided by the State Party suggest the need both for a carrying capacity assessment and a more structured tourism strategy that cannot rely upon the existing capacity. In ICOMOS' view, the impacts of tourism have not been assessed adequately given that there is a high potential for future growth in tourism numbers. Furthermore, ICOMOS notes that the Management Plan is extremely vague on these issues, without clear objectives or actions with timeframes.

 

The Management Plan includes an interpretation strategy, but does so in a generic way. Therefore information and visualization, internet or even the World Heritage information centre, are simply ongoing tasks with no real timeline (at the most within 1 to 3 years).

 

Involvement of the local communities

Local communities appear very much involved and engaged in the nomination. This is clearly demonstrated by the nomination coordinating body Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V. which is an association made up of various participants including the State of Saxony-Anhalt, which has provided the funds for its creation and maintenance. Civil society individuals, private entities, supporters and owners of historic cultural properties are included.

Although internal procedures for approval of the development of new projects seem to be well established by the existing authorities, and the array of specialized entities involved presently in the conservation of the property seems noteworthy, the lack of a specific and effective management tool or system is a source of concern.

 

ICOMOS observes that the current management system has not been able to avoid the approval of the Bad Kösen bypass, despite the negative advice of the State authority for cultural heritage and monument protection of Saxony-Anhalt, and that further infrastructure, energy and production facilities are planned within the area, which are likely to have negative impacts on the property.

 

In conclusion, ICOMOS considers that special attention is needed for the coordination of all existing plans as well as an effective assessment of the impacts of planning goals, measures and projects.

 

6 Monitoring

A system of internal monitoring articulated in three distinct branches based on the means of monitoring and related coordinating body has been set up through a civic advisory and agreement forum (coordinated by the Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut e.V.), an official management and mutual deliberation forum (coordinated by the World Heritage Working Group for Saale and Unstrut) and by specialists and delegates (coordinated by approving authorities).

 

These monitoring procedures include a variety of actions aimed at increasing reciprocal information and coordination, reducing conflicts, providing early advice on possible impacts of any planned activity, etc. Periodic inspections to protected monuments are carried out by responsible agencies. Additionally, a set of indicators has been elaborated to monitor the state of conservation and of changes to relevant elements.

 

ICOMOS considers that the formula set up for internal monitoring is very interesting, although it is not very clear how it will work and help to avoid future conflicts deriving from proposed development projects.

In conclusion, ICOMOS considers that the monitoring system set up appears interesting however its effectiveness is yet to be established, and its implementation requires much good will from all those involved.

 

7 Conclusions

The nominated property is appropriately conceptualised as a landscape and the State Party has developed commendable in-depth and interdisciplinary research of the area. In many ways this research approach can be regarded as exemplary, and further applications to other cultural landscapes may provide equally rewarding results.

7 Schlussfolgerungen

Das Antragsgebiet ist als Landschaft angemessen auf den Begriff gebracht worden und der Vertragsstaat hat in dem Gebiet in verdienstvoller Weise tiefgehende und interdisziplinäre Forschungen auf den Weg gebracht, die als exemplarisch angesehen werden können und deren Anwedung auf weiter Kulturlandschaften ähnlich lohnende Ergebnisse zeitigen könnten.

However ICOMOS wishes to underline that the World Heritage Convention is a property-based instrument, and consequently, the inscribed properties must demonstrate Outstanding Universal Value through their tangible and intangible attributes (as defined in paragraph 49 of the Operational Guidelines).

ICOMOS möchte jedoch betonen, dass die Welterbekonvention vom Kulturgut ausgeht, und daher müssen die eingetragenen Güter ihren außergewöhnlichen universellen Wert durch materielle und immaterielle Eigenschaften nachweisen (wie dies in Paragraph 49 die Durchführungsrichtlinien definiert ist).

