Wahlverwandtschaften Plakat

Galerie im Schlösschen, Naumburg (Saale) - 3. Oktober - 22. November 2020

Wahlverwandtschaften: Künstler um Max Klinger.

Sammlung Bodo Pientka

Allmählich neigt sich das 100. Todesjahr Max Klingers seinem Ende zu. In zahlreichen Ausstellungen wurde des Leipziger Künstlers gedacht, das Museum der bildenden Künste widmete ihm ein Großprojekt, das ab 15. Oktober in Bonn eine noch gewaltigere Fortsetzung finden wird. In bescheidenerem Umfang thematisierte das Stadtmuseum Naumburg im Max-Klinger-Haus Großjena dem Anlass entsprechend den Tod Klingers, das Begräbnis und die Grabgestaltung, während in der Galerie im Schlösschen unter dem Titel „Griffelkunst“ eine umfangreiche Ausstellung von Radierungen stattfand, die Klingers Meisterschaft in den grafischen Künsten abermals eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Was nach wie vor offen bleibt, ist die Frage nach Klingers Nachwirken. Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Schau, die ab 3. Oktober ebenfalls in der Galerie im Schlösschen am Markt zu sehen sein wird. Unter dem vielsagenden Titel „Wahlverwandtschaften“ hat der der Kunsthistoriker Dr. Richard Hüttel - vor seiner Pensionierung stellvertretender Leiter des Museums der Bildenden Künste in Leipzig - zusammen mit dem Leipziger Sammler Bodo Pientka eine umfangreiche Auswahl von Arbeiten zusammengestellt, die unmittelbar aus dem Künstler-Kreis um (und in der Nachfolge von) Max Klinger stammen.

Als eine „fast magische Anziehungskraft gegen einander“ hatte Goethe in seinen „Wahlverwandtschaften“ die sanfte Gewalt, die Liebende zusammenhält beschrieben. Man kann wohl von einer solchen Wahlverwandtschaft zwischen Max Klinger und zahlriechen Künstlern seiner Zeit sprechen, die zu einer mal stärkeren, mal schwächeren, ja manchmal auch – wie in Goethes Roman – zu einer leidenschaftlichen Anziehungskraft führte. Max Klinger war die Zentralgestalt eines lebhaften, inspirierenden Kreises, der aus Otto Greiner, Sascha Schneider, Bruno Héroux, Paul Horst-Schulze, später auch Richard Müller, Otto Richard Bossert, Alois Kolb, Erich Gruner, Fritz Zalisz, Walter Hammer, Otto Weigel und anderen bestand.

Es gehört zu den Ironien der „Geschichte der Moderne“, dass Max Klingers Impulse und seine Bedeutung für die Kunst des 20. Jahrhunderts heute weitgehend vergessen zu sein scheinen, obwohl er „ein ganzes Universum neuer Inhalte“ geschaffen hat. Noch vergessener ist sein Kreis, dem man erst in letzter Zeit zubilligt, dass er wie Klingers „Griffelkunst“ sowohl technische als auch geistige Maßstäbe weit über Leipzig hinaus gesetzt hat.

Es wird Zeit, sich des Vergessenen zu erinnern, Künstler wieder zu entdecken, von denen man sehr lange nichts mehr gehört hat. Die Sammlung Bodo Pientka, von der mit ca. 100 Arbeiten nur ein geringer Teil gezeigt werden kann, gibt eine hervorragende Gelegenheit, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Zur Ausstellung, die vom 3. Oktober bis 22. Oktober läuft, ist eine vom Museumsverein herausgegebene, aufwändig gestaltete Begleitbroschüre erschienen, die neben kurzen Aufsätzen zum Thema knappe Biographien aller beteiligten Künstler und zahlreiche Abbildungen aufweist (ca. 90 Seiten, EUR 5,00.)

 

griffelkunst plakat a1 025.07. bis 27.09.2020 - Galerie im Schlösschen Naumburg

Max Klinger - Griffelkunst.

Radierte Träume

 Max Klinger (1857–1920) etablierte sich schon als junger Mann als Erneuerer der Radierkunst, der die deutsche Druckgrafik wieder aus dem Zustand einer reinen Reproduktionstechnik zur eigenständigen Kunst erhob. Euphorisch bezeichnete ihn Hugo von Hoffmannsthal als »neuen Dürer«. Klinger selbst setzte sich in seiner Abhandlung Malerei und Zeichnung (1891) auch theoretisch mit der von ihm so bezeichneten »Griffelkunst« auseinander.
In der Blüte-zeit seines Schaffens wandte er sich verstärkt der Malerei und Bildhauerei zu. Nicht zuletzt seine monumentalen Werke wie das Gemälde »Christus im Olymp« (1896) oder das Beethoven--Denkmal (1902) machten ihn zu einem der bekanntesten deutschen Künstler seiner Zeit. Der filigranen »Griffelkunst« blieb Klinger jedoch immer treu, war er doch über-zeugt, dass nur diese der Phantasie größtmögliche Entfaltungsmöglichkeit böte.
Insgesamt schuf Klinger 14 Radier-Zyklen mit etwa 300 Grafiken und etwa 150 Exlibris und Einzelblätter, von denen in dieser Ausstellung eine Auswahl von etwa 100 Werken aus der Sammlung des Stadtmuseums Naumburg gezeigt werden. Weitere Werke finden sich in unserer Ausstellung im Max-Klinger-Haus und ab 11. September 2020 wird unser Zyklus "Zelt" (46 Blatt) im Oberlandesgericht Naumburg zu sehen sein.

bodenschaetze kindergeburtstag 19

Kindergeburtstag in der Bodenschätze-Ausstellung

In der Bodenschätze-Ausstellung kann man prima Kindergeburtstag feiern, das stellten die Freundinnen von Margarethe G.  (9) fest. Fast zwei Stunden waren sie in der Ausstellung unterwegs, ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen. Von der Bodenzaubermaschine zum Knochenratespiel und von dort zur Pollenanalyse unter dem Mikroskop  ging die Expedition, fachkundig und unterhaltsam begleitet, vom "Bodenpersonal" in Gestalt von Nora Spielvogel-Strauß. Höhepunkt war natürlich die wissenschaftliche Ausgrabung, bei der einige aufregend-gruslige Funde gemacht wurden.

Wir danken der Mutter des Geburtstagskindes für die Überlassung ihrer Fotos und den Kindern und ihren Eltern für die Zustimmung zur Veröffentlichung!

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