smn galerie im schloesschen

Galerie im Schlösschen, Markt 6, 06618 Naumburg

Tel.: 03445-273443 (Ausstellung) oder 03445-703503 (Verwaltung)

Die Galerie im Schlösschen ist eine Außenstelle des Stadtmuseums Hohe Lilie.
Eintrittspreise gelten für den Besuch beider Häuser.

Öffnungszeiten:

Dienstags bis sonntags und an Feiertagen: 10-17 Uhr; montags geschlossen.

Eintrittspreise:

Erwachsene ohne Ermäßigung: 4,00 Euro
Erwachsene mit Ermäßigung: 3,00 Euro
Personen unter 18 Jahren, Schüler: frei


naumburg pleasuredome08.06.2018, 17 Uhr: Künstlerführung im Schlösschen

Eine Künstlerführung musikalisch begleitet von der Domsingschule

Seit dem 28. April stellen zwei renommierte Dresdner Künstler unter dem Titel „pleasuredome. Dorothee Haller / Frank Hoffmann“ ihre Werke in einem ungewöhnlichen, teils irritierenden Zusammenspiel in der Galerie im Schlösschen aus.  Beide Künstler sind am kommenden Freitag den 8. Juni um 17 Uhr vor Ort, um kunstinteressierten Besuchern eine Künstlerführung durch die Ausstellung zu geben. Musikalisch umrahmt wird diese Führung durch die Mädchen und Jungen der Domsingschule, die in einem kleinen Konzert ihr aktuelles Programm vorstellen.

In der Zusammenschau der Gemälde Frank Hoffmanns und der skulpturalen Arbeiten Dorothee Hallers lässt sich eine spannende Konstellation entdecken. Beide Künstler studierten, leben und arbeiten in Dresden und zeigen ihre Werke zum ersten Mal im Süden Sachsen-Anhalts. Bis zum 24. Juni sind alle Kunstinteressierten eingeladen, diese außergewöhnliche Schau zu besuchen.

pleasuredome

Galerie im Schlösschen, 28. April bis 24. Juni 2018

Pleasuredome

Dorothee Haller & Frank Hoffmann

Zwei künstlerische Positionen aus Dresden führt die Ausstellung »pleasuredome« zusammen. Die Werke von Frank Hoffmann und Dorothee Haller fokussieren auf physische und psychische Zustände im Kontext elementarer Stimmungen. In der Verbindung von Begriffen wie Schönheit und Urtrieb, Pathos und Tristesse, Klischee und Leidenschaft entsteht ein ungewöhnliches, teils irritierendes Zusammenspiel, welches sich gerade durch die Kontrastierung in einer ausdrucksstarken Balance hält.

Frank Hoffmann erschafft in seiner Malerei flirrende, unreal wirkende Lichtsituationen, die einerseits nahezu  übertrieben schön und gleichzeitig verwirrend tief, einsam und abgründig wirken. Eine nebulöse Sehnsucht nach dem »verlorenen Paradies« bricht aus der Oberfläche der Bilder, aus der Idylle hervor und konfrontiert den Betrachter subtil mit eigenen archaischen Empfindungen.

Dorothee Haller bespielt das emotionale Energiefeld von der entgegengesetzten Seite. Indem sie die wie eben ausgegraben wirkenden Stahlelemente bearbeitet, ausbalanciert und veredelt, verschafft sie ihnen ein geistiges Eigenleben in einer imaginären Realität, das sich ebenso wuchtig und massiv wie fragil, erhaben und geheimnisvoll äußert.


Dorothee Haller Kapsel 800

Dorothee Haller

In den skulpturalen Arbeiten von Dorothee Haller sind meist Ähnlichkeiten zu industrieller und architektonischer Funktionalität zu finden, während ihnen eine surreale Aura anhaftet. Die recycelten Materialien sind allein durch ihre Herkunft mit Geschichten und Erinnerungen aufgeladen und schildern durch die Spannung zwischen Massivität und Zerbrechlichkeit, zwischen Härte und Fragilität auch psychische und physische Strukturen und Verfassungen.

Die überwiegend aus Stahl bestehenden, geschweißten Skulpturen zeigen archetypische Muster und Bilder, die mit ganz grundlegenden Zuständen assoziiert werden können, welche gleichsam durch Statik, Strenge und Begrenzung der klaren Form wiederum zu Balance und Stabilität finden.