In this case, the property to which this interesting research methodology has been applied shares many commonalities with other territories throughout Europe in terms of both its historic patterns of development and the outcomes of these dynamics, including the fragmented conditions of the attributes that would convey its significance as a High Middle Age cultural landscape and of its integrity and authenticity.

In diesem Fall teilt das Gut, auf das diese interessanten Forschungsmethoden angewandt wurden, viele Gemeinsamkeiten mit anderen Territorien überall in Europa, sowohl im Sinne seiner historischen Entwicklungsmuster als auch der Ergebnisse der Veränderungsprozesse, einschließlich des fragmentierten Zustands jener Attribute, die seine Bedeutung als hochmittelalterliche Kulturlandschaft und deren Integrität und Authentizität tragen könnten.

ICOMOS also observes that the nomination proposal is grounded on an excessively intellectual argument: the

idea of "territories of power" associated to the nominated area. This wording, which the nomination dossier highlights not having been used before in a nomination, has probably never been used until now because it is not sufficiently distinctive of a cultural World Heritage site, as there is no European territory which can be identified as immune, in its historical construction, from the influence of different and even competing powers changing in nature, importance and influence over time and space. Hence, the definition of this site as a "territory of powers" has not enough strength to legitimate it as a unique and original one. As the comparative analysis has demonstrated, several territories in Europe share similarities with the nominated property in terms of socio- political dynamics and of related physical traces and it does not appear clear how the nominated property would stand out in respect to other similar areas.

 

The arguments put forward to justify the proposed Outstanding Universal Value of this nominated property have not been substantiated by either sufficient specific material evidence or robust historical and scientific references, which is concentrated on the nominated property and fail to show at least the European breath that would sustain scientifically the comparative analysis. Most of the cultural elements and features which comprise the landscape have lost the integrity, legibility or authenticity necessary to convey the proposed Outstanding Universal Value. The additional information provided by the State Party concerning the historic landscape features and their state of conservation is not sufficient, in ICOMOS' view, to support the proposals made in this nomination.

 

Additionally, the European Early and High Middle Ages are already well represented on the World Heritage List through several properties, many of which are also located in Germany (see comparative analysis section). In this regard, ICOMOS recalls the aim, objectives and commitments set up by the World Heritage Committee through the Global Strategy for a Representative, Balanced and Credible World Heritage List launched in 1994, the outcomes of the independent evaluation of UNESCO's External Auditor and the related subsequent Committee decisions.

 

ICOMOS also notes the unsatisfactory results of the application of the methodology to delimit the boundaries of the nominated property and its buffer zones, since several relevant features (such as villages with particular historical layouts) have not been included in the nominated property or in the buffer zones. ICOMOS considers that the nomination does not provide an adequate description of a number of key aspects of this property or their interrelations, and that the proposed Outstanding Universal Value is not adequately demonstrated.

 

Additionally, ICOMOS observes that existing infrastructure has undermined the integrity and authenticity of the nominated property, and that further infrastructure projects with the ability to impact negatively on the values of the nominated property are about to be realised, approved or have been inserted into the planning instruments in force.

 

Finally, there is no overall protection for the cultural landscape values and features, as this will come into force only if the property is inscribed on the World Heritage List. ICOMOS, in this regard, considers that the reliance on World Heritage listing before comprehensive legal protection can be provided is inconsistent with the requirements of the Operational Guidelines.

 

8 Recommendations

Recommendations with respect to inscription

ICOMOS recommends that The Naumburg Cathedral and the Landscape of the Rivers Saale and Unstrut - Territories of Power in the High Middle Ages, Federal Republic of Germany, should not be inscribed on the World Heritage List.

8 Empfehlungen

Empfehlungen im Hinblick auf die Eintragung

ICOMOS empfiehlt, dass Der Naumburger Dom und die Landschaft an Saale und Unstrut - Herrschaftslandschaft des Hohen Mittelalters, Bundesrepublik Deutschland, nicht in die Welterbeliste eingetragen werden sollte.

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