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Gudrun Schostag, Hamburg (1949)

Krippenspiel

Wir schrieben das Jahr 1949. Es war die entbehrungsreiche Nachkriegszeit mit allerlei Nöten und Bedrängnissen. Die Weihnachtszeit nahte heran und aus Verbots- oder anderen Gründen gab es in Naumburg keine Veranstaltung mit christlich weihnachtlichem Inhalt - besonders für Kinder.

Schostag: Krippenspiel
titleMeine Mutter übte daher mit uns 3 Geschwistern und einigen Klassenkameradinnen - wir waren damals 9, 10 und 12 Jahre alt - das norddeutsche Krippenspiel “Und den Menschen ein Wohlgefallen” ein und brachte es in unserer Wohnung zu Aufführung. Wir wohnten in der Kösener Straße und hatten dort große ineinander gehende Wohnräume. Da die Möbel teilweise beschlagnahmt waren, waren die Räume weitgehend leer. Zwei ineinander gehende Zimmer bildeten den Zuschauerraum.( Die Stühle waren im Haus und in der Nachbarschaft zusammengeborgt worden.) Ein dritter - durch eine Schiebetür getrennter - Raum war die Bühne. Die Schiebetür diente als Vorhang. Meine Mutter sass als Souffleuse auf dem großen Kachelofen. Auf der Bühne stellten 6-9 große und kleine Tannen den Wald dar, durch den man zum Stall von Bethlehem gelangte. Das Stück kam am 15., 16. und 17 Dezember 1949 zur Aufführung. Alle Zuschauer waren begeistert und viele Menschen ( wie z. B. der damalige Pastor Wagner unserer Moritzkirche und der damalige Pastor der katholischen Kirche bedrängten unsere Mutter, das Stück öffentlich zur Aufführung zu bringen. Unsere Mutter hatte dies aber aus zeitbedingten Gründen auf den privaten Bereich beschränken und daher ablehnen müssen.

Sie hat aber das ganze Krippenspiel einschließlich der Begrüßungsworte, des Vorspiels, der Darstelleraufstellung handschriftlich in einem Buch mit Fotos für uns Kinder zur Erinnerung festgehalten und wir denken heute noch gern daran zurück.

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