C.G. Jungs Idee des kollektiven und persönlichen Unbewussten blitzt in den Arbeiten auf und zeigt sich unterschwellig insbesondere auch bei Hallers Themen aus der Mythen-, Märchen- und Sagenwelt unterschiedlicher Kulturkreise.

Der präzise und reduzierte Aufbau, die Kombination und Anordnung der Formen ist partiell von Ordnungen aus organischen und kristallinen Naturformen inspiriert, aber auch von rituellen Gegenständen verschiedener Kulturkreise, Alltagsdesign und Technik.

Kurzbiografie

1966 geboren in Frankenberg
1988 Geburt der Tochter
1991 – 1992 Künstlerisches Abendstudium, HfBK Dresden
1993 – 1998 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1998 Diplomabschluss (Theaterausstattung/Theatermalerei)
1999 Studienreise nach Ägypten
2001 verstärkte Hinwendung zur Bildhauerei
auch Zeichnung, Grafik, Fotografie und Installation
2002 – 2003 Studienreise nach Asien (Thailand, Vietnam und Kambodscha)
seit 2004 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler
seit 2008 vertreten von der Galerie Kunstausstellung Kühl
lebt und arbeitet in Dresden


Frank Hoffmann romantische ironie 800

Frank Hoffmann

Frank Hoffmann fasziniert die Überlagerung von authentisch empfundenen Stimmungen mit klischeehaften Vorstellungen, die wiederum im Spannungsfeld von Begriffen wie „Schönheit“ und „Pathos“ mit ihrem jeweiligen kunst- und ideengeschichtlichen Hintergrundrauschen stehen. Somit bewegen sich die Bildthemen zwischen figürlicher Konkretisierung und stärkerer Abstraktion. Die Ideen dafür entstehen meist collageartig in einem Mix aus analogen und digitalen Arbeitsschritten. Gleichzeitig wird für ihn die Malerei in ihren künstlerischen Möglichkeiten immer mehr selbst zum Thema.

Für ein ganz ähnliches Konzept eines ständigen Wechsels zwischen Werk und immanenter Selbstreflexion, zwischen Illusionsaufbau und -störung prägten die Frühromantiker ja ursprünglich für den Bereich der Literatur den Begriff der „romantischen Ironie“. Genau dieser dialektische Ansatz des Schwebens, der Andeutungen in formaler und inhaltlicher Hinsicht charakterisiert Hoffmanns Arbeit. In engem Zusammenhang dazu steht das eigentlich filmische Prinzip des „suspense”, das er auf seine Bildserien überträgt.

Begleitend zur Malerei beschäftigt sich Hoffmann in den letzten Jahren intensiv mit der Algrafie. Diese Arbeiten basieren zum Teil auf den Kohlezeichnungen, die die Vorzeichnung auf den Leinwänden bilden.
Eine weitere im direkten Kontext zur Malerei stehende Werkgruppe ist die der Maskierfolienobjekte. Hier verarbeitet er die im Malprozess verwendeten Maskierfolien weiter. Es entspricht ein wenig der (Hinter-)glas-malerei, die Folien nehmen von hinten die Kohlezeichnung auf, von vorn kommt die Ölfarbe darauf. Nun befinden sie sich zwischen zwei Glasplatten “schwebend” in magnetischen Rahmen ohne Rückwand.

Vita

1972 geboren in Görlitz
1991 – 1997 Studium Kunst und Germanistik in Dresden
1994 / 1995 Erasmus-Stipendium Kopenhagen
1999 – 2009 Lehrauftrag am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden
neben Malerei und Grafik auch Produktion mehrerer Animationskurzfilme
seit 2000 verstärkte Hinwendung zur Malerei
seit 2006 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler
2018 Stipendium Cleveland/Ohio der Stadt Dresden
lebt und arbeitet in Dresden

 

toeppe und blase 01

Galerie im Schlösschen 30. September bis 26. November 2017

Einladung Petra Toeppe-Zenker / Thomas Blase

Zweistromland

Eine Ausstellung mit Werken von Petra Töppe-Zenker und Thomas Blase

Zwei Lebenswege, zwei künstlerische Entwicklungslinien treffen sich mit unserer Ausstellung  in Naumburg. Thomas Blase hat seine Kindheit zum großen Teil in Naumburg verbracht, Petra Töppe-Zenker lebte hier in den 1990er Aufbruchsjahren, als eine kreative Aufbruchstimmung in der Stadt zu spüren war wie davor nicht und danach auch nicht wieder. Thomas Blase ging nach Halle, wo er an der Burg Giebichenstein studierte und dann nach Dresden, wo er seine malerische Ausbildung erhielt, während  Petra Töppe-Zenker ihr Atelier ins thüringische Kapellendorf verlagerte. "Zweistromland" bringt beide erstmalig zu einer größeren Werkschau in Naumburg zusammen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.
Eintritt: 3,00 Euro (gilt auch für Stadtmuseum Hohe Lilie).



Petra Töppe-Zenker

BIOGRAPHIE

- 1967 in Merseburg geboren
- 1986-1988 Pädagogikstudium (Kunst/Deutsch) in Erfurt
- 1988-1992 Ausbildung in verschiedenen Werkstätten und Gesellenabschluss, Praktikum für Keramikrestaurierung in Weimar
- 1992 Bundeswettbewerb, 1. Preis "Keramikhandwerk" und 2. Preis "Die gute Form im Handwerk"
- 1993-1997 erste Werkstatt in Naumburg, seit 1998 in Kapellendorf bei Weimar
- 1997 Teilnahme am internationalen Symposium in Graupzig/ Sachsen
- 1998 Geburt der Tochter, 2001 Geburt des Sohnes
- 2002 Symposium "Klangkunst - Kunstklang" in Bechstedtstraß/ Thüringen
- 2004 Bürgeler Keramikpreis, Symposium "Paperclay" in Schöneiche/ Berlin
- 2005 Symposium "Porzellan im Freibrandofen" in Schöneiche/ Berlin
- 2006 Organisation und Teilnahme "Internationales Musik- und Keramiksymposium in der Wasserburg Kapellendorf - Heimat"
- 2009 Organisation und Teilnahme "Internationales Musik- und Keramiksymposium in der Wasserburg Kapellendorf - KlangForm"
- 2013 Organisation und Teilnahme "Internationales Musik- und Keramiksymposium in der Wasserburg Kapellendorf - "Töne in den Händen"
- seit 2000 Mitglied im Bund Thüringer Kunsthandwerker
- seit 2003 Mitglied im Verband Bildender Künstler Thüringen, Vorstandsmitglied von 2007 bis 2011

AUSSTELLUNGEN

seit 1994 folgten regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen*: u.a. Creuzburg/ Burg, Querfurt/ Burg, Bonn/ Galerie Aengenendt*, Freyburg/ Doppelkapelle Neuenburg, Erfurt/ Verbandsgalerie Krämerbrücke*, Warschau/ Internationale Keramikbiennale*,"artthuer" Erfurt, Zella-Mehlis/ Galerie im Bürgerhaus, Erfurt/ "Haus zum Güldenen Krönbacken", Bad Frankenhausen/ Schloss, Teilnahme am Westerwaldpreis 2004, Apolda/ Glockenmuseum, Frankfurt a. M./ Galerie im Blauen Haus, Leipzig/ Galerie "Terra Rossa"*, Altstadt-Kirkel/ Galerie, Rheinsberg/ Galerie Zopf*, Friedrichsrode/ Galerie Kunstkram, Kloster Mildenfurth (bei Gera), Waltershausen/ Schloss Tenneberg, Sömmerda/ Galerie im Turm*, Eckernförde/ Museum*, Mühlhausen/ Galerie Zimmer, EUNIQE 2010, Berlin/Thüringer Landesvertretung, KVAK/Kröte e.V. Wendland,"Aufbruch" Erfurt/Krönbacken, "KunstObjekt"Orangerie Darmstadt, "Grafisches Museum" Bad Steben, Orangerie Weimar, Kunsthalle Kühlungsborn, Schloß Adelsberg, Göttingen Galerie Alte Feuerwache

ARBEITEN in öffentlichen Einrichtungen

Naumburger Dom (Domaula), Handwerkskammer Erfurt (Berufsbildungszentrum), Imaginata Jena, Evangelische Martinschule Naumburg, Thüringer Kultusministerium

VERÖFFENTLICHUNGEN

"Bildende und angewandte Kunst im Berufsbildungszentrum Erfurt" 2002
"Miedzynaradowe Bienale Ceramiki", Keramos Warschau 2001/2003
Katalog Westerwaldpreis 2004
Künstlerportrait "Neue Keramik" 6/06

KONTAKT:

Am Bäckerberg 6, 99510 Kapellendorf, Tel.: 036425/ 509 81, Fax: 036425/ 509 83
www.petra-toeppe-zenker.de - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Thomas Blase

1962 in Jena geboren,
Kindheit in Naumburg,
Polytechnische Oberschule in Sangerhausen,
Baufacharbeiter mit Abitur in Halle-Neustadt,
einjährige Ausbildung Bleiverglasung in Quedlinburg

1983 – 86 Studium in Halle, an der Hochschule für Industrielle Formgestaltung, Burg Giebichenstein
1988 – 93 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Diplom im Fach Malerei, seither freischaffend tätig als Maler, Grafiker und Bühnenbildner
2001 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds
2002 Stipendium und Arbeitsaufenthalt im Kunstverein Röderhof
2003 Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds
2015 Gründungsmitglied der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt,

AUSSTELLUNGEN:

1993 Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden
1995 Galerie Alter Markt, Halle
1996 Fachklinik Klosterwald, Bad Klosterlausnitz
1997 Galerie PULS ART, Winterthur/Schweiz
2000 Galerie 96, Berlin
2000 Baumwollspinnerei, Leipzig
2001 Kunsthalle Villa Kobe, Halle
2001 Kunstverein Röderhof
2002 Anhaltischer Kunstverein, Dessau
2004 Kunsthaus am Markt, Schmalkalden
2008 Galerie Susanna Rüegg, Zürich
2009 UFO-Galerie Halle
2009 Kunstverein Röderhof
2014 Schloss Kannawurf, Künstlerhaus Thüringen e.V.
2016 Kunstverein Röderhof

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN

1991 Spurensicherung, Dresden
1992 VIII. Semester, Villa Oppenheim, Berlin
1995 Plan 3, Halle
1996 Schrift-Zeichen-Skulptur, Halle, Petersberg, Dessau
2003 Kunst_Sachsen_Anhalt 2:Landschaft(en), Halle
2014 Siegfried Klotz und Schüler, Galerie Holger John Dresden

 Kontakt:

Mozartstraße 9, 06114 Halle,
Tel.: 0176 34637165
www.thomasblase.de - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Albani-Gemälde in Naumburg

11. Juni bis 30. Juli 2017 – Galerie im Schlösschen

Die Italiener von Naumburg

Francesco Albani und die Gemälde aus St. Moritz

Seit 1913 beherbergt die Naumburger Moritzkirche einen Zyklus frühbarocker Gemälde, gemalt um 1610 in Bologna: Christus als Weltenrichter, die Gottesmutter Maria, Johannes der Täufer und die Zwölf Apostel.

DER MALER  – Francesco Albani (1578-1660) lernte bei dem flämischen Maler Dionys Calvaert und besuchte ab 1595 die Carracci-Malerschule. Dort wurde Raffael als Ideal vermittelt und zugleich die Malerei des Barock entwickelt. Um 1600 arbeitete er in Rom mit seinem Lehrmeister Annibale Carracci zusammen, der Albani zu seinen begabtesten Schülern zählte und entsprechend förderte. Seine Gemälde hängen u.a. im Pariser Louvre, in der Petersburger Eremitage oder in der Dresdner Gemäldegalerie.

DAS PROJEKT – 2015 setzte sich der Förderverein Moritzkirche Naumburg e.V. die Restaurierung der wertvollen Gemälde zum Ziel. Bereits 2016 konnte die Flallenser Restauratorin Andrea Flimpel mit der Restaurierung des ersten Gemäldes (Maria) beauftragt werden. Im Laufe des Jahres 2017 soll das Projekt zum Abschluss kommen. Die bereits restaurierten Gemälde sind in der Ausstellung zum Vergleich neben noch nicht restaurierten zu sehen. Damit dokumentiert der Förderverein die restauratorische Arbeit und legt die Verwendung der Spenden und Fördergelder offen.

Galerie im Schlösschen, Markt 6, Naumburg (Saale)
Eine Ausstellung des Fördervereins Moritzkirche Naumburg e. V.,
unterstützt vom Stadtmuseum Naumburg

www.moritzkirche-naumburg.de


 

ritzensee 2016 aA

 5. März - 2. April 2017 - Galerie im Schlösschen, Markt 6, Naumburg

„Die Kunst des Aquarells“

Kaum eine malerische Technik wird in der öffentlichen Wahrnehmung so unterschätzt wie das Aquarell. Dies unter Beweis zu stellen hat sich die Deutsche Aquarell Gesellschaft zum Ziel gesetzt, in der sich Aquarellisten aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zusammengetan haben. Die vierte Jahresausstellung der Gesellschaft findet in diesem Jahr in Naumburg statt. Aus einer Vielzahl von Einsendungen hat eine fünfköpfige, international besetzte Jury rund 80 Blätter ausgewählt, die in erstaunlicher Vielfalt das Potenzial der oft unterschätzten Wasserfarbenmalerei unter Beweis stellen. Zur Ausstellung wird ein aufwändig gestalteter Katalog erscheinen.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr

Eintritt: 3 € (Die Eintrittskarte berechtigt auch zum Besuch des Naumburger Stadtmuseums Hohe Lilie)

Führungen: Terminanfragen an Frau Anita Wolff (03445/779361)


 

mueller plakatmotiv 1200

28. August bis 12. November 2016 - Galerie im Schlösschen Naumburg.

Erwin Müller (1893-1978).

Die Wiederentdeckung eines vergessenen Malers.

- Als Erwin Müller 1978 in Naumburg starb, war er als Künstler - und eigentlich auch als Mensch - längst vollständig in Vergessenheit geraten.
Einst hatte der 1893 in Reichenberg (heute Liberec, CZ) geborene Maler als Vertreter der Neuen Sachlichkeit zur zweiten Generation der deutschsprachigen bildenden Künstler aus Böhmen, Mähren und Schlesien gehört. Seine vielversprechend begonnene Karriere in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit wurde durch den Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen jäh abgebrochen. Als "ausgesiedelter" Sudetendeutscher im mittleren Alter fand er in der DDR keinen künstlerischen Neubeginn. Er ist ein Lehrbuchbeispiel für die Maler einer verlorenen Generation, die im kollektiven Gedächtnis weder der Tschechoslowakei noch der DDR einen Platz finden sollten.

erwin mueller rufer in der wüste

Nach Naumburg war Müller schon unmittelbar nach dem Krieg gekommen, 1946 hatte er an der ersten Nachkriegsausstellung "Naumburger Künstler" teilgenommen. Bis 1958 arbeitete er freischaffend als Maler und "Gebrauchsgraphiker", aber schon zwei Jahre zuvor hatte die Grafik-Sektion des Verbandes Bildender Künstler versucht, Müller die Verbandsmitgliedschaft - und damit die Lebensgrundlage - zu entziehen. Man begründete den Vorstoß mit dem mangelnden "Niveau" seiner grafischen Arbeiten, es mag aber auch eine Rolle gespielt haben, dass Müller sich der "gesellschaftlichen Arbeit" beharrlich verweigert hatte. Nachdem er in den Ruhestand gegangen war, besserte er sich seine karge Rente gelegentlich dadurch auf, dass er schlichte ländliche Idyllen malte, oft nach recht kitschigen Postkartenmotiven, die ihm die vorwiegend ländliche Kundschaft brachte, oder er fertigte Porträts nach Fotos. All die Jahre von 1946 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er in einem einzigen Zimmer in der Naumburger Burgstraße, in einer Wohnung, die sich eine mehrköpfige Familie mit ihm teilen musste.
Die Ausstellung, die ab 28. August in der Galerie im Schlösschen am Naumburger Markt gezeigt wird, stellt den hoffnungsvollen jungen Maler Erwin Müller der Zwischenkriegszeit vor, dessen Werk nur mit viel Glück und der Hilfe tschechischer Freunde erhalten geblieben ist. Die ausgestellten Bilder kommen aus der Regionalgalerie Liberec und aus Privatsammlungen der böhmischen Stadt, wo sich ein Teil seines Werkes trotz der widrigen Umstände erhalten hat. 2014 stellte das Liberecer Museum die erste große Ausstellung mit Werken Müllers zusammen. Vorausgegangen war eine mehrjährige Forschungsarbeit der Ausstellungskuratorin Anna Habánová. In Naumburg wird die Ausstellung nun in ähnlichem Umfang gezeigt werden. Liberec/Reichenberg hat damit einen Teil der eigenen, jahrelang vernachlässigten Geschichte wiedergefunden und auch für den Besucher in Naumburg wird die Begegnung mit Erwin Müller, mit seiner facettenreichen Malerei und mit seinem Schicksal zweifellos eine bereichernde, wenn auch verstörende Erfahrung darstellen.

[Abbildungen (Ausschnitte): Oblastní galerie v Liberci